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Studium im Ausland ist längst kein Jobgarant mehr

  ·   2018-05-16  ·  Quelle:german.china.org.cn
Stichwörter: Ausland;Studium
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 Früher galt ein Master einer ausländischen Universität für viele Chinesen als Garant einer erfolgreichen Karriere in der Heimat. Doch nun machen mehr und mehr chinesische Absolventen die Erfahrung, dass ein Abschluss aus dem Ausland noch lange keine Garantie für ein hohes Gehalt ist.  

Die Rückkehrer auf einer Jobmesse in Shenzhen in der südchinesischen Provinz Guangdong.  

Viele Rückkehrer sind enttäuscht von den relativ niedrigen Gehältern und wenig aussichtsreichen Stellenangeboten. Ursachen sind der hohe Wettbewerbsdruck durch eine hohe Zahl an Rückkehrern und die steigende Zahl der Hochschulabsolventen. Nach Angaben des Bildungsministeriums werden in diesem Jahr 8,2 Millionen Studenten die Hochschule verlassen und in den Arbeitsmarkt eintreten.

Einem Bericht des Beijinger Thinktanks Center for China and Globalization zufolge verdienen 45 Prozent der Rückkehrer weniger als 6.000 Yuan im Monat, 23 Prozent kommen auf 6.000 bis 8.000 Yuan. Verglichen mit den hohen Kosten eines Auslandsstudiums, das schnell 300.000 Yuan pro Jahr und mehr verschlingen kann, ist das recht wenig.

Doch Experten sind der Ansicht, dass ein Auslandsstudium nicht allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden sollte. Erfahrung im Ausland trage auch zur Entwicklung von wertvollen, nichtakademischen Fähigkeiten bei.

Erwartungen an ein Studium in Amerika sind oft unrealistisch 

Seit der 26-jährige Guo Shihai als Mittelschüler den Disney-Film High School Musical sah, war er entschlossen, in den USA zu studieren. Im Gegensatz zum leistungsorientierten Schulsystem Chinas bot sich ihm dort eine Alternative: Eine unbeschwerte Atmosphäre, in der Studenten unabhängig sind und die Freiheit besitzen, ihre Gedanken auszusprechen und an zahlreichen sozialen Aktivitäten teilzunehmen.

Nach seinem Abschluss an der Universität von Zhengzhou im Jahr 2015 ging Guo an die Fort Hays University in Kansas und studierte Business Administration. Nach seiner Ankunft bekam sein rosiges Bild von den USA leichte Risse, da der Lehrplan wesentlich engmaschiger war, als er sich das vorgestellt hatte. Neue Freundschaften zu schließen fiel ihm schwer. Zudem musste er das ganze Semester hindurch Prüfungen und Klausuren ablegen.

Bei seiner Rückkehr nach China stellte Guo fest, dass sein Auslandsstudium ihn nicht aus der Masse der Bewerber hervorstechen ließ. „Da ich in den USA keine Zeit für Praktika hatte, waren meine Sprachkenntnisse das Einzige, das mich für Arbeitgeber interessant machte“, sagte er. Nach drei Monaten der Arbeitslosigkeit fand er schließlich einen Job als Übersetzer in Shanghai bei einem Monatsgehalt von 8.000 Yuan. Dennoch bereut er seinen Schritt nicht, auch die Kosten von 400.000 Yuan für das zweijährige Programm waren aus seiner Sicht nicht falsch investiert, denn er hofft, dass er in China ein höheres Gehalt erzielen kann.

Xiong Bingqi, stellvertretender Direktor am 21st Century Education Research Institute in Beijing, sagte, Chinas Wirtschaftswachstum und das steigende Haushaltseinkommen bedeute, dass mehr und mehr Eltern bereit seien, ihre Kinder zum Studium ins Ausland zu schicken. „Im Ausland zu studieren ist nicht mehr länger nur etwas für die Elite“, unterstrich er.

Studium für die Karriere oder für die Lebenserfahrung? 

Nach einer Umfrage von Vision Overseas Consulting Co und Kantar Millward Brown liegt das vorrangige Ziel der Studenten darin, ihren Horizont zu erweitern und Erfahrung zu sammeln. 73 Prozent planen, nach dem Abschluss nach China zurückzukehren. 40 Prozent wollen lediglich den eigenen Lebenslauf aufbessern. Nach Daten des Bildungsministeriums kehrten im Jahr 2007 nur 44.000 chinesische Auslandsstudenten in die Heimat zurück, doch im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf 480.900. Gleichzeitig nahm jedoch auch die Zahl derjenigen zu, die ein Studium im Ausland aufnehmen. Waren es früher noch 144.000, sind es heute bereits 608.400.

Für Viele sei die Jobsuche im Ausland sehr schwierig und der Arbeitsmarkt in der Heimat leichter zugänglich, sagte Shi Yan von der Beratungsfirma Chivast Education International. Doch das größte Hindernis sei, dass Rückkehrer die aktivste Zeit am Arbeitsmarkt verpassen. „In China beginnt die Zeit der Jobsuche im Oktober und November. Dann nehmen die meisten Arbeitgeber Bewerbungen entgegen und führen Vorstellungsgespräche. Doch Studenten, die im Ausland waren, können sich meist erst im Mai bewerben“, sagte sie.

Das Studium im Ausland habe jedoch auch einen Vorteil: durch diese Erfahrung würden viele junge Menschen unabhängiger und statte sie mit einer internationalen Perspektive und besseren kommunikativen Fähigkeiten aus, was für zukünftige Jobs eine wichtige Qualifikation darstelle, so Shi.

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