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Qingdao – eine Reise in die Vergangenheit und Zukunft der chinesisch-deutschen Kooperation

Von Marc-Stephan Arnold  ·   2017-08-29  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Qingdao;Deutschland
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Als unser Zug in Qingdao hält, steige ich mit einem etwas mulmigen Gefühl aus. Denn Qingdao ist einer dieser Orte, an dem sich die Deutschen – historisch gesehen – nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert haben. In der Zeit vor und nach 1900, zwischen den zwei Weltkriegen und danach war Qingdao immer eines der wichtigsten Zentren chinesisch-deutscher Kooperation – wenn man von Kooperation sprechen will, denn zumindest bis zum Ersten Weltkrieg war diese „Zusammenarbeit“ von der militärischen Dominanz Deutschlands, das in Qingdao ab 1897 als Kolonialmacht auftrat, gekennzeichnet. 

Zu Beginn war die Anwesenheit der Deutschen in Qingdao also aus chinesischer Sicht eine Zeit des Zwangs und des Freiheitsverlustes. Das Deutsche Kaiserreich hatte China in einer Zeit der Teilkolonialisierung – angeführt durch England (Opiumkriege) und Frankreich – das Gebiet um die „Kiautschou-Bucht“ abgepresst. Laut „Vertrag“ sollte Deutschland für 99 Jahre über diese Gebiete herrschen. Die Besetzung hatte aber auch positive Seiten. Die Deutschen bauten Schulen, Krankenhäuser, Kirchen, einen Prachthafen und Eisenbahnlinien. Außerdem wurde in den umliegenden Gebieten Kohle abgebaut. Der deutsche Gouverneur Oskar Truppel ließ es sich denn auch nicht nehmen, mittels des unter seiner Aufsicht begonnen Baus einer Gouverneursresidenz – einer protzigen Prachtvilla – zu zeigen, wer der neue Machthaber in Qingdao war. Seine Macht währte jedoch nur so lange, bis dem deutschen Kaiser die Rechnung für den „Palast“ des Gouverneurs präsentiert wurde. 

Die Residenz des deutschen Gouverneurs von Qingdao. Der Prachtbau soll so viel Geld gekostet haben, dass der deutsche Kaiser Wilhelm II vor Schreck wohl nicht bloß die Rechnung, sondern gleich auch seinen Gouverneur fallen ließ. Die astronomische Summe von über deutlich 2,1 Millionen Tael Silber (mehr als eine Million Goldmark oder etwa 400 Kilogramm Gold) kostete Gouverneur Oskar Truppel zunächst einen Teil seines Gehalts, dann schließlich aber auch sein Amt. (Foto: Beijing Rundschau/MSA) 

Doch trotz dieses dunklen Flecks gleich zu Beginn der Geschichte der chinesisch-deutschen Kooperation sind wir Deutschen in Qingdao heute nicht verhasst.  Ganz im Gegenteil: es gibt kaum einen Ort in ganz China, an dem die deutsch-chinesische Kooperation so gut funktioniert. Und zwar in allen nur erdenklichen Bereichen, sei es Fußball, Bierfestival, Wirtschaft oder Umwelt. Und anders als an vielen anderen Orten in China, wo es natürlich auch deutsch-chinesische Kooperationen und gemeinsame Projekte gibt, hat man in Qingdao das Gefühl, dass es hier auch ein Stück gelebte Geschichte ist, dass die Kooperation und die zwischenmenschliche Kommunikation und die Gefühle füreinander ein bisschen tiefer gehen, als an anderen Orten.  

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