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Huawei will neues Betriebssystem schon dieses Jahr auf den Markt bringen

  ·   2019-05-23  ·  Quelle:german.china.org.cn
Stichwörter: Huawei;Betriebssystem;Android
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Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei hat am Mittwoch bekanntgegeben, bereits in diesem Jahr ein neues Betriebssystem auf den Markt bringen zu wollen. Damit will das Unternehmen dem Druck ausweichen, der durch die jüngsten Sanktionen der amerikanischen Regierung ausgelöst worden ist.

Ein Werbebanner von Huawei in Las Vegas, Foto: Agenturen.

Yu Chengdong, Leiter der Abteilung für Geschäftskunden, kündigte den Start des Betriebssystems für diesen Herbst oder spätestens im nächsten Frühjahr an.

Google hatte zuvor angekündigt, Huawei-Geräte teilweise von seinem Betriebssystem Android auszuschließen. Am Dienstag teilte die amerikanische Regierung mit, dass sie das Verbot amerikanischen Technologieexports an Huawei verschiebe und dem Unternehmen noch für 90 Tage Zugriff auf Android gewähren werde.

„Das Huawei-eigene Betriebssystem wird mit allen Android- und allen Webanwendungen kompatibel sein. Wenn die Android-Apps neu kompiliert werden, kann ihre Laufleistung um mehr als 60 Prozent verbessert werden“, sagte Yu in einer WeChat-Gruppe, an der einige Internet-Experten beteiligt sind.

Seiner Meinung nach wird das neue Betriebssystem Mobiltelefone, Computer, Tablets, Fernseher, Autos und intelligente tragbare Geräte unterstützen können.

Währenddessen verzeichneten Aktien chinesischer Unternehmen, die sich auf Betriebssysteme konzentrierten, am Mittwoch einen enormen Kursanstieg. Wondertek, Bird und Nsfocusverzeichneten Kurssprünge von zehn Prozent innerhalb eines Tages.

Analysten wiesen darauf hin, dass die Auswirkungen der Sanktionen auf Huawei begrenzt seien, da das in Shenzhen ansässige Unternehmen das Potenzial besitze, ein eigenes System zu entwickeln, und bereits seit Jahren einen Plan B vorbereite, um einem möglichen Verbot entgegenzuwirken.

„Huawei ist bestrebt, sein Geschäft auszuweiten, um sich besser auf die globalen Marktveränderungen einzustellen, und viel in Basistechnologien zu investieren, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und weltweit einen Vorsprung zu erlangen“, sagte Xiang Ligang, Generaldirektor der Information Consumption Alliance.

Eine in chinesischen sozialen Medien veröffentlichte PowerPoint-Präsentation deutete darauf hin, dass Professoren der Shanghai Jiaotong-Universität die Entwicklung des Betriebssystems Huawei vorantreiben, das wahrscheinlich den Namen Hong Meng tragen wird.

„Das System wurde unter Linux, einem Open-Source-Betriebssystem, stark optimiert und kam bereits in den Smartphones von Huawei zum Einsatz“ heißt es in der Präsentation, die inzwischen wieder gelöscht wurde.

In einem internen Briefing hatte Huawei-Gründer Ren Zhengfei erklärt, das Unternehmen solle ein eigenes Betriebssystem und eigene Chips entwickeln, um den Herausforderungen externer Anbieter entgegenzutreten.

Branchenkenner gaben jedoch an, dass ein App-Ökosystem viel wichtiger sei als die Entwicklung eines Betriebssystems. Dies lasse sich am Ausfall der von Blackberry und Microsoft selbst entwickelten mobilen Betriebssysteme ablesen.

„Es wird kein Problem sein, ein Ökosystem auf dem heimischen Markt zu schaffen, da chinesische Verbraucher derzeit nicht dieselben Apps wie Ausländer verwenden. Huawei kann sich auch vom chinesischen Technologieführer Tencent helfen lassen, der ein riesiges App-Ökosystem besitzt“, sagte er ein mit der Sache vertrauter IT-Experte, der nicht genannt werden wollte.

Auf lange Sicht werde es negative Auswirkungen für Huawei auf den Auslandsmärkten geben, aber dies bedeute nicht, dass es keine anderen Optionen gebe. „Im schlimmsten Fall kann das Unternehmen im Ausland immer noch ein nacktes Smartphone anbieten und für das Betriebssystem mit lokalen Drittanbietern zusammenarbeiten“, sagte er.

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