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Zurück in die Heimat

Von Chen Meiling  ·   2019-02-12  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Immobilienmarkt;Frühlingsfest
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Wanderarbeiter nutzten den Frühlingsfesturlaub, um über Investitionen in kleineren Städten nachzudenken. 

  

Investoren betrachten ein Modell eines Wohnprojekts in Chongqing. [Foto von China Daily-Reporter Sun Kaifang] 

So schnell wie das chinesische Neujahr gekommen war, war es auch wieder vorbei und Chinas Immobilienwirtschaft, welche zu dieser Zeit in den Städten der ersten Kategorie eigentlich stets einen großen Boom erlebt, grübelt nun gezwungenermaßen darüber nach, wieso die Geschäfte heuer eher abseits des Trubels von den Mega-Metropolen wie Beijing und Shanghai stattgefunden haben.  

Typischerweise verzeichnen Immobilienverkäufer in den Städten der ersten Kategorie zur Zeit des Frühlingsfests nämlich Spitzenumsätze. Aber ein Branchenbericht bereitet ihnen nun schlaflose Nächte. 

Laut einem gemeinsamen Bericht von Anjuke, einem Anbieter von Online-Immobilieninformationen, 58, einer Life-Service-Plattform, und 36Kr, einem Medienunternehmen für Wissenschaft und Technologie, zieht es die Mehrheit (fast 53 Prozent) der Wanderarbeiter vor, Wohnimmobilien in kleineren Städten oder ihren Heimatstädten außerhalb ihrer Arbeitsorte in Großstädten zu kaufen. 

Xu Jiachun, ein Bucheditor in Beijing, ist einer dieser Wanderarbeiter. Er kaufte sein erstes Haus im Jahr 2016, als er 29 Jahre alt und Single war. 

Xu ist längst nicht der Einzige. Viele Migranten denken wie Xu und vertreten die Meinung, dass der Besitz eines Hauses vor der Heirat in China unerlässlich ist. 

Da die Immobilienpreise in der Landeshauptstadt jedoch über seinen Verhältnissen lagen, investierte Xu in ein Haus in Zhuozhou, einer Stadt in der Provinz Hebei, die zwar 80 Kilometer von Beijing entfernt liegt, allerdings mit dem Schnellzug in nur rund 25 Minuten zu erreichen ist.  

Schließlich kann es Jahrzehnte dauern, bis ich mir eine Wohnung in Beijing kaufen kann, sagte Xu. 

Verkäufer Wang, 27 Jahre alt und in Beijing ansässig, teilt diese Meinung. Er und seine Eltern kauften 2017, vor seiner Hochzeit, ein Haus in seiner Heimatstadt Baoding in der Provinz Hebei.  

Ein Jahr später kauften er und seine Frau ein weiteres Haus im Bezirk Fangshan, am Rande von Beijing, das sie für 2.000 Yuan (296 US-Dollar) pro Monat oder nur 10 Prozent ihrer monatlichen Ausgaben für die Rückzahlung von Wohnungsbaudarlehen, die Rückzahlung von Autokrediten und ihr gemietetes Haus vermieteten. 

Wang sagte, dass er davon träume, eines Tages ein Haus in der Stadt Beijing zu besitzen und er hoffe, dass ihre Einkommen dank höheren Löhnen steigen und die Immobilienpreise niedriger sein würden. 

Wenn nicht, haben wir mit dem gekauften Haus immerhin eine gute Option. Das Haus liegt in der Nähe eines Krankenhauses und einer Schule. Meine Eltern können bei Bedarf von unserem Dorf wegziehen, um dort zu wohnen.“ 

Hauskäufer wie Xu und Wang gehören zu einer urbanen Bevölkerungsgruppe, die sich entscheiden, Häuser in ihrer Heimatstadt oder anderen kleineren Städten in der Umgebung zu kaufen. 62 Prozent von ihnen sind nach 1990 geboren.   

Laut dem Bericht haben sie eine wachsende Nachfrage nach Wohnungen, während sie heiraten und ihre Karriere beginnen oder aufbauen.  

Es ist üblich, dass die jüngere Generation ein Gefühl der Ruhe sucht, sagte Li Daxiao, Chefökonom bei Yingda Securities in Shenzhen, Provinz Guangdong. Der Anstieg der Hauspreise in den Vorjahren macht sie weiterhin besorgt, dass sie sich vielleicht ihr ganzes Leben lang kein eigenes Haus leisten können, wenn sie jetzt nicht handeln.“ 

Ungefähr 53 Prozent der jungen Hauskäufer, die für die gemeinsame Umfrage vor dem Frühlingsfest befragt wurden, sagten, dass sie Pläne gehabt hätten, für den Jahresurlaub in ihre Heimatstadt zurückzukehren (und nach lokalem Wohneigentum zu suchen); 24 Prozent sagten, dass sie Häuser kaufen würden, da sie am Rande der Ehe stünden; und fast 16 Prozent sagten, dass sie in ein neues Zuhause investieren würden, um ihren alternden Eltern ein besseres Leben zu ermöglichen. 

Im Jahr 2018 beabsichtigten fast 59 Prozent der jungen Hauskäufer, Häuser in ihren Heimatstädten oder kleineren Städten in der Nähe zu kaufen. Der Rückgang von 2018 scheint darauf hinzudeuten, dass weniger Wanderarbeiter, die in Großstädten arbeiten, um lokale Immobilien konkurrieren. 

Der Rückgang ist das Ergebnis von Präferenzmaßnahmen, die von Großstädten auf talentierte Fachkräfte ausgedehnt werden. 

Gemäß dem Bericht fördert China auch Mietwohnungen und langfristige Mechanismen für die stabile und gesunde Entwicklung von Immobilien.  

Seitdem China den Grundsatz Wohnen ist zum Leben, nicht zum Spekulieren unterstrichen und Beschränkungen für Kauf, Preise, Wohnungsbaudarlehen und Wohnungsverkäufe eingeführt hat, kühlte sich der überhitzte Markt ab. So würden in diesen Tagen nur wenige Wanderarbeiter spekulative Investitionen in Häuser in ihren Heimatstädten machen, sagte Zhang Bo, Chefanalytiker am 58 Anjuke-Institut. 

Li von Yingda Securities sagte, dass sich die starke Nachfrage von Hauskäufern während des Frühlingsfests als kurzfristiges Phänomen erweisen könnte; der aktuelle Abkühlungstrend könne dabei nicht umgekehrt werden, insbesondere in Städten der dritten und vierten Kategorie, wo das Landangebot angemessen und die Bevölkerung weniger dicht sei. 

Aber es ist ein guter Zeitpunkt für Bauherren, um den Verkauf zu fördern. 

Die Nachfrage nach Wohnraum in den Städten der ersten Kategorie sei trotz verschärfter Vorschriften nach wie vor gesund, sagte er. 

Der Trend, dass junge Wanderarbeiter Häuser in Heimatorten kaufen werden, werde sich also fortsetzen, sagte Liu Bo, Analyst bei der Unternehmensberatung Roland Berger. 

Regional bedeutende Städte und relativ neue Städte der ersten Kategorie, wie Wuhan, Chongqing und Nanjing, würden aufgrund ihrer wachsenden wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit durch Innovationen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten in Zukunft mehr Rückkehrer begrüßen. Die Hauspreise in solchen Regionen würden wahrscheinlich steigen, sagte er. 

Nach einem beeindruckenden Preisanstieg seit 2017 aufgrund massiver Renovierungsprojekte von überholten Siedlungen droht den Städten der zweiten, dritten und vierten Kategorie in diesem Jahr ein Rückwärtstrend. 

In den Städten der ersten Kategorie hingegen, in denen der Immobilienmarkt mit einer strengen Regulierung konfrontiert sei, würden die Hauspreise stärker von der Politik beeinflusst und daher weitgehend stabil bleiben, sagte er. 

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