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Xiaogang – der „Geburtsort der chinesischen Bodenreform“

  ·   2018-06-12  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Xiaogang;Reform
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Doch niemand wollte der nationalen Politik die Stirn bieten. Schon im September 1961 hatte die lokale Regierung des Kreises Fengyang ein Dokument veröffentlicht, in dem sie vorschlug, das Land zur Eigenbewirtschaftung unter den Familien aufzuteilen und die volle Verantwortung für die Produktion an die Bauern zu übertragen. Doch nur ein Jahr später, bei der 10. Plenarsitzung des VIII. Zentralkomitees der KPCh, wurde der Vorschlag abgelehnt.  

Die verheerende Dürre, die im Jahr 1978 die Provinz Anhui heimsuchte, verschärfte die Situation noch. Um nicht zu verhungern, unterzeichneten 18 Bauern im Dorf Xiaogang trotz Lebensgefahr ein geheimes Abkommen zur Verteilung des gemeinsamen Ackerlandes an die einzelnen Haushalte. Sie versprachen, dass jeder Haushalt nach der Ernte eine bestimmte Menge an Getreide an den Staat und die Kommune abgeben und den Rest behalten würde. Yan Hongchang, damaliger stellvertretender Leiter der Produktionsbrigade des Dorfs, unterschrieb sogar zweimal per Fingerabdruck, um seine Entschlossenheit zum Ausdruck zu bringen.  

Vor dem Frühlingfest des Jahres 1978 hatten die Dorfbewohner von Xiaogang keine Zeit für die Vorbereitung des Fests, da sie mit großem Enthusiasmus auf ihren eigenen Feldern arbeiteten. Yan sagte, seine Familie habe damals über 30 Mu (1 Mu=1/15 Hektar) Ackerland erhalten. Die ganze Familie arbeitete Tag und Nacht, zwei Mahlzeiten aßen sie im Feld.  

Doch das Geheimnis wurde schon bald darauf aufgedeckt. Untersuchungen wurden angeordnet, und Inspektionsteams der Kommunal- und Kreisebene gaben sich in  Xiaogang die Klinke in die Hand. Die Bauern wurden aufgefordert, ihre Felder wieder dem Kollektiv zurückzugeben. Aber die Bauern unterwarfen sich der Forderung nicht – selbst dann nicht, als man ihnen damit drohte, ihnen keine Darlehen und auch kein Saatgut mehr zu geben. Dieser Widerstand der Bauern von Xiaogang kam kurze Zeit später auch dem Parteisekretär der Präfektur Chuzhou, Wang Yuzhao, zu Ohren. 

Als Wang Yuzhao zur Inspektion im Dorf Xiaogang ankam, hatte die Produktion des Frühjahres schon begonnen und die Felder standen gut. Darüber sagte Wang vor Ort jedoch nichts. Als er zurückkam, äußerte er bei einer Sitzung, dass für den Moment alles so gelassen werden sollte, wie es war. Nach der Ernte könne man immer noch darüber diskutierten, soll Wang damals gesagt haben. Dank des grünen Lichts der Partei und Regierung wurde die Eigenbewirtschaftung zum Erfolg. 

In der Tat wusste Yan nicht, dass Wang Yuzhao, der grünes Licht für die Reform von Xiaogang gegeben hatte, deswegen eine schwere Zeit hatte. Innerhalb von kurzen drei Monaten vom Januar bis April 1979 gab die Zentralregierung zwei aufeinanderfolgende Dokumente heraus, in denen betont wurde, dass es verboten sei, Ackerland auf Haushalte aufzuteilen und die Feldarbeit selbst zu machen. Daher mussten die Regierungen auf Provinz-, Städte- und Kreisebene wegen Xiaogang einen enormen Druck aushalten. Schließlich musste man aber neidlos anerkennen, dass in Xiaogang eine besonders reiche Ernte eingefahren wurde.  

Yan Jinchang sagte, dass sie bei der Ernte im Jahr 1979 so viele Getreide einfuhren, dass das ganze Dorf für fünf Jahre genug zu essen gehabt hätte. Einige Familien häuften ihr Getreide sogar unter freiem Himmel, da sie weder zu Hause noch in ihren Scheunen genug Platz hatten. 

In diesem Jahr betrug die Getreideproduktion von Xiaogang insgesamt 66,5 Tonnen, was dem Vierfachen der durchschnittlichen jährlichen Produktion während der Kulturrevolution entsprach. Das Pro-Kopf-Einkommen belief sich auf 400 Yuan, das 18-fache von 1978. Ein Darlehen von 800 Yuan wurde zurückgezahlt, was bedeutete, dass das Dorf Xiaogang, das ansonsten höchstens für Hungersnöte und Bettelei bekannt war, zum ersten Mal in seiner Geschichte ein nationales Darlehen zurückzahlen konnte. 

Auf der 4. Plenarsitzung des XI. Zentralkomitees der KPCh im Jahr 1979 wurde die Regelung, dass man das Ackerland nicht auf die Haushalte aufteilen darf, geändert und in „man sollte das Ackerland nicht auf die Haushalte aufteilen“ umformuliert. Ein Jahr danach lockerte die Zentralregierung die Politik noch weiter. Bis 1982 wurde in 95 Prozent der ländlichen Gebiete das System der vertragsverbundenen Verantwortlichkeit in Verbindung mit dem Produktionsertrag auf Basis der Haushalte eingeführt. Das Dorf Xiaogang und weitere 800 Millionen Bauern landesweit hatten nun allen Grund, sich auf den kommenden Frühling zu freuen.  

Seitdem hat Xiaogang eine erfreuliche jährliche Steigerung der Getreideproduktion erreicht. Aber Jahrzehnte stand das „erste Reform-Dorf Chinas“ erneut vor Problemen. Die Armutsgrenze hatte Xiaogang schnell hinter sich gelassen, aber „die Schwelle zum Wohlstand drei Jahrzehnte lang nicht überschritten“. Warum wollte es den Bauern aus Xiaogang, die immerhin als Vorreiter der Bodenreform die Armut mit ausreichender Nahrung und Kleidung überwunden hatten, nicht gelingen, wenigstens zu bescheidenem Wohlstand zu gelangen? Warum ging es für das Dorf auf dem Weg zur wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr voran? 

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