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45 Jahre deutsch-chinesische Beziehungen – so eng wie nie zuvor

Von Michael Clauss  ·   2017-10-11  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Botschafter;Deutschland;China
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Michael Clauss, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Volksrepublik China (Foto: Deutsche Botschaft Peking) 

In diesen Tagen feiern wir gleich zwei Jubiläen: 27 Jahre deutsche Einheit und 45 Jahre deutsch-chinesische Beziehungen! Unsere politischen und wirtschaftlichen Beziehungen sind so freundschaftlich und eng wie nie zuvor. Anders als mit so manchem traditionellen Partner wächst die Schnittmenge deutscher und chinesischer Interessen. Gelegentliche Meinungsverschiedenheiten werden daran nichts ändern.

Wie intensiv die politischen Beziehungen geworden sind, lässt sich schon an der dichten Folge hochrangiger Besuche ablesen. Bundeskanzlerin Merkel war in den vergangenen Jahren insgesamt zehn Mal in China, unter anderem im Rahmen der Regierungskonsultationen im Juni 2016, bei denen sie und fast alle Bundesminister mit ihren jeweiligen chinesischen Kolleginnen und Kollegen zusammentrafen. Deutschland ist das einzige Land, mit dem China regelmäßig dieses besondere Gesprächsformat pflegt, in der quasi die gesamten Regierungen beider Länder zusammenkommen. Premierminister Li Keqiang war seit 2013 drei Mal in Deutschland. Staatspräsident Xi Jinping war in seiner ersten Amtszeit gleich zwei Mal in Berlin.  

Auch wirtschaftlich eilen unsere Beziehungen von einem Rekord zum nächsten. Unser bilaterales Handelsvolumen erreichte 2016 circa 170 Milliarden Euro und steigt auch in diesem Jahr weiter an. Damit ist China unser wichtigster Handelspartner, noch vor Frankreich und den USA. Die Verflechtung unserer beiden Volkswirtschaften nimmt zudem durch gegenseitige Investitionen rapide zu. Dass deutsche Unternehmen in China investieren, ist kein neues Phänomen; aber seit einiger Zeit sehen wir auch massive chinesische Direktinvestitionen in Deutschland. 2016 stiegen diese Investitionen um fast 3000 Prozent, 2017 dürfte es ein ähnliches Niveau erreichen. Kurzum: die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen florieren, und das in einem alles andere als positiven globalen Umfeld. Eine entschlossene Umsetzung der von Staatspräsident Xi angekündigten weiteren Maßnahmen für Reform und Öffnung wird diesen Trend verstetigen können. 

Da beide Seiten ihre Stärken vor allem in der Fertigungsindustrie haben, erstaunt es nicht, dass Innovation in unseren Beziehungen eine zentrale Rolle spielt. Wussten Sie, dass Deutschland der wichtigste Technologielieferant für die chinesische Industrie ist? Deutschland ist führend in der sogenannten „Industrie 4.0“, bei der es um Vernetzung und Digitalisierung transnationaler Fertigungsprozesse geht. Unter den richtigen Bedingungen, d.h. wenn die technischen und administrativen Rahmenbedingungen stimmen, können unsere „Industrie 4.0“ und Chinas „Made in China 2025“ zum beiderseitigen Vorteil verzahnt werden.  

Deutschland und China sind stark exportorientierte Industrienationen, d.h. wir sind von globaler Stabilität, Ordnung und steigendem Wohlstand abhängig. Was läge da näher, als sich gemeinsam für die Lösung globaler Herausforderungen einzusetzen? Im G20-Rahmen konnten wir uns jeweils unter chinesischer und dann deutscher Präsidentschaft engstens abstimmen, und die globale Agenda auf Kurs halten. Besonders wichtig war dies bei einer neuerlichen Bekräftigung des Pariser Klimaabkommens. Unsere Abstimmung bleibt aber beim Kampf gegen den Klimawandel nicht stehen. Im Gegenteil, von Nordkoreas völkerrechtswidrigen Atom- und Raketentests, über Terrorismus und Instabilität in Afghanistan bis hin zu Krieg und humanitärer Katastrophe in Syien stehen unsere beiden Regierungen in engem und vertrauensvollem Austausch. Das Interesse an der strategischen Sicht des jeweils anderen wächst. Dabei ist auch hilfreich, dass es keine geopolitischen Rivalitäten zwischen uns gibt. 

Wir begrüßen die Belt & Road Initiative. Wir halten grundsätzlich die Philosophie für überzeugend, durch mehr Konnektivität vor allem in Asien und Afrika Stabilität und Entwicklung zu fördern. Die Erfahrung zeigt, dass dringend benötigte Infrastrukturinvestitionen in vielen Ländern ohne staatlichen Anschub kaum realisiert werden können. Die Nachhaltigkeit und Effizienz einzelner Projekte würde durch die Einhaltung von WTO-Standards für Vergaben sowie international anerkannten Arbeits- und Umweltstandards nur gewinnen. Je mehr Partner China auf Augenhöhe einbeziehen kann, desto attraktiver wird die Initiative sein. 

Neben Politik und Wirtschaft ist es aber auch wichtig, unsere beiden Gesellschaften näher zusammen zu bringen. In diesem Bereich gibt es noch viel ungenutztes Potenzial. Wir haben deshalb im Mai 2017 gemeinsam den People-to-People-Dialog initiiert. Ein schönes Beispiel, wofür die Menschen in Deutschland und China sich gemeinsam begeistern können, ist unsere Leidenschaft für die, wie wir sagen, „schönste Nebensache der Welt“, den Fußball! Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Xi haben eine Partnerschaft in diesem Bereich vereinbart. Schon träumt so mancher Fan von einer Fußball-WM 2026 in Peking mit dem packenden Finale Deutschland-China.  

(Der Autor ist Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Volksrepublik China) 

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