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Anschluss finden – wie der Landkreis Fengdu die Fesseln der Armut abstreift

Von Verena Menzel  ·   2019-07-04  ·  Quelle:China heute
Stichwörter: Armutsüberwindung;Chongqing
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Wiederbelebung eines sterbenden Dorfes 

Von der Kreisstadt aus steuern wir als erstes das Dorf Lüchunba („Grüner Frühlingsdamm“) an, das rund 30 Kilometer vor den Toren der Kreisstadt liegt. Man muss den durch Schwemmschlamm Ocker gefärbten „Drachenfluss“ (Longhe), einen Zufluss des Changjiang, überqueren, um in den kleinen Ort zu gelangen. 

 

Die Arbeiten zur Verschönerung des Ortskerns und der Restaurierung der alten Holzhäuser sind in vollem Gange. 

Die Dorfgruppe 1, die nicht weit oberhalb des Flussufers liegt, zählt insgesamt 18 Haushalte. Doch nur noch zehn der ansässigen Familien leben tatsächlich hier. Fast die Hälfte der Einheimischen ist in die Stadt abgewandert, weil es im Dorf an Arbeit und Einkommensquellen fehlte. 

„Die Anbaufläche hier ist gering und liefert zudem nur wenige Erträge“, erklärt Zhu Xiaodong, Vizevorsteher der Gemeinde Sanjian, zu der das Dorf zählt. 

Die historischen Holzbauten aus den 1950er und 1960er Jahren, archetektonische Relikte mit Seltenheitswert, drohten zu verfallen. Doch die verbliebenen Einheimischen, meist Alte und Arbeitsunfähige, waren mit der Instandhaltung der Häuser überfordert. Der kleine Ort schien vor dem Aus zu stehen.  

Die Wende soll nun eine Idee bringen, die sich die Zugkraft der entwickelten Kreisstadt und der nahegelegenen Millionenmetropole Chongqing zu Nutze machen will. Entwickelt hat das Lösungskonzept Yang Ming, der erste Parteisekretär des Dorfes. Er erkannte den touristischen Wert des malerischen historischen Örtchens. Allerdings, so sah er ein, musste dieser erst einmal freigelegt werden, bevor er den Einheimischen tatsächlich zugutekommen konnte. 

 

Yang Ming (r.), der erste Parteisekretär des Dorfes, entwickelte im vergangenen Jahr die Idee, das Dorf durch Tourismus vor dem Verfall zu bewahren.  

Yang und seine Mitarbeiter entwickelten gemeinsam mit den Dorfbewohnern ein Konzept, das Denkmal- und Umweltschutz und die wirtschaftliche Wiederbelebung des Dorfes unter einen Hut bringt. 

Dabei wird durch staatliche Fördermittel für den Aufbau neuer sozialistischer Dörfer in einem ersten Schritt zunächst die öffentliche Dorfumgebung aufgewertet. Es wurden Blumenbeete angelegt und Wege gepflastert, Bambusbrücken über den Bach im Ortskern gebaut, ein Parkplatz und eine moderne öffentliche Toilettenanlage angelegt, ein Schatten spendender Pavillon mit überwuchertem Wandelgang und Blick auf das pittoreske Flusstal lädt Besucher schon heute zum Verweilen ein. Am Berghang entsteht zudem gerade eine kleine Dorfherberge. 

Das Geld ist gut investiert, denn durch die Renovierungsarbeiten wird nicht nur das Lebensumfeld der verbliebenen Einheimischen komfortabler, sondern auch der touristische Wert des Ortes herausgeschält. 

Bei der Restaurierung der Privathäuser soll ein privater Anbieter die Finanzierungslücke schließen. Ein Tourismusunternehmen aus der Kreisstadt bietet den Einheimischen Unterstützung bei Renovierung und Restaurierung der traditionellen Holzhäuser an. 

„Wer zum Beispiel in der Stadt lebt, kann die Restaurierung und Renovierung seines Hauses sowie die spätere Vermietung bzw. touristische Bewirtschaftung für einen festgelegten Zeitraum an diese Firma übertragen und erhält dann eine Beteiligung an allen Einnahmen“, erklärt Zhu. 

Noch sind die Arbeiten in vollem Gange und die touristische Erschließung steht erst noch bevor, doch die Verantwortlichen zeigen sich zuversichtlich, bildet der kleine Ort doch eine grüne Perle direkt vor den Toren der Kreisstadt und auch in Reichweite Chongqings, die stressgeplagten Großstädtern Erholung in der Abgeschiedenheit des Flusstales verspricht. 

Ein Teil des städtischen Geldes, dessen Erwirtschaftung die rasante Entwicklung der Städte ermöglicht hat, dürfte hier damit schon bald in den ländlichen Raum fließen und die dortige Entwicklung ankurbeln - sei es in Form der genannten Unternehmensinvestitionen oder durch die Ausgaben der künftigen Besucher. Zimmervermietung, Spezialitätenrestaurants und der Verkauf lokaler Produkte und Handwerksgüter versprechen den Landwirten neue lukrative Einnahmequellen direkt vor der eigenen Haustür. 

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