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Symphonie der Entwicklungsstrategien

Von Zhang Shasha  ·   2019-12-05  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Jangtse
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Die Städte im Jangtse-Delta koordinieren ihre Wachstumsstrategien, um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erlangen. Die Region will sich insgesamt zu einem der führenden Städtecluster weltweit entwickeln. 

Tagesanbruch im Finanzdistrikt Lujiazui, Shanghai. (Foto: Xinhua) 

Nur wenige Menschen wissen besser als Cao Yi, wie man auf der Überholspur lebt und buchstäblich das Beste aus sich herausholt. Die Mittdreißigerin arbeitet in Shanghai, hat sich aber für Suzhou entschieden, das fast 110 Kilometer entfernt liegt – weil dort die Lebenshaltungskosten viel günstiger sind. Das tägliche Pendeln zwischen den zwei Städten ist dank des Hochgeschwindigkeitszuges möglich geworden, Chinas neuem Shuttle-Bus für Pendler, die jeden Tag in einer anderen Stadt zur Arbeit eilen. 

Die frühen Züge Chinas fuhren mit etwa 60 Kilometern pro Stunde, bevor die Hochgeschwindigkeitszüge die Geschwindigkeit auf rund 350 km/h erhöhten. Sie verbanden die Städte miteinander und schufen eine solide Grundlage für die Entstehung von „Clustern“ – Städten mit unterschiedlichem Entwicklungsstand, die sich durch den Austausch von Ressourcen und Erfahrungen inzwischen auf ein ausgewogenes Wachstum zubewegen. 

Aufstieg einer Megalopolis 

Das Konzept, die integrierte Entwicklung im Jangtse-Flussdelta (YRD) voranzutreiben und der Wirtschaft so mehr Kraft zu verleihen, entstand in den 90er Jahren. 

Der Jangtse ist der längste Fluss Chinas und fließt vom Qinghai-Tibet-Plateau im Westen bis zum Ostchinesischen Meer. Der YRD-Cluster, dessen Entwicklungsplan erstmals 2016 vorgestellt wurde, bestand zunächst aus Shanghai, dem chinesischen Finanzzentrum, sowie Städten in den Provinzen Jiangsu, Zhejiang und Anhui, die über eine starke Produktionsgrundlage verfügen. 

Die Integrationsoffensive erhielt einen zusätzlichen Schub, als Staatspräsident Xi Jinping 2018 auf der ersten China International Import Expo in Shanghai ankündigte, dass die Integration der YRD-Region zu einer neuen nationalen Strategie werden würde und dass sich das Delta parallel zu Schlüsselprojekten wie der Seidenstraßen-Initiative entwickeln soll. 

In diesem Jahr wurden dem Cluster sieben neue Städte in Anhui hinzugefügt, wodurch sich seine „Mitgliederzahl“ auf insgesamt 41 Städte erhöhte. 

„Wenn wir von einem Stadtcluster sprechen, sprechen wir nicht von seiner Größe oder Bevölkerung, sondern von der großen wirtschaftlichen Einheit dahinter. Der YRD-Stadtcluster ist die leistungsfähigste Stadtclusterökonomie Chinas“, sagte Zhang Jie, Forscher an der Nationalen Akademie für Entwicklungsstrategie der Renmin-Universität China, gegenüber der Beijing Rundschau. 

Die wirtschaftlichen Vorteile des Blocks ergeben sich auch aus seiner Verbindung zur Seidenstraßen-Initiative und zum Wirtschaftsgürtel entlang des Jangtse – einer Wirtschaftszone, zu der neun Provinzen und zwei Großstädte gehören, mit großen Industriegebieten, Häfen, Flughäfen und Autobahnen. 

Die wirtschaftliche Stärke des Städteclusters zeigte sich in den ersten drei Quartalen 2019, als sein BIP 21,1 Billionen Yuan (etwa 2,7 Billionen Euro) erreichte, fast ein Viertel des nationalen BIPs – und das, obwohl der gesamte Cluster nur etwa vier Prozent der Fläche Chinas ausmacht. 

Im Vergleich dazu erreichte das BIP des Stadtclusters Beijing-Tianjin-Hebei, das sich aus zwei Großstädten und der Provinz Hebei in Nordchina zusammensetzt, und der Metropolregion Guangdong-Hongkong-Macao („Greater Bay Area“), die zwei Sonderverwaltungszonen und neun Städte umfasst, nur etwa 8,5 bzw. 10,9 Billionen Yuan (1,1 bzw. 1,4 Bio. Euro). 

Studenten besuchen ein großes Rechenzentrum in Huainan, ostchinesische Provinz Anhui. (Foto: Xinhua) 

Es geht um Innovationen 

Historisch gesehen war Jiangnan, was wörtlich übersetzt „südlich des Jangtse“ bedeutet, ein Gebiet in Südchina, das für seine fortschrittliche Wirtschaft, Bildung und Kultur bekannt war. Es wurde von den Dichtern für seine natürliche Schönheit und reiche Kultur gepriesen und profitierte von einem florierenden Handel mit Seide und Tee über den Jangtse. 

Mit dem Ausbau der Region zu einer Demonstrationszone für umweltfreundliche Entwicklung wird die Kultur der alten Region wiederbelebt. Ein Plan für das 2.300 Quadratkilometer große Gebiet, das durch Shanghai, Jiangsu und Zhejiang verläuft, wurde im November vom Staatsrat, dem chinesischen Kabinett, genehmigt. 

Ma Chunlei, Leiterin der „Städtischen Kommission für Entwicklung und Reform Shanghai“ sowie des „Regionalen Kooperationsbüros Jangtse-Flussdelta“, erläuterte die beiden Missionen der Demonstrationszone. 

In dieser Region gibt es viele unterschiedliche Interessengruppen, Behörden und Verwaltungsabteilungen. Die Demonstrationszone soll ein Modell für die behördenübergreifende Zusammenarbeit bieten und zeigen, wie verschiedene Abteilungen kooperieren können, um administrative Barrieren oder Unterschiede zu überwinden und so den ökologischen Fortschritt sowie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu fördern. Die Zone sollte auch Erfahrungen mit institutionellen Innovationen und Projektkoordination sammeln, die in anderen Bereichen und an anderen Orten in China nachvollzogen und angewendet werden können. 

„Es ist ein bahnbrechender Schritt“, sagte Zhou Feixiang, stellvertretender Direktor des „Ecological Environment Institute der China Academy of Urban Planning and Design (CAUPD)“, der Beijing Rundschau. „Es beginnt klein (mit 660 Quadratkilometern), wird dann die innovativen Leistungen auf ein größeres Gebiet übertragen und schließlich zu einer flächendeckenden Umsetzung führen, die ein neues Modell für eine umweltfreundliche, qualitativ hochwertige Entwicklung schafft.“ 

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