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Das Yiwu-Modell: „China-Chance“ statt „China-Schock“

Von Wang Wen und Liu Ying*  ·   2026-07-07  ·  Quelle:cdd-online.com.cn
Stichwörter: Yiwu;Entwicklung
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Für Europa auf der anderen Seite ist Yiwu ein Fenster zur wirtschaftlichen Resilienz. Trotz zunehmender Rufe nach „De-Risking“ und „Entkopplung“ bleibt der Handel mit Yiwu robust. Der Grund: Yiwu bedient weltweit die wahrsten, grundlegendsten und umfassendsten Bedürfnisse der Menschen. Es repräsentiert eine „menschenzentrierte Globalisierung“, die sich an einfache Familien, kleine Händler und Gründer richtet. Ganz gleich, wie sich die internationale Lage auch verändern mag – diese im Alltag von Milliarden Menschen verwurzelte globalisierte Verbundenheit besitzt größte Lebenskraft. 

 

Länderübergreifende Geschäfte: Dieser ausländische Geschäftsmann checkt mit einer chinesischen Händlerin im Yiwu International Trade Market noch einmal alle Produktdaten seiner Ballbestellliste gegen. 

Chinesische Expertise für globale Lösungen 

Die Globalisierung ist längst nicht zu Ende, sie wird vielmehr neugestaltet. Yiwu hat sich in den letzten Jahren zunehmend vom traditionellen Warenhandel hin zu digitalem Handel, grenzüberschreitendem E-Commerce und Auslandslagern orientiert. Das Motto „global kaufen und verkaufen“ ist dem Slogan „global vernetzen, verbinden und Nutzen bringen“ gewichen. Das Yiwu-Modell entwickelt sich also ständig weiter, erfindet sich neu, und verleiht der Globalisierung ausgerechnet so neue Stabilität. 

Noch wichtiger: Yiwu ist offen und inklusiv. Heute haben sich über 15.000 ausländische Händler hier niedergelassen. Menschen aus mehr als 100 Ländern und Regionen leben hier friedlich Seite an Seite, verfolgen ihre unternehmerischen Projekte. Yiwu ist nicht nur ein Handelsknotenpunkt, sondern auch ein kulturelles Zentrum – ein Mikrokosmos der Globalisierung, der von Vielfalt und einem symbiotischen Miteinander geprägt ist. In einer Zeit wachsenden Protektionismus ist Yiwus Botschaft von Offenheit, Zusammenarbeit und gegenseitigem Vorteil ein wichtiges Signal an die Welt. 

 

Am 20. Mai 2026 fiel der Startschuss für den 7. „International Maker“-Wettbewerb für Unternehmertum und Innovation der Provinz Zhejiang sowie für das 10. Internationale Kulturfest des Yiwu Industrial & Commercial College. Im Danxi-Kultursaal der Berufsfachschule feierten die anwesenden Gäste die Einweihung einer neuen Basis der Allianz für Innovation und Unternehmertum ausländischer Studierender an Zhejianger Hochschulen. 

Als bedeutender Knotenpunkt der Süd-Süd-Zusammenarbeit bietet Yiwu den Entwicklungsländern nicht nur hochwertige und erschwingliche Waren, sondern dient ihnen auch als ein wichtiges Fenster, um Chinas Erfahrungen mit Marktwirtschaft und Industrialisierung kennenzulernen. Vom „Hühnerfedern-Handel“ über den Eintritt auf den Weltmarkt bis hin zum globalen Knotenpunkt – Yiwus Entwicklung belegt eindrucksvoll, dass es längst nicht nur ein einziges Modell für die Modernisierung gibt. Jedes Land kann – ausgehend von seinen eigenen Gegebenheiten – einen eigenen Entwicklungsweg beschreiten und durch Offenheit und Kooperation Wohlstand erlangen. 

Chinas Ministerpräsident Li Qiang erklärte beim Sommer-Davos 2026, dass sich das Weltbild vom „China-Schock“ zur „China-Chance“ wandele. Yiwus 20-jährige Praxis liefert genau die mikroskopische Untermauerung für diese These: Wenn Yiwus Händler mit KI-gestütztem mehrsprachigem Kundenservice globale Käufer bedienen, wenn junge Afrikaner nach ihrem Studium in Yiwu zur Unternehmensgründung in ihre Heimat zurückkehren, und wenn die Güterzüge auf der Strecke Yiwu-Xinjiang-Europa zu einer stabilen Verbindung in der asiatisch-europäischen Lieferkette werden – dann wird Yiwu zum Sinnbild von „China als Chance“, nicht als Symbol eines vermeintlichen „China-Schocks“. Das ist letztlich die zentrale Botschaft, die die Yiwu-Erfahrung der Welt mit auf den Weg gibt. Yiwu zeigt, welch große Möglichkeiten Chinas Modernisierung für die globale Entwicklung bereithält. 

*Wang Wen ist Dekan des Chongyang Institute for Financial Studies der Renmin University of China sowie Dekan der School of Global Leadership. Liu Ying arbeitet als Forscherin am selben Institut. 

Die Meinung des Autors spiegelt nicht unbedingt die Position unserer Website wider.

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