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„Niemand will den großen chinesischen Markt aufgeben“

  ·   2019-07-12  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Investitionen;KMU;Taicang
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„Rückzug aus dem chinesischen Markt? Und wo sollen wir dann hingehen?“ – diese Gegenfrage stellte Zhang Zhenwei, Geschäftsführer des deutschen Unternehmens KERN-LIEBERS (Taicang) einem Reporter, der ihn zuvor gefragt hatte, ob sein Unternehmen plane, sich aus China zurückzuziehen.  

Die Stadt Taicang liegt nur 50 Kilometer von Shanghai entfernt. 1993 wurde der Autoteilehersteller KERN-LIEBERS das erste deutsche Unternehmen, das sich in Taicang ansiedelte. Mehr als 25 Jahre sind seither vergangen, und in dieser Zeit haben sich viele deutsche Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) hier niedergelassen. Heute sind in dieser kleinen ostchinesischen Stadt bereits 318 deutsche Unternehmen ansässig, und die Zahl wächst weiter – mit einer Geschwindigkeit von circa 30 pro Jahr. 

Zhang Zhenwei, der bereits 1995 bei KERN-LIEBERS anheuerte, wurde Zeuge der Entwicklung des Unternehmens in Taicang: von damals gerade einmal neun auf heute über 1.000 Mitarbeiter. Dank der rasanten Entwicklung der chinesischen Autoindustrie wurden nach und nach mehr als 90 Prozent der Produkte des Unternehmens nach China verkauft, während vor etwa zehn Jahren der Export noch die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachte. 

Der chinesische Markt ist riesig und die Kaufkraft der Chinesen nimmt stetig zu. Obwohl der Pkw-Markt in den letzten Jahren unter Druck geraten ist, ist Zhang nach wie vor sehr zuversichtlich, was die Aussichten des chinesischen Automarktes anbelangt. 

„Die Nachfrage der Chinesen nach qualitativ hochwertigen Produkten wächst ständig, die Restrukturierung der Wirtschaft sowie die Anhebung des Industrieniveaus tragen langsam Früchte. Dies steht im Einklang mit dem Konzept der deutschen Fertigungsindustrie und stellt eine gute Gelegenheit für deutsche Unternehmen dar, weshalb wir auch nie daran gedacht haben, uns vom chinesischen Markt zurückzuziehen“, erklärte Zhang.  

In jüngster Zeit haben viele weitere multinationale Unternehmen ähnliche Ansichten geäußert. Viele von ihnen bauen ihre Präsenz in China sogar noch aus und bringen damit nicht zuletzt auch ihr Vertrauen in den chinesischen Markt zum Ausdruck. 

Im Mai dieses Jahres unterzeichnete Schaeffler AG, das größte deutsche Unternehmen in Taicang, mit der lokalen Regierung einen Vertrag über Projekte für elektrische Antriebs- und Luftfahrtkomponenten mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 300 Millionen US-Dollar. 

Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Anstiegs des Handelsprotektionismus liefert die Vorgehensweise dieser Unternehmen eine überzeugende Antwort auf die Behauptung, dass „sich ausländisch investierte Unternehmen massiv aus China zurückgezogen“ hätten. 

Nach Angaben des Handelsministeriums wurden von Januar bis Mai dieses Jahres 16.460 ausländisch investierte Unternehmen in China neu gegründet, das tatsächlich realisierte Investitionsvolumen lag bei 369 Milliarden Yuan (47,6 Mrd. Euro), ein Anstieg von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Der in London ansässige, multinationale Pharmakonzern AstraZeneca trat 1993 in den chinesischen Markt ein und erzielte 2018 in China mit rund 13.000 Mitarbeitern einen Umsatz von fast 3,8 Milliarden US-Dollar. AstraZeneca geht davon aus, dass es im Zuge der weiteren Expansion des Geschäfts bis zum Jahresende rund 3.000 neue Arbeitsplätze schaffen wird. 

„Chinas Markt für medizinische Behandlung hat immer noch enormes Wachstumspotential und niemand will diesen großen Markt aufgeben“, sagte Wang Lei, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von AstraZeneca. „Unser Ziel ist es, China zu einem der weltweit wichtigsten Produktionsstandorte von AstraZeneca zu machen.“ 

Der 47-jährige Wang Lei hatte als Kind Asthma. Im Jahr 2013, als er bei AstraZeneca zu arbeiten anfing, fielen ihm die vielen Asthmapatienten auf, die von anderen Orten nach Shanghai kamen, weil es in ihrer Heimat keine medizinischen Einrichtungen für Verneblungstherapie gab. Aus diesem Grund schuf Wang Lei mit internationalen Partnern einen intelligenten Raum für Verneblungstherapie, um vor allem außerhalb der Großstädte und Metropolen die medizinische Grundversorgung zu verbessern. Bis heute hat AstraZeneca in China bereits über 17.000 solcher Räume für Verneblungstherapie aufgebaut. 

Dieses Projekt ist Teil der Bemühungen des Unternehmens, aktiv an der Entwicklung Chinas mitzuwirken. Wie viele andere multinationale Pharmaunternehmen auch will AstraZeneca nicht nur Arzneimittel herstellen und verkaufen, sondern die Vorteile des chinesischen Marktes nutzen, um umfassende medizinische Behandlungslösungen zu schaffen, die auf modernsten Technologien wie Big Data, Internet der Dinge und künstlicher Intelligenz basieren. 

„Als Markt hat China in Bezug auf die technologische Entwicklung herausragende Vorteile und bietet weltweit eines der besten Unternehmensumfelder, wenn es um Innovationen geht. Dies ist eine gute Gelegenheit für ausländisch investierte Unternehmen, sich in China zu entwickeln“, sagte Wang Lei. 

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