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Die treibende rote Kraft

Von Lv Ling  ·   2018-07-19  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Reform und Öffnung;Parteiorganisation;Jin Jiang
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Huang Zhiquan, Sekretär des Parteikomitees der Südasiengruppe in Nanan, Provinz Fujian, spricht am 15. Juni mit Reportern (Foto: Lv Ling) 

In der stereotypen Ideologie der westlichen Gesellschaft kann eine kommunistische Partei nur innerhalb eines Systems des öffentlichen Eigentums arbeiten. Daher ist es für sie schwer vorstellbar, wie die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) in einer Stadt operiert, in der 95 Prozent des Wirtschaftsvolumens von privaten Unternehmen produziert wird. Jinjiang, eine Stadt in der ostchinesischen Provinz Fujian, liefert Antworten auf diese Frage. 

Seit der Verabschiedung der Reform- und Öffnungspolitik vor 40 Jahren hat China beachtliche Erfolge erzielt. Aber da der Privatsektor zu einer der treibenden Kräfte hinter dem wirtschaftlichen Fortschritt des Landes geworden ist, gibt es einige Zweifel am Begriff Sozialismus chinesischer Prägung, und viele fragen sich, ob sich die KPCh aufgrund dieser Entwicklung von ihrem Fundament der Regierungsführung entfernt hat. 

Wenn diese Theorie richtig wäre, dann wäre es für die Partei ein Kopfzerbrechen, ihre Arbeit in einer Stadt wie Jinjiang durchzuführen, in der mehr als 50.000 private Unternehmen angesiedelt sind. Der Schein trügt jedoch, denn das Gegenteil ist der Fall. 

  

Zhou Li, Sekretär des Parteikomitees der Seven Brand Group Co. Ltd. in Jinjiang, Provinz Fujian, arbeitet in seinem Büro (Foto: Zhang Jiuqiang) 

Auf dem Vormarsch 

Zhou Li ist Sekretär des KPCh-Komitees der in Jinjiang ansässigen Fujian Seven Brand Group Co. Ltd., eine große Herrenbekleidungsmarke und ein privates Unternehmen. Zhou arbeitet auch als Leiter der Einkaufsabteilung im Unternehmen, das der offizielle Bekleidungslieferant der APEC China 2014 war. 

Zhou lässt keine Zweifel darüber aufkommen, dass der Eigentümer des Unternehmens primär darauf abzielt, Geld zu verdienen. Zhou ist aber auch der Meinung, dass die Einbindung der Partei für die Produktion entscheidend sei und den Kern der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ausmache. Diese Ansicht ist praktisch zum Konsens unter den privaten Unternehmern in der Stadt geworden. 

1986 wurde Jinjiangs erste KPCh-Organisation im Privatsektor bei der Heng'an International Group, einem führenden Hersteller von Damenbinden und Windeln in China, gegründet. Heute, nach mehr als 30 Jahren Entwicklung, gibt es mehr als 1.200 Parteiorganisationen und mehr als 6.000 KPCh-Mitglieder in privaten Unternehmen in Jinjiang. Viele dieser Parteiorganisationen zählen zu den herausragendsten auf nationaler und provinzieller Ebene. 

Jinjiang hat die Einbindung der Partei in private Unternehmen und soziale Organisationen als Teil des gesamten Parteibausystems aufgenommen. Die Stadt hat dabei einen effizienten Betriebsmechanismus zur Optimierung der Parteiressourcen in privaten Unternehmen etabliert. 

Jeder Führer, der ein Parteimitglied innerhalb der lokalen Jinjiang-Regierung ist, wird beauftragt, sich mit Parteiorganisationen in einem oder zwei privaten Unternehmen zu verbinden. Sie besuchen die Unternehmen von Zeit zu Zeit, hören sich Anregungen an, sprechen mit Menschen und helfen bei der Lösung spezifischer Probleme. In der Folge hat dies die Kommunikation zwischen den Unternehmern und der Regierung verbessert. 

Tatsächlich haben die Parteiorganisationen einiger ausländisch finanzierter Unternehmen in Jinjiang in der Anfangsphase der Reform und Öffnung die Führung bei der Einrichtung von Fabrikkomitees übernommen, um Konflikte zwischen Fabrikleitern und ausländischen Managern zu lösen und die Produktionsverfahren zu verbessern. 

Parteiorganisationen spielen in diesen Unternehmen eine wichtige Rolle. Zum Beispiel gibt es zwei Türschilder in Zhous Büro: eines ist das Parteisekretariat und das andere das Amt für Verbrechensverhütung. 

Mit voller Unterstützung der Parteikomitees der Privatwirtschaft hat jedes Unternehmen eine Disziplinarkontrollkommission gegründet und den Mechanismus zur Verbrechensverhütung verbessert. Dies hat dazu beigetragen, unzulässige Handlungen zu verhindern und zu korrigieren, die sich negativ auf das Image des Unternehmens auswirken, was zu Unterstützung und Lob von Unternehmern und Arbeitnehmern geführt hat. Viele Unternehmer ergreifen die Initiative, um Parteikomitees bei der Durchführung solcher Aktivitäten zu unterstützen. 

Ein unverzichtbarer Bestandteil 

Darüber hinaus arbeiten die Parteiorganisationen an der Steigerung der Produktivität und der Managementkompetenzen der Unternehmen. 

Ren Hongjian, Leiter der Abteilung Anzugproduktion bei der Seven Brand Group Co. Ltd. gehört zu den ersten Mitgliedern seit der Gründung einer Parteiorganisation im Unternehmen. Er führte sein Team, mit Parteimitgliedern als Rückgrat, zu einer Reihe von Durchbrüchen bei der Verbesserung der Produktionsprozesse. Die Produktionseffizienz wurde um 8 Prozent gesteigert. Auch die Kosten für jedes Paar Anzughosen wurden gesenkt. Das Team entwickelte sogar eine automatische Produktionslinie, die die Arbeitskosten und die Fehlerwahrscheinlichkeit senkte. 

Parteigeführte Teams zum Rückgrat der Innovation bei der Verbesserung der Produktionseffizienz und der Kostensenkung zu machen, ist eines der wichtigsten Projekte von Parteiorganisationen in privaten Unternehmen. 

Die Südasiengruppe mit Sitz in Jinjiangs Nachbarstadt Nan'an gehört zu den ersten privaten Unternehmen in China, die Parteiorganisationen gegründet haben. Bei diesem von Hongkong finanzierten Unternehmen sind 30 Prozent der Führungskräfte Parteimitglieder und 61 Prozent der Parteimitglieder in Führungspositionen. 

Im März 2017 initiierte Wu Zhixiong, Vorstandsvorsitzender und Präsident der Linewell Software Group mit Sitz in der Stadt Quanzhou, Provinz Fujian, eine Abstimmung auf Vorstandssitzungen und Aktionärsversammlungen, bei der vereinbart wurde, dass die Einbindung der Partei in die Unternehmenscharta aufgenommen wird. Es war das erste börsennotierte Unternehmen in China, das dies tat. Die Aufnahme ist Wu zu verdanken,  der die ganze Arbeit des Parteikomitees, von sieben Parteizweigen und allen Parteimitgliedern im Unternehmen hautnah miterlebt hat. 

Wus Handeln und Erfolg wird als Bestätigung und Anerkennung der langjährigen Erkundung durch die KPCh über die Durchführung von Parteitätigkeiten in privaten Unternehmen angesehen. 

Parteiorganisationen in privaten Unternehmen haben grundsätzlich zwei Funktionen. Als primäre Organisationen der KPCh kommen sie bei der Umsetzung der Maßnahmen und Richtlinien der KPCh politischen Funktionen nach und in der zweiten Funktion übernehmen sie als Teil des Unternehmens auch Führungsaufgaben. 

Parteiorganisationen unterscheiden sich natürlich von Abteilungen, die mit betriebswirtschaftlichen und technischen Aufgaben betraut sind. Aber sie sind aktiv in Produktion und Betrieb eingebunden und geben dem Privatsektor Impulse, indem sie ihre Vorteile nutzen. 

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