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Verloren im Sumpf des Protektionismus |
| Von Mei Xinyu · 2018-04-17 · Quelle:Beijing Rundschau |
| Stichwörter: Protektionismus;USA |
Negative Auswirkungen
Seit der Subprime-Krise (Sommer 2007) und der von ihr ausgelösten Finanzkrise im Jahr 2008 hält die wirtschaftliche Erholung in den USA nun schon seit fast acht Jahren an. Bis zum Ende des ersten Quartals des laufenden Jahres erlebte das Land seine zweitlängste Phase kontinuierlichen Wirtschaftswachstums in der Neuzeit. Noch dazu beschleunigt sich das Wirtschaftswachstum. Im gesamten Jahr 2017 wuchs die US-Wirtschaft um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im vierten Quartal um 2,5 Prozent. Doch im Glück lauert eben oft auch schon das Unglück.
Der Konjunkturzyklus lässt sich nicht vermeiden, und die nächste Rezession wird definitiv kommen. Vor allem an der US-Börse, die während dieser Erholungsphase zinsbullisch geblieben ist, gab es unzählige Blasen. Wann werden diese Blasen platzen? Wie werden sich diese Probleme auf Trumps Regierungsfähigkeit, seine Aussichten auf Wiederwahl und neue Maßnahmen zur Bewältigung von Handelskriegen auswirken?
Der US-Aktienmarkt scheint besonders anfällig gegenüber den Auswirkungen eines Handelskrieges zwischen China und den Vereinigten Staaten zu sein. Am 2. und 4. April brachen die US-Börsen, die globalen Aktienmärkte und sogar die Rohstoffmärkte ein, insbesondere nachdem der US-Handelsbeauftragte am 4. April seine vorgeschlagene Tarifliste für chinesische Produkte veröffentlicht hatte. Falls Trump die Liste wirklich in Kraft setzen und Strafzölle erheben sollte, wird dies zwangsläufig den Inflationsdruck auf die Vereinigten Staaten verstärken und die US-Notenbank zwingen, ihre Leitzinsen anzuheben, was wiederum zu einer Bruchlandung des US-Aktienmarktes führen wird.
Einer der wesentlichen Gründe, warum Trump einen Handelskrieg gegen China beginnen will, ist wegen der stärkeren Unterstützung, die er sich dadurch von seinen Stammwählern bei den im November stattfindenden Zwischenwahlen erhofft. Doch wegen seiner unbegründeten Motive und vieler Schwächen der Vereinigten Staaten in einem möglichen Handelskrieg gegen China wird Trump nicht von seinen Taten profitieren können. Tatsächlich könnten Chinas Vergeltungsmaßnahmen Trumps wichtigste Wähler vergrätzen. Die meisten der Autos und landwirtschaftlichen Produkte auf Chinas Liste der 25-prozentigen Vergeltungszölle werden just in den Staaten produziert, die Trump bei den Parlamentswahlen 2016 stark unterstützt haben.
Unbestritten ist, dass China als größter Warenexporteur der Welt sofort vom Antiglobalisierungstrend und einem Handelskrieg betroffen sein wird. In einem größeren Zusammenhang wird China als aufstrebende Großmacht jedoch langfristig am meisten von einem gesunden Wettbewerb mit den Vereinigten Staaten – einer etablierten Groß- oder Supermacht – profitieren, da ein moderater externer Wettbewerbsdruck die Selbstvervollkommnung und Selbsterneuerung des Landes fördern wird.
(Der Autor ist Kolumnist der Beijing Rundschau und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Chinesischen Akademie für Internationale Handels- und Wirtschaftskooperation.)
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