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Deutscher Vlogger: Coronavirus ein globales Problem – kein chinesisches

Von Wei Hongchen  ·   2020-02-12  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Coronavirus;Epidemie
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„In diesem Moment, in dieser Krise sind wir alle gleich, sind wir alle China! #Iam China!“  So lautet die Botschaft des deutschen Ingenieurs und Vloggers Tobias „Tobi“ Dominiczak aus Stuttgart.  

Am letzten Freitag hat Tobi sein Video auf verschiedenen Social Media-Plattformen gepostet, in dem er einerseits rassistische Bemerkungen über Chinesen und negative Äußerungen über China wegen des Coronavirus-Ausbruchs kritisiert und anderseits von den Anstrengungen der Auslandschinesen im Kampf gegen die Epidemie erzählt. Er fordert Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, angesichts des Coronavirus zusammenzustehen und die Epidemie ohne Diskriminierungen zu bewältigen. 

Nach der Veröffentlichung wurde das Video schnell zu einem Hit und rückte ins Zentrum einer Internetdiskussion. Viele Internetnutzer hinterließen Kommentare und Unterstützung für Tobi.  

Was war der Anlass für Tobis Video? Ihm sei nach dem Ausbruch der Epidemie eine große Ungerechtigkeit übel aufgestoßen. „Kein Chinese sollte sich dafür rechtfertigen müssen, dass er kein „Virus“ ist! Die Chinesen tun inzwischen alles nur Denkbare dafür, um einen globalen Ausbruch des Coronavirus zu verhindern – und als Dank werden sie ausgegrenzt und benachteiligt? Dabei konnte ich nicht länger zusehen. Das ist mein Beitrag, den ich leisten kann.“   

„China hat mein Leben grundlegend verändert“ 

Vor einem Jahr fing Tobi gemeinsam mit seiner Frau und einem Freund damit an, in der Freizeit Videos zu machen. Ihr Ziel: mit den unter dem Titel „Hey! Tobi“ veröffentlichten Videos wollen sie den Chinesen Deutschland vorstellen – und den Deutschen China.  

Doch dass es überhaupt dazu kam, ist auf Tobis Aufenthalt in China zurückzuführen. 

2010 hatte Dominiczak ein Forschungsprojekt an der Tsinghua-Universität in Beijing. Dort lernte er auch seine Frau kennen, welche aus Shanxi kommt. Die vielen schönen Momente und die freundlichen, hilfsbereiten Menschen, die er in den letzten zehn Jahren in China kennenlernen durfte, sind ihm tief ans Herz gewachsen.  

Nach allem, was er erlebt habe und wie er die Menschen in China erleben durfte, könne er sich inzwischen in die Menschen dort hineinversetzen, sagt Tobi. „Manchmal fühle ich mich selbst ein bisschen wie ein Chinese!“ 

Zurück in Deutschland merkte er jedoch bald, dass sich sein Bild von China von den Eindrücken anderer Menschen teilweise stark unterschied. Seitdem versucht er, den Abstand zwischen beiden Ländern in kleinen Schritten zu verringern und Verständnis aufzubauen.  

Aus Sicht von Tobi sind Menschen neugierig auf das Leben der Anderen. Aus diesem Grund entschied er sich, den Deutschen das chinesische und den Chinesen das deutsche Leben zu zeigen. Zum Beispiel hat er eine Folge darüber gemacht, wie Deutsche Sauerkraut machen. Dank des Videos merkt man, dass das in China sehr ähnlich gemacht wird. „Unser alltägliches Leben und unsere Probleme unterscheiden sich oft kaum. Wenn wir uns besser verstehen, sind unsere Herzen näher beieinander“, sagt Tobi.   

Derzeit gibt es jede Woche ein bis zwei Folgen, und über 50 Videos wurden schon hochgeladen, die sich um verschiedenste Themen wie Essen, Verkehr und Tourismus drehen.  

Mehr Empathie und Mitgefühl  

In seinem aktuellen Video weist Tobi darauf hin, dass die Menschen in China alles dafür tun, einen weltweiten Ausbruch zu verhindern. Massive Schutzmaßnahmen seien getroffen und Krankenhäuser in Rekordzeit hochgezogen worden, um die Betroffenen behandeln zu können. Der Verkehr und die Geschäfte seien stark eingeschränkt, die Menschen blieben Zuhause und schützten so sich und ihre Mitmenschen. Vor diesem Hintergrund sollten Rassismus und Ausgrenzung kein Thema werden, meinte er. „Lasst uns alle gemeinsam gegen das Virus kämpfen und nicht gegen die Menschen!“ 

Im Video sind neben Tobi noch zwölf weitere Deutsche zu sehen. Gemeinsam rufen sie den Zuschauern den Slogan „I am China“ zu. Laut Tobi haben sie alle persönlich auf irgendeine Art und Weise mit China zu tun, beruflich oder privat.  

Zuvor hatte Tobi noch zwei andere Videos bezüglich der Epidemie aufgenommen. In einem geht um die Arbeitsergebnisse deutscher Forscher, die das Coronavirus analysiert haben, in dem anderen um die deutschen Lagerbestände an Schutzmasken sowie um Spenden der in Deutschland lebenden Chinesen.  

Neben Tobi haben auch mehrere andere deutsche Blogger in China Videos zu ähnlichen Themen hochgeladen. Zum Beispiel hat Thomas Derksen, der als „Afu Thomas“ in den chinesischen sozialen Netzwerken Millionen von Followern hat, vor kurzem ein englischsprachiges Video mit dem Titel „Lasst uns gegen das Virus kämpfen, nicht gegen China“ veröffentlicht, damit ihn weltweit mehr Leute verstehen können. Darin appellierte „Afu“, dass wir als Global Citizens im Krisenfall als erstes an Mitgefühl und gegenseitige Hilfe denken sollten. „Wir brauchen mehr Mitgefühl.“  

Eine ähnliche Meinung vertritt auch Tobi. „Nur wenn wir mehr voneinander wissen und verstehen, entwickeln wir mehr Empathie und Mitgefühl füreinander. Und nur so kann es immer weniger Missverständnisse geben“, sagt er gegenüber der Beijing Rundschau. 

„Wir können den Kampf gegen das Virus nur gemeinsam gewinnen und gerade in diesen Tagen kann jeder etwas tun, um die Krise schnell zu lösen. Ich hoffe, dass die Menschen umdenken. Das Coronavirus ist ein globales Problem – kein chinesisches“, sagt Tobi. 

Tobi hofft, in Zukunft immer wieder interessante Themen finden und bearbeiten zu können. „Die Kommentare unserer Zuschauer motivieren uns und geben uns Anregungen.“  

LINKS:

Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24, 100037 Beijing, Volksrepublik China


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