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Kang Shichang: ein Gletscher-Forscher mit Liebe zur Partei

  ·   2017-10-19  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Partei;Forscher;China
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„Jedes Jahr, in dem ich keine Gletscher erkunden und dort forschen kann, ist für mich ein unvollständiges Jahr. Gletscher zu erforschen, macht mir viel Spaß.” Mit diesen einfachen Worten brachte Kang Shichang, Direktor des Staatlichen Labors für Kryosphärenforschung, seinen Enthusiasmus für die wissenschaftliche Forschung am Gletscher zum Ausdruck.   

Die großen Gletscher mit ihren einzigartig schönen Landschaften erscheinen uns oft fern und geheimnisvoll, zugleich aber sind diese Gebiete auch unfruchtbar, eiskalt und unberechenbar. In dieser extrem rauen Umgebung arbeiten Kang Shichang und sein Team Jahr für Jahr, um Themengebiete der kryosphärischen Wissenschaften zu erforschen. Um Beiträge zum Wissenschafts- und Forschungsstand des Landes beizusteuern, leben sie für den „Gletscher-Traum“ und setzen dabei tagtäglich Ihr Leben aufs Spiel.  

 

Wissenschaftler und herausragendes Parteimitglied zugleich 

Kang Shichang kann zahlreiche glanzvolle Titel vorweisen, darunter Direktor eines staatlichen Schlüssellabors, Professor und Dozent für Doktoranden und Mitglied des „Hundert-Talente-Programms“ (Ein Talent-Anwerbungs- und -Trainingsprogramm, welches von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften intensiv unterstützt wird). Außerdem hat Kang noch eine andere Identität, die es besonders hervorzuheben gilt: seine Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). Dort wurden ihm Ehrentitel wie „Hervorragendes KP-Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften“ und „Hervorragendes KP-Mitglied der staatlichen Organe der zentralen Ebene“ verliehen. Kang betont trotz allem immer wieder die Wichtigkeit, sich als verantwortungsbewusstes Parteimitglied zu verhalten und betrachtet diese Haltung als eine grundlegende Forderung an sich selbst. „Als ein pflichtbewusstes Parteimitglied sollte man vor allem seine eigene Arbeit gut verrichten.“ 

Seiner Ansicht nach beruhen die Fortschritte, die China in den vergangenen Jahren auf unterschiedlichen Gebieten erzielt hat, auf der Führung der KPCh. „Ich sage den von mir betreuten Studierenden oft, dass China nur unter der  Führung der KP Chinas eine solch rasante Entwicklung durchmachen und solch ausgezeichnete Leistungen erbringen konnte.“ 

Ein Mann, der mit reinem Herzen nach dem Eisbohrkern strebt 

1992 studierte Kang, der aus dem Landkreis Longxi in der westchinesischen Provinz Gansu stammt, als Master-Student am geographischen Institut der Lanzhou Universität. Auf Empfehlung seines Betreuers Li Jijun, seinerseits Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, und aufgrund seiner eigenen Affinität zum Hochland Tibets sowie seiner Liebe für Gletscher, spezialisierte sich Kang auf die Gletscherforschung. In den darauf folgenden 20 Jahren verbrachte Kang die meiste Zeit zwischen Mai und Oktober im Gletschergebiet, weil die Forschungsbedingungen zu dieser Jahreszeit besonders günstig sind. 

Die Gletscher bergen viele Geheimnisse unserer (Vor)-Zeit. Der Eisbohrkern stellt dabei den Schlüssel zu diesen Geheimnissen dar. Ein Eisbohrkern ist ein Bohrkern, der in der Regel durch eine Bohrung im Eisschild gewonnen wird. Durch die Analyse von Eisbohrkernen ist es möglich, Informationen über das Klima der Vergangenheit zu erhalten. Deshalb kommt Eisbohrkernen in der Forschung über den globalen Klimawandel eine besonders wichtige Rolle zu. „Jedes Mal, wenn ich einen neu gebohrten Eisbohrkern vor mir sehe, fühle ich mich wie ein Jäger, der nach seiner Beute Ausschau hält“, so Kang. Mit solchem Enthusiasmus begab sich Kang insgesamt neun Mal auf den Rongpu-Gletscher des Himalayas und förderte dabei einmal einen Eisbohrkern mit einer Länge von 142 Meter zutage. Bisher ist das der längste Eisbohrkern, der auf dem Himalaya zu Tage gefördert wurde. Als ein wertvoller Forschungsgegenstand wird dieser Eisbohrkern zurzeit im State Key Laboratory in Lanzhou aufbewahrt. 

Durch langjährige Bemühungen haben Kang und sein Team am Himalaya schon viel erreicht und wichtige Erkenntnisse zu Umwelt- bzw. Klimawandel gewonnen. „Der Himalaya ist der Gipfel der Welt und liegt relativ weit von der Zivilisation entfernt. Aber wir haben schon beobachtet, dass sich die globalen sowie regionalen menschlichen Aktivitäten auch auf dieses Gebiet auswirken. Unsere Arbeit ist bedeutend für die Forschung zum globalen Klimawandel und bietet eine Grundlage, um Treibhausgas- und Schadstoffemissionen besser kontrollieren zu können. Der Mensch treibt auf der ganzen Erde sein Unwesen. Die gesamte Menschheit muss nun Maßnahmen ergreifen, um den Planeten Erde zu schützen und ein nachhaltiges Zuhause für weitere Generationen zu schaffen“, so Kang. 

Die Gletscher scheinen mit dem Leben gewöhnlicher Leute wenig zu tun zu haben. Aber in Kangs Augen haben sie enge Beziehungen zum menschlichen Leben. Die ganze Gesellschaft sollte den Gletschern große Aufmerksamkeit schenken und sie schützen. „Der Rückzug der globalen Gletscher und Eisschilde wird zu einem Anstieg des Meeresspiegels führen, was sich in Zukunft sehr negativ auf das Eigentum und die Sicherheit der Küstenbevölkerung sowie die Entwicklung der Küstengebiete auswirken könnte. Die Eisstausee-Ausbrüche, die vom Rückzug von Gletschern verursacht werden, können auch zu Überschwemmungen führen und so wiederum die Existenz unzähliger Menschen gefährden. Zwar sind den Menschen die Gletscher relativ fremd, doch sind sie tatsächlich eng mit unserem alltäglichen Leben verbunden“, erklärte Kang. 

Wer Schwierigkeiten und Nöte überlebt, wird erfolgreich sein 

Bei den Gletscher-Reisen haben Kang und sein Team die einzigartige schöne Landschaft erlebt, das Interesse an der Forschung zelebriert und auch Ruhm geerntet. Aber sie sind auch vermehrt in Schwierigkeiten und Nöte geraten    darüber wissen allerdings nur wenige Leute Bescheid. Es heißt: Unter allen wissenschaftlichen Arbeiten sind die der Geologen am schwierigsten und unter allen geologischen Arbeiten sind die der Gletscherforscher am schwierigsten. Laut Kang sind die Schwierigkeiten, mit denen man in der Gletscherforschung konfrontiert wird, vielfältig: „In großen Höhen befindet sich jeder in einem Ausnahmezustand. Man leidet an Kopfschmerzen, Übelkeit, Atemnot und hat außerdem keinen Appetit und kann nicht einschlafen. In diesem Ausnahmezustand müssen wir Gletscherforscher allerdings noch intensive Arbeit verrichten, wie z. B. den Transport der Ausrüstung und Verpflegung sicherstellen, Zelte aufbauen und weitere körperliche Arbeiten verrichten.“ 

Doch die Forschung am Gletscher ist nicht nur eine Herausforderung für den menschlichen Körper und Geist, sondern immer auch eine Konfrontation mit dem Tod. Überall gibt es Gletscherspalten und die Umgebung verändert sich ständig. Jeder Riss und jeder Sturm kann einem am Gletscher das Leben kosten. Kang erinnert sich an die Gefahren: „Ich bin einmal in eine Gletscherspalte gefallen. Glücklicherweise war der Riss nicht sehr breit und ich bin nicht zu tief hineingeraten. Ich trat gegen die Eiswand und wurde dann von meinen Kollegen hochgezogen. Ein anderes Mal forschten wir am Nyainqêntanglha. In der Nacht schneite es stark und wir konnten unsere Zelte nicht finden. Die ganze Nacht standen wir zu viert im Schnee. Und als wir ein anderes Mal auf dem Weg zum Berg Geladandong waren, hatte ich in der Nähe des Qinghai-Sees einen Verkehrsunfall und brach mir insgesamt sechs Rippen.“  

Die Gletscherforschung in China reicht nicht allzu weit zurück. Trotzdem gilt Chinas Forschung am Gletscher nicht zuletzt wegen den Bemühungen und Beiträgen von Forschern wie Kang Shichang allmählich zu den bedeutendsten der Welt. In den letzten Jahren haben die chinesischen Forscher zum zweiten Mal die Gletscher registriert und damit den Gletscherwandel der letzten 50 Jahre dokumentiert, die zukünftigen Veränderungen der Gletscherwasserressourcen prognostiziert und die Risiken der Eisstausee-Katastrophen analysiert, was von nationaler und internationaler Bedeutung ist, denn diese Erkenntnisse können beispielsweise bei der Forschung über Wasserressourcen und Katastrophen in den Dürrezonen der Seidenstraßen-Initiative gewinnbringend eingesetzt werden.  

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