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Schuldirektorin widmet sich der Bildung benachteiligter Frauen

  ·   2020-07-09  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Bildung;Frauen;China
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Im Kreis Huaping in der Stadt Lijiang in der südwestchinesischen Provinz Yunnan liegt die Huaping-Mädchenoberschule, die erste kostenlose öffentliche Oberschule für Mädchen landesweit. Bekannt ist die Schule aber auch für ihren hohen Anteil an Absolventen, die sich an den Universitäten einschreiben – im vergangenen Jahr belegte die Schule bei der Zulassungsquote ihrer Schülerinnen für ein Studium Platz eins unter allen Gymnasien in Lijiang. 

 

Zhang Guimei spricht mit einer Schülerin der Huaping-Mädchenoberschule. [Foto: CCTV] 

Ohne Zhang Guimei wäre dies alles nie passiert. Die 63-Jährige kämpft seit langem gegen die Ungleichheit und Vorurteile, mit denen die Mädchen aus den armen Bergregionen konfrontiert sind. 

Im Jahr 2001 wurde Zhang, damals Lehrerin der örtlichen Mittelschule, zur ehrenamtlichen Leiterin eines Zentrums für obdachlose Kinder im Kreis Huaping ernannt. 

In ihrer neuen Rolle bemerkte Zhang bald, dass viele Mädchen in der Region, vor allem die aus armen Familien, kaum Chancen auf Bildung hatten. 

In einem Gespräch mit einer Mutter erfuhr Zhang, dass die Frau ihren Sohn, der damals in die Mittelschule ging, in eine gute außerschulische Ausbildungsstätte schickte – nicht aber ihre Tochter. Das Mädchen hätte zwar die Chance gehabt, bald an der Hochschulaufnahmeprüfung teilzunehmen, doch die Mutter hielt es für wichtiger, dass ihr Junge studiert. 

Derartige Erfahrungen veranlassten Zhang dazu, selbst eine Schule für Mädchen zu gründen, die in den Berggebieten leben – vor allem für diejenigen, die nach Abschluss der neunjährigen Schulpflicht nicht studieren dürfen. Sie war entschlossen, dafür zu sorgen, dass die Schule keine Studiengebühren erhebt. 

Um Geld für die Schule zu sammeln, verbrachte Zhang zwischen 2002 und 2007 jedes Jahr ihre Sommer- und Winterferien auf der Straße – wo sie Spenden für ihre Schule sammelte. Viele Menschen weigerten sich jedoch, etwas zu geben – und beschimpften Zhang noch dazu. Zhang schaffte es deswegen nur etwa 10.000 Yuan (1.257 Euro) zu sammeln, was bei weitem nicht genug war, um eine Schule zu gründen. 

Der Wendepunkt kam 2007. In diesem Jahr wurde Zhang als Delegierte des XVII. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas ausgewählt. Aus diesem Anlass gewährte die lokale Regierung ihr einen Sonderzuschuss, um neue Kleidung zu kaufen, bevor sie an dem Treffen in Beijing teilnahm. Stattdessen nutzte sie das Geld, um Computer für ihre Schülerinnen zu kaufen. 

 

Zhang Guimei führt während einer Prüfung an der Oberschule für Mädchen in Huaping Aufsicht. [Foto: CCTV] 

Bei dem Treffen bemerkte eine Reporterin, dass Zhang Jeans mit Löchern trug, deshalb berichtete sie über die Frau. Seitdem haben Zhang und ihr Traum, eine Mädchenschule zu gründen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen. 

Daraufhin stellten die Regierungen der Stadt Lijiang und des Kreises Huaping eine Million Yuan für den Bau der Schule zur Verfügung, und die Huaping-Mädchenoberschule wurde im September 2008 offiziell eröffnet. Die Mittel für den Schulbetrieb und die Gehälter des Lehrpersonals wurden ebenfalls von der lokalen Regierung übernommen. 

Von Anfang an setzte Zhang einen hohen akademischen Standard für die Schule. Sie bat die Lehrer, sich dafür einzusetzen, dass alle Absolventen unabhängig von ihren früheren akademischen Leistungen in die Hochschulen aufgenommen werden. 

Schwierigkeiten folgten bald. Viele Lehrer hielten Zhangs Ziel für unerreichbar. Die Schule legte zudem keine Mindestaufnahmepunktzahl fest, und als der erste Jahrgang von 100 Schülerinnen anfing, hatten viele der Mädchen zuvor nur schlechte akademische Leistungen erbracht. 

Zusammen mit den bescheidenen Bedingungen an der Schule warfen sechs Monate nach ihrer Eröffnung neun der insgesamt 17 Lehrer hin, was fast den gesamten Schulbetrieb lahmlegte. 

Von der Realität entmutigt, bereitete sich Zhang auch auf die Übergabe der Arbeit vor. Während sie die Dokumente in Ordnung brachte, bemerkte sie, dass sechs der acht verbliebenen Mitarbeiter der Schule Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas waren. Zhang sammelte sie und sie alle legten noch einmal den Eid vor einer Parteiflagge ab, um sich in der Entschlossenheit zu bestärken, den Schülerinnen mit ganzem Herzen zu dienen. Alle brachen in Tränen aus, bevor sie den Eid beenden konnten. 

Die Schule wurde nicht geschlossen. Zhang und ihre Kollegen scheuten keine Zeit und Mühen, den Unterricht an der Schule zu verbessern. 

„Ich hoffe, dass meine Schülerinnen von guten Universitäten aufgenommen werden. Ich hoffe, dass die Kinder aus den Bergregionen renommierte Universitäten wie die Tsinghua-Universität und die Peking-Universität besuchen können“, sagte Zhang. 

Innerhalb von den 12 Jahren seit der Gründung der Schule haben über 1.600 Schülerinnen hier ihren Abschluss gemacht und eine höhere Ausbildung an Universitäten wie der bekannten Wuhan-Universität und der Xiamen-Universität begonnen. 

Diese Errungenschaften gingen auf Kosten von Zhangs Gesundheit. 

„Meine Kollegen und ich haben fast unser ganzes Leben der Bildung widmet“, sagte sie. 

Frau Zhang kämpft inzwischen gegen mehr als zehn teils schwere Krankheiten, und vor sechs Jahren hat sie wegen ihres immer schlechter werdenden Gesundheitszustands aufgehört zu unterrichten. 

Auf die Frage, warum sie so viele Anstrengungen unternommen habe, um den Mädchen in den Bergen zu einer besseren Bildung zu verhelfen, sagte Zhang, sie halte es für wichtig, dass Mädchen eine Ausbildung erhalten, da sie so den Teufelskreis zwischen ungebildeten Müttern und ungebildeten Kindern durchbrechen könnten. 

„Eine gute Bildung für Frauen kann drei Generationen von Individuen positiv beeinflussen“, sagte sie. 

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