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Konfuzius für das 21. Jahrhundert

Von Mei Jia  ·   2019-07-11  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Konfuzius;China
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Der britische Übersetzer Paul White hofft, mit seiner neuen Übersetzung der „Analekten des Konfuzius“ eine für heutige Leser gut verständliche Version dieses chinesischen Klassikers anbieten zu können. [Foto: China Daily] 

Für White besteht die größte Herausforderung bei der Übersetzung darin, den Rhythmus des Originaltextes wiederzugeben. „Chinesische Schriftzeichen können übersichtlich und schön gleichmäßig angeordnet werden, wobei jedes einzelne Zeichen eine Idee ausdrücken kann und man jeweils ungefähr die gleiche Zeit benötigt, um es auszusprechen“, erklärt er. „Englische Wörter unterscheiden sich jedoch in ihrer Länge teils ganz massiv, und darüber hinaus werden manchmal mehrere englische Wörter benötigt, um ein einziges chinesisches Zeichen zu übersetzen.“ 

White versuchte, Lösungen zu finden, die sowohl sprachlich genau waren als auch eine gewisse Symmetrie und Schönheit zeigten, wie zum Beispiel:  

„Der Weise erfreut sich am Wasser, 

der Edle an den Bergen. 

Der Weise ist aktiv, 

der Edle liebt die Stille. 

Der Weise genießt das Leben, 

der Edle erreicht ein hohes Alter.“ 

Er glaubt, dass Konfuzius' Empfehlungen für persönliches Verhalten – wie zum Beispiel „Tue anderen nicht das an, was du nicht willst, dass sie dir antun“ – auch auf die Lösung heutiger Probleme anwendbar sei. 

Jedoch sieht White in Konfuzius' Betonung der Hierarchie etwas, dass mit der modernen Welt nicht in Einklang zu bringen ist. 

 

Schüler der „Beijing No 2 Experimental Primary School“ singen und rezitieren die klassischen Verse des Konfuzius, die schon vor mehr als 2.000 Jahren von den Schülern des Meisters rezitiert wurden. [Foto: China Daily] 

Der erfahrene chinesische Übersetzer Xu Yuanchong veröffentlichte 2011 seine eigene Interpretation der „Gespräche“ auf Englisch. Xus Version wurde von China Intercontinental Press unter dem Titel „Thus Spoke the Master“ (dt. „So sprach der Meister“) veröffentlicht. 

Im Vorwort des Buches erzählt Xu eine Anekdote über 75 Nobelpreisträger, die sich 1988 in Paris versammelten und die Erklärung abgaben, dass die Menschheit auf die Weisheit von Konfuzius zurückgreifen sollte, um im 21. Jahrhundert friedlich und glücklich zusammenleben zu können. 

„Wenn die ganze Welt gegen Gewalt und Unordnung predigte und praktizierte, dann könnten sogar die unversöhnlichsten Konfliktparteien der Welt ihren Streit beilegen. Das ist glaube ich der Grund, warum die Nobelpreisträger zu Konfuzius‘ Weisheit greifen würden, um die Welt in Ordnung zu bringen“, sagt Xu. 

Dies mag zum Teil erklären, warum Konfuzius weiterhin weltweit immer mehr Leser und Fans gewinnt. Der Herausgeber der Neuauflage sagte jedenfalls, dass seine Bücher auf der Book Expo America, die Ende Mai in den Vereinigten Staaten stattfand, viel Aufmerksamkeit erregt hätten. 

In China werden gehören diese chinesischen Klassiker an immer mehr Schulen zur Pflichtlektüre und werden in Form verschiedenster Aktivitäten im Rahmen ihrer Lehrpläne präsentiert. 

Es sei zu hoffen, dass diese neue, zweisprachige Audioversion den Schülern dabei helfen werde, die Wurzeln der chinesischen Kultur besser zu verstehen und es ihnen somit ermöglichen werde, international zu denken und zu kommunizieren, so Huang Lihua, Lehrer an der „Beijing No 2 Experimental Primary School“. 

Die Herausgeber des Buches fassen den Kern von Konfuzius' Denken als „Ren“ oder „Wohlwollen“ zusammen, das sie als eine der wichtigsten Quellen der traditionellen chinesischen Kultur beschreiben. 

Im 18. Jahrhundert erkannte dies auch der englische Dichter Alexander Pope und schrieb in seinem Gedicht The Temple of Fame (dt. „Der Tempel des Ruhms“):   

Überlegen und allein:  

so stand Konfuzius, 

der diese nützliche Wissenschaft lehrte –  

ein guter Mensch zu sein. 

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