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China feiert das Drachenbootfest

  ·   2019-06-07  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Drachenbootfest
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Das Drachenbootfest wird auch Duanwujie, Mai- oder Sommerfest genannt. Es ist eines der drei wichtigsten Feste der Chinesen, gleich nach dem Frühlings- und Mondfest. Es wird am 5. Tag des fünften Monats nach dem chinesischen Bauern- bzw. Mondkalender gefeiert und hat eine lange Geschichte. In diesem Jahr fällt das Drachenbootfest auf den 18. Juni. 

Laut dem bekannten Gelehrten Wen Yiduo (1899-1946) soll der Ursprung des Festes mehr als 2.500 Jahre zurückliegen. Viele Bräuche des Duanwu-Festes stehen mit dem Drachen in Verbindung. „Das Duanwu-Fest war ein Festtag, an dem im Altertum die Wu- und Yue-Völker, ein Sippenverband, dessen Totem der Drache war, selbigem opferten. Es war also ein Fest des Drachens." 

In den letzten Jahren wurden in Guangdong, Guangxi, Fujian, Taiwan, Zhejiang, Jiangsu, Anhui, Hunan, Hubei und auch in anderen Gegenden immer wieder mit geometrischen Mustern verzierte Keramiken sowie Steinwerkzeuge aus der Zeit zwischen der Spätphase der Jungsteinzeit und dem zweiten Jahrhundert vor Christus entdeckt. Die Angehörigen der Stämme, die diese kulturellen Relikte hinterlassen haben, gehörten geschichtlichen Überlieferungen und geographischen Gegebenheiten zufolge wahrscheinlich zu den Völkern, die das Bild des Drachens als Totem verehrten. Ihr Sammelname lautete früher Bai Yue („die Hundert Stämme der Yue“). Die Yue rasierten sich mit scharfen Messern die Haare ab und tätowierten sich Drachen auf ihre Körper; sie bezeichneten sich selbst als die „Söhne des Drachens“. 

Das Duanwu-Fest war ursprünglich das Fest, mit dem sie ihren „Drachenvater“ verehrten. Mit dem Ende des Totemkultes ging diese alte Sitte der totemistischen Gesellschaft im klassischen Sinne – nämlich selbst die Rolle des Drachens zu spielen – in den Brauch der Drachenbootrennen über. Auch der weitverbreitete Brauch, Zongzi (in Bambusblätter eingewickelte Reisklöße) herzustellen, war ursprünglich ein Element der Drachenverehrung.  

An nicht wenigen Orten sammelte man zum Duanwu-Fest Regenwasser, denn man glaubte, dass es heiliges Wasser sei: ein Geschenk des Himmelsdrachens an die Menschenwelt. Das Wasser des Himmelsdrachens könne Böses abwehren und Krankheiten heilen, glaubte man. An manchen Orten warf man früher sogar Spiegel mit Drachenmustern in den Fluss und glaubte, damit Regen herbeiführen zu können. Im Lauf der Zeit verblassten die naiven Vorstellungen der totemistischen Gesellschaft und das Fest des Drachens verlor immer mehr von seiner ursprünglichen Bedeutung. Das Duanwu-Fest steht heute nur noch mit dem großen Dichter der Periode der Streitenden Reiche(415 v.u.Z.-221 v.u.Z.), Qu Yuan, im Zusammenhang.  

Ein Gedenktag zu Ehren Qu Yuans 

Qu Yuan, einer der wichtigsten chinesischen Dichter während der Periode der Streitenden Reiche.  

Obwohl die oben genannten Thesen über die Ursprünge des Duanwu-Festes wahrscheinlich alle korrekt sind, ist heute doch die Ansicht weit verbreitet, dass das Fest nur ein Gedenktag zu Ehren des Dichters Qu Yuan sei.  

Qu Yuan lebte während der Periode der Streitenden Reiche vor über 2.300 Jahren im südlichen Fürstentum Chu. Als er ca. 340 vor Christus geboren wurde, durchlief die damalige Gesellschaft gerade eine Phase größter Umwälzungen. Als er später mit der Korruptheit der in Chu herrschenden adligen Cliquen konfrontiert war, propagierte Qu Yuan Reformen der Innenpolitik, den Aufbau eines Rechtssystems und die Aufnahme von fähigen Leuten in die Verwaltung. Aber solche fortschrittlichen Ideen wurden von den korrupten Kräften abgelehnt. Sie verbreiteten bösartige Gerüchte über den progressiven Dichter. Fürst Huai glaubte den Verleumdungen und ließ Qu Yuan vertreiben.      

Dieser, bereits über 50 Jahre alt, war sehr enttäuscht und betrübt. Er verließ Ying, die Hauptstadt von Chu, und zog in die Nähe von Xiapu und Lingyang. Aus dem Gefühl tiefer Heimatverbundenheit heraus schrieb er die berühmten Gedichte Li Sao („Das Klagelied“), Jiu Ge („Neun Lieder“) und Jiu Zhang („Neun Erklärungen“). Diese Gedichte handeln von der Trauer um sein Land und sein Volk. Die Verse sind klang- und gefühlvoll und haben einen hohen Stellenwert in der chinesischen und auch in der Weltliteratur. Im Jahr 278 vor Christus eroberten die Truppen von Qin die Hauptstadt Ying, das Fürstentum Chu ging an einem einzigen Tag unter. Qu Yuan war inzwischen 62 Jahre alt. Als ihn diese Nachricht erreichte, drückte er einen großen Stein an seinen Körper und sprang in den Fluss Miluo nordöstlich der heutigen Provinz Hunan.  

Qu Yuan hatte einen Weg gesucht, dem Fürstentum Chu Macht und Wohlstand zu bringen, und war deshalb bei seinem Volk geachtet. Als bekannt wurde, dass er in den Fluss gesprungen war, kamen Menschen von überall her mit Booten, um wenigstens seinen Leichnam zu bergen. Da die Leiche jedoch bereits von der Strömung weggetragen worden war, konnte man sie nicht finden. In dem Buch Xu Qixieji wird berichtet: „Die Leute von Chu waren voller Schmerz darüber und füllten von da an jedes Jahr Reis in Bambusrohre, die sie als Opfer für Qu Yuan in den Fluss warfen." Dies markiert nach der Überlieferung auch den Beginn der Tradition, am Duanwu-Fest Drachenboote zu rudern und Zongzi zu essen. Auch die Sitte, am Duanwu-Fest Beifußblätter und Kalmuspflanzen von außen an die Türen zu stecken, soll entstanden sein, um Qu Yuan zu gedenken.  

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