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Dritte Generation übernimmt das Staffelholz im Kampf gegen die Wüstenbildung

Von Li Nan  ·   2019-09-10  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Desertifikation;Gansu;Umweltschutz
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Der Wendepunkt 

Guo war der erste in der zweiten Generation, der sich 1982 den „grünen Kriegern“ anschloss, nachdem sein Vater krank wurde. Er musste seinen Job in der Stadt aufgeben, um auf der Farm zu arbeiten, und das schmälerte sein Einkommen um ein Drittel. 

„Am Anfang zögerte ich damit, meinen Job aufzugeben, da ich eine Familie zu versorgen hatte“, sagte Guo. Außerdem war das Leben in der Wüste mühsam. Guo beschwerte sich häufig, er meckerte viel und wollte gehen. 

Doch ein katastrophaler Sandsturm am 5. Mai 1993 änderte seine Meinung. An diesem Nachmittag kam ein Sandsturm in Gulang auf, als Guo auf der Farm arbeitete. Der Sturm kam so plötzlich und war so heftig, dass Guo unter dem Sand begraben wurde und dem Tod nur um Haaresbreite entkam. Doch für 23 andere Arbeiter kam jede Hilfe zu spät. Von diesem Tag an verlor Guo kein Wort mehr über seine ursprünglichen Pläne, die Farm zu verlassen. 

Ab Anfang der 90er Jahre nahmen die Söhne und Schwiegersöhne der anderen fünf Familien die Hacken und Schaufeln ihrer Väter auf und es entstand die Umweltschutzgruppe der zweiten Generation, wieder mit sechs Mitgliedern. 

Sie wählten einen effizienteren Weg, um den Sand zu stabilisieren. „Seit den 90er Jahren bauen wir Strohbarrieren zur Stabilisierung des Sandes. Die Überlebensrate der in die Barrieren gepflanzten Bäume ist höher“, sagte He Zhongqiang, ein Wüstenbekämpfer der zweiten Generation, gegenüber der Beijing Rundschau. 

Bis zum Jahr 2000 waren die 5.000 Hektar von Babusha komplett aufgeforstet. Die Vegetationsdecke stieg auf 70 Prozent – von weniger als drei Prozent in den 1980er Jahren! 

Guo war ehrgeizig. Er schlug vor, der Wüste ein weiteres Gebiet in der Nähe ihrer Farm zu entreißen. „Die Regierung hatte ihre Strategie zur groß angelegten Erschließung der westlichen Gebiete ausgeweitet, und ich dachte damals, dass sie bald mehr Fördermaßnahmen zur Bekämpfung der Wüstenbildung einführen würde“, sagte er. 

Guo sollte recht behalten. Die Erschließungsstrategie für die westliche Gebiete wurde im Jahr 2000 eingeleitet, um 12 Provinzen, Gemeinden und autonome Gebiete zu entwickeln. Gansu war eine von ihnen. 

Im Jahr 2009 gründeten die Umweltschützer die „Babusha Afforestation Co.“, um sich für weitere Umweltprojekte zu bewerben. „Neben der Verwaltung von vier desertifizierten Gebieten in Gulang haben wir auch die Grenze zwischen Gansu und dem Autonomen Gebiet Innere Mongolei erreicht“, sagte Shi Yinshan, ein Angehöriger der zweiten Generation der „grünen Kriegern“, gegenüber der Beijing Rundschau. 

Sieben Jahre später kam frisches Blut in die Gruppe, angefangen bei Guo Xi, dem Enkel der Familie Guo. „Als ich klein war, war Babusha gewissermaßen mein Spielplatz und ich habe fantastische Erinnerungen an den Ort“, sagte der 34-Jährige. „Ich bin bereit, das Staffelholz zu übernehmen und den Wald in der Wüste weiter auszubauen.“ 

Das Babusha-Aufforstungsprojekt stellte in dieser Zeit auch seinen ersten Hochschulabsolventen namens Chen Shujun ein – als Techniker. „Ich hatte die Geschichte von Babusha gehört, als ich jung war. Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages ein Teil dieser Geschichte sein würde“, sagte Chen. 

Inzwischen bewirbt sich die dritte Generation um neue Projekte im Internet und pflanzt Bäume mit neuen Technologien und Maschinen. 

Chen riet dem Unternehmen, sich für Grünflächenprojekte im Rahmen eines Projekts von Alibaba zu bewerben. Im Jahr 2016 wurde „Ant Forest“ von Alipay, dem Finanzarm von Alibaba, Chinas größtem E-Commerce-Unternehmen, initiiert. Alipay-Nutzer, die umweltfreundlich handeln, werden für jede dieser Handlungen mit „virtueller Energie“ belohnt. Sobald sie eine bestimmte Menge an Energie gesammelt haben, pflanzt Alipay für den Benutzer in der Wüste einen Baum. Normalerweise werden die Bäume von lokalen Aufforstungsunternehmen gepflanzt, die von Alipay finanziert werden. 

Ende 2018 erhielt Babusha Afforestation von Alipay 10 Millionen Yuan (rund 1,4 Millionen Euro), um einen „Ameisenwald“ zu pflanzen. Dies verblüffte die zweite Generation der Umweltschützer. „Der Hochschulabsolvent ist in der Tat eine große Hilfe bei unseren Aufforstungsbemühungen“, sagte Wang Zhipeng, einer der Bauern der zweiten Generation, gegenüber der Beijing Rundschau. 

Guo Xi, von Beruf Kfz-Mechaniker, kann gut mit Maschinen umgehen. Maschinen zum Graben und Pflanzen und andere mechanisierte Geräte wurden in Babusha eingeführt und werden von Guo Xi bedient. „Früher pflanzte mein Opa etwa 0,67 Hektar pro Tag. Mit einer Baumpflanzmaschine kann man 3,33 bis 4 Hektar pro Tag bepflanzen, das ist etwa fünf- bis sechsmal schneller als Handarbeit“, sagte Guo Xi gegenüber der Beijing Rundschau. 

Er macht Babusha auch über die sozialen Medien bei Jugendlichen bekannt. Er teilt Videos über die Farm auf Kuaishou, einer führenden sozialen Plattform für kurze Videos in China. Die beliebtesten Videos wurden bisher mehr als 200.000 Mal angesehen. „Babusha war einst eine Wüste. Jetzt ist es grün. Ich hoffe, dass mehr Leute davon erfahren“, erklärte Guo. 

Nach fast vier Jahrzehnten der Bemühungen hat sich die Umwelt in Gulang verbessert. „Die Wüstenwinde und –stürme sind heute nicht mehr so heftig wie früher. Die jährliche Niederschlagsmenge ist von 100 mm in den 1980er Jahren auf 300 mm in diesem Jahr gestiegen“, sagte Guo Wangang. 

Was ihn stolz mache, so Guo, sei, dass diejenigen, die einst aus Babusha geflohen seien, jetzt wieder zurückkehrten. Heute gebe es 24 weitere Haushalte. „In den 1960er Jahren wurden wir von der Wüste vertrieben. Jetzt drehen wir den Spieß um“, sagte Guo. 

 

Zhang Runyuan (rechts) und He Zhongqiang bei der Arbeit auf der Babusha Forest Farm. (Foto: Wei Yao) 

Eine Oase gegen die Armut 

Die Anpflanzung von trockenheitsresistenten Pflanzen in der Wüste verbesserte zwar die Umweltsituation, generierte aber wenig Einkommen. Die gleichzeitige Bekämpfung von Wüstenbildung und Armut ist seit langem ein Problem für die Waldfarm. 

Die größte Krise brach Mitte der 90er Jahre aus, als die Regierung ihre Förderpolitik anpasste und die Subventionen für die Landwirtschaft eingestellt wurden. Eines der wichtigsten Produkte der Farm – verschiedene Sorten Strauchzweige, die vor den 90er Jahren im Nordwesten Chinas beim Bau von Lehmhäusern verwendet wurden – brachte quasi über Nacht kein Geld mehr ein. 

Im Jahr 1995 stand die Farm kurz vor dem Aus. Guo Wangang, der die Farm leitete, dachte an Notfallmaßnahmen wie das Bohren eines Brunnens und den Anbau von Nutzpflanzen wie Weizen, Mais, Wassermelone und Tomate. „Die größte Hürde war das Geld. Wir brauchten fast 300.000 Yuan (ca. 38.000 Euro), das war eine astronomische Summe für einen Bauern damals“, sagte er. 

Die lokale Bank stimmte jedoch zu und gewährte ihnen den Kredit. Die sechs Familien steuerten entweder Geld oder Arbeit bei und wurden Aktionäre des Betriebs. Zwei Jahre später liefen die Geschäfte wieder. 

Sie wandte sich auch der Geflügelzucht zu. Letztes Jahr hat Guo Xi 5.000 Hühner aufgezogen, was ihr ein Nettoeinkommen von 200.000 Yuan (ca. 25.000 Euro) eingebracht hat. 

Die Farm schafft nun Arbeitsplätze für die verarmte Nachbarschaft. In diesem Jahr mietete sie Land von armen Bauern in einer nahegelegenen Gemeinde und pflanzte dürreresistente Nutzpflanzen, einschließlich Heilkräutern und Datteln. Die Gemeindebewohner wurden während der Hauptsaison als Landarbeiter eingestellt. 

„Wir haben 3.000 Menschen aus den Nachbargemeinden beschäftigt, um in diesem Frühjahr Bäume zu pflanzen. Jeder verdiente in den zwei Monaten mehr als 3.000 Yuan (ca. 400 Euro)“, sagte Guo Wangang. „Wir haben einen neuen Weg aus der Armut gefunden, indem wir Aufforstung mit Landwirtschaft und Geflügelzucht kombiniert haben.“ 

„Staatspräsident Xi hat gesagt, dass klares Wasser und üppige Berge unbezahlbare Schätze sind“, sagte Guo. „Und wir haben es geschafft. Das Anpflanzen von Bäumen in der Wüste ist wirklich keine leichte Aufgabe. Aber solange wir unermüdlich weitermachen und nicht aufgeben, wird es ein positives Ergebnis geben.“ 

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