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Roboter Revolution
Von Denis Green  ·   2015-09-24  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Textschreibung;Roboter
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Automatisierte Textschreibung führt zu Ängsten unter den Journalisten. 

 

Besucher testen im Oktober 2013 bei einer Messe Tencents eine neue Art von Robotern.

Zuerst waren es die Fabrikarbeiter, dann die Kellner. Und nun sieht es so aus, als ob die Journalisten als nächste an der Reihe wären, von Robotern ersetzt zu werden. 

Tencent, Chinas größtes Internet- und Gaming-Unternehmen, veröffentlichte im letzten Monat einen Artikel – der von einem Roboter verfasst worden war! Damit trug es zu den Befürchtungen der lokalen Journalisten bei, dass ihre Jobs in Gefahr wären. 

Der neuentwickelte Roboterjournalist, passenderweise „Traumschreiber" genannt, hatte seine erste Nachrichtengeschichte auf Chinesisch auf der QQ.com-Website der Firma veröffentlicht. Der fehlerfreie 916-Wörter Artikel war in nur einer Minute produziert und bewirkte Schockwellen in Journalistenkreisen. Die Mehrheit der chinesischen Medien sagte, dass der Artikel gut geschrieben und kohärent sei, wodurch lokale Reporter sich über die Möglichkeit, bald von einem Roboter ersetzt zu werden, grämten. 

Während Journalisten Innovation und Technologie dieser Art sehr misstrauisch gegenüberstehen, sagte Tencent, dass sie hofften, dass die Nachrichtenschreiber, die mehr als 100 Nachrichten pro Tag produzieren können, die Journalisten für heraufordernde und intellektuell anspruchsvollere Tätigkeiten freimachen könnten. 

Programmiert, um zu produzieren 

Um ehrlich zu sein, handelt es sich hier nicht wirklich um Roboter. Es sind viel eher Algorithmen, die mit Schablonen arbeiten. Sie können sich in nur wenigen Sekunden durch große Mengen von Daten arbeiten und Trends, Rekorde und Einblicke erkennen. Sie bringen sie in den richtigen Kontext und chronologische Ordnung. Die Algorithmen sind so programmiert, dass die eine natürliche Sprachstruktur formen und Daten formatieren können. 

„Nachrichtengeschichten in einfacher Sprache zu erzeugen, die einer bestimmten Vorlage folgen, ist nicht schwierig für einen Computer", sagte Wu Dekai, ein ehemaliger Dozent an der Hong Kong University of Science and Technology, bereits im Jahr 2012. „Es gibt keinen Grund, warum wir es nicht auch auf Chinesisch machen sollten." 

Wu merkte an, dass sie hunderte oder sogar tausende von Vorlagen für verschiedene Arten von Geschichten programmieren könnten – von plötzlichen Aktienbewegungen bis zu Firmenübernahmen. 

Allerdings gibt es immer noch viele Skeptiker, die unsicher sind, wie weit das gehen könnte. Einige Experten behaupten, es würde noch Jahrzehnte dauern, bis Roboterschreiber ihre Fähigkeiten, auch kreativ zu schreiben, verbessern sowie investigative oder menschliche Geschichten verfassen können. 

Roboter, die menschliche Arbeitsplätze einnehmen, wurden in den vergangenen Jahren weltweit zu einem großen Gesprächsthema. Heute hat China laut HSBC ungefähr 30 Industrieroboter auf 10.000 Fabrikarbeiter, im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 62. Im Vergleich mit fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist das zehnmal weniger als in Deutschland und 14 Mal weniger als in Südkorea. 

Politik, die vorantreibt 

China plant seine Fertigungsketten zu modernisieren, um mehr anspruchsvolle und hochwertigere Produkte herstellen zu können. Die Regierung treibt momentan die Initiative „Made in China 2025" voran, die das Land von arbeitsintensiver Produktion zu weiter fortgeschrittenen Sektoren, wie Robotik, führen soll. 

„China wird in der Robotik erfolgreich sein müssen, da seine Lohnkosten so schnell ansteigen", sagte David Autor, ein Professor für Arbeitsökonomie am Massachusetts Institute of Technology. „Entweder man steigert die Produktivität durch Automatisation oder die Arbeit wird in einem anderen Land gemacht, wie Vietnam, Kambodscha oder Brasilien." 

„Einige fragen, weshalb entwickelte Länder einen Bedarf an der Entwicklung von Robotern haben, wenn sie kaum genug anstrengende manuelle Arbeit für die Roboter haben. Die Antwort ist, dass diese Länder und Regionen dabei sind, ein anderes Problem zu lösen, als China", sagte Song Xiaogang, der Geschäftsführende Direktor der China Robot Industry Alliance. 

So wie die Roboterindustrie in China, und in der Tat auf der ganzen Welt, weiter rast, bleibt es offen ob die Jobs für Journalisten, Kellner, Fabrikarbeiter und wer weiß was für weiterer Berufe, zu einer Sache der Vergangenheit werden. Kris Hammond, hat vielleicht eine korrekte Vorhersage getroffen, als er sagte, bis 2027 würden mehr als 90 Prozent der Nachrichten in den Vereinigten Staaten von Computerprogrammen verfasst werden. 

Wahrscheinlich ist es keine Überraschung, wenn es in China früher geschieht. 

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