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Wichtige Zeichen für den Welthandel aus Südchina

Von Oliver Eschke  ·   2025-03-31  ·  Quelle:german.china.org.cn
Stichwörter: Boao;Welthandel
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Seit einem Vierteljahrhundert kommen jeden Frühling führende Politiker, Ökonomen und Wissenschaftler im südchinesischen Boao zusammen, um über die wichtigsten globalen Themen zu sprechen. Spätestens seit dem chaotischen Beginn von Trump 2.0. samt Wiederaufleben des Protektionismus in Washington ist klar: Mit dem Boao Forum for Asia bietet China der Welt eine dringend benötigte Plattform, um das internationale Miteinander abzustimmen.

 
 

Ein Blick auf die Insel Dongyu in Boao. (19. März 2025, Xinhua)  

Das Boao Forum for Asia (BFA) wurde 2001 ursprünglich von 26 Ländern gegründet und ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation mit Sitz in Boao in der südchinesischen Inselprovinz Hainan. Seit jeher dient es als Plattform für hochrangige Dialoge zwischen Regierungsvertretern, Wirtschaftsführern und Akademikern aus Asien und anderen Kontinenten, um drängende regionale und globale Themen zu diskutieren, getreu der Mission: „positive Energie für die Entwicklung Asiens und der Welt bündeln“. Daher wird es oft als asiatisches Pendant zum Weltwirtschaftsforum in Davos bezeichnet. Es war auch Boao, wo Chinas Staatspräsident Xi Jinping 2022 seine wegweisende Globale Sicherheitsinitiative (GSI) vorstellte. Die aktuelle Ausgabe, mit etwa 2.000 Delegierten aus über 60 Ländern und Regionen, findet unter dem Motto „Asien in der sich verändernden Welt: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Zukunft“ statt.

Innovation braucht Offenheit  

In einer Zeit, in der protektionistische Maßnahmen, insbesondere vonseiten der USA, zunehmen, gewinnt das Forum noch einmal an Bedeutung. Trump plant, ab dem 2. April zusätzliche Zölle auf chinesische Importe zu erheben, was die Spannungen im globalen Handel weiter verschärft. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat kürzlich ihre Prognose für das globale Bruttoinlandsprodukt- nach unten korrigiert, von 3,3 Prozent auf 3,1 Prozent für 2025 und 3 Prozent für 2026, und führt dies auf höhere Handelsbarrieren in mehreren G20-Volkswirtschaften sowie auf eine erhöhte geopolitische und politische Unsicherheit zurück.

Mit Blick auf diese und weitere Unsicherheiten forderte Chinas Vizepremier Ding Xuexiang in seiner Eröffnungsrede „gemeinsame Anstrengungen“, um globale Herausforderungen anzugehen, „ein gemeinsames Zuhause in Asien“ und eine bessere Zukunft für Asien und die Welt zu schaffen. China nutzt das Forum, um seine Verpflichtung zu Globalisierung und Multilateralismus zu unterstreichen und ein starkes Signal gegen Unilateralismus und Protektionismus zu senden. Die Namen der Themen des Forums offenbaren dies deutlich: Diese heißen etwa „Promoting Growth: Re-Balancing Globalization for Inclusive Development“ oder „Identifying New drivers: Strenghtening AI Application and Governance for innovation-driven development“.

Der Veranstaltungsort selbst verdeutlicht Chinas Engagement in diesem Bereich: So soll der 2018 eingerichtete Freihandelshafen Hainan (FTP) als wichtiges Tor zur Öffnung des Landes im neuen Zeitalter noch in diesem Jahr seinen unabhängigen Zollbetrieb aufnehmen. Damit wird Hainan die erste Provinz in ganz China, die komplett in einen Freihandelshafen verwandelt wird. Seit der Einführung der ersten Pilot-Freihandelszone in Shanghai im Jahr 2013 hat China in nur etwas mehr als 10 Jahren riesige Fortschritte gemacht. Aktuell bestehen bereits 22 solche Pilot-Freihandelszonen. Sie dienen als Testfelder für wirtschaftliche Reformen und Innovationen, um Investitionen anzuziehen und den Handel zu fördern. Einige der bekanntesten Pilot-Freihandelszonen sind neben Shanghai die in Guangdong, Tianjin und Fujian. Diese haben dazu beigetragen, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu steigern und zahlreiche Arbeitsplätze zu schaffen, indem sie Unternehmen vereinfachte Verfahren bieten. Überdies hat China mit Stand von Januar 2025 mit insgesamt 30 Ländern und Regionen auf fünf Kontinenten 23 Freihandelsabkommen unterzeichnet. Hervorzuheben ist in diesem Kontext natürlich die Regionale Umfassende Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) – das größte Freihandelsabkommen der Welt trat am 1. Januar 2022 in Kraft und seitdem macht der Handel mit den Mitgliedern durchgehend mehr als 30 Prozent des chinesischen Gesamthandels aus (2023: 12,7 Billionen Yuan). Darüber hinaus unterstreicht China auf dem Forum auch sein Engagement für die umfassende Vertiefung der Reformen und Öffnung, um ein unternehmensfreundlicheres Umfeld zu schaffen.

Wie oben geschildert, bilden Diskussionen über Innovationen und Zukunftstechnologien einen großen Schwerpunkt des diesjährigen Forums. Vizepremier Ding betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der technologischen Eigenständigkeit und der Stärkung von Wissenschaft und Technologie, um neue Industrien zu fördern und traditionelle Sektoren zu modernisieren. Nach jahrelanger politischer Förderung und umfassenden Investitionen hat sich China mittlerweile zu einem High-Tech-Zentrum entwickelt, das zuletzt durch die „Sechs Kleinen Drachen aus Hangzhou“ sowie weitere Startups in Bereichen wie künstliche Intelligenz (KI), Large Language Models (LLM) oder Robotik auch weltweit für Schlagzeilen sorgte. Anders als viele große amerikanische Anbieter halten sich Chinas „Drachen“, allen voran DeepSeek, jedoch an die Prinzipien der gemeinsamen offenen und transparenten Entwicklung. So steht der Quellcode für das KI-gestützte Sprachmodell von DeepSeek Entwicklern auf der ganzen Welt frei zur Verfügung („Open Source“). Vor etwa einem Monat auf dem KI-Gipfel in Paris stellte Chinas Vizepremier Zhang Guoqing klar, China sei bereit, mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit zu gewährleisten und Erfolge auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz zu teilen, um „eine Zukunftsgemeinschaft für die Menschheit“ aufzubauen. Selbstredend unterzeichnete Beijing anschließend auch die Abschlusserklärung des Pariser KI-Gipfels– anders als Washington oder London.

In einer Zeit, in der Handelsbarrieren zunehmen, positioniert sich China in Boao somit eindeutig als Verfechter des Freihandels und der internationalen Zusammenarbeit.

Die Meinung des Autors spiegelt die Position unserer Webseite nicht notwendigerweise wider. 

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