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Lakhdar Brahimi über den Krieg in Syrien
Von Edith Stifter  ·   2015-11-17  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Lakhdar Brahimi;Krieg;Syrien
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Lakhdar Brahimi, der frühere Sondergesandte der UN und der Arabischen Liga für Syrien (Foto: Wei Yao) 

Lakhdar Brahimi, einer der versiertesten und erfahrensten Diplomaten der Welt, besuchte am 9. November 2015 die China International Publishing Group. Dabei fand er äußerst klare Worte und es zeigte sich, dass Diplomaten am Ende ihres Berufslebens auch einmal die Geduld verlieren können. 

Lakhdar Brahimi hatte seinem Land Algerien als Außenminister gedient und war in nahezu allen bedeutenden Konfliktherden der Welt tätig. Er war Sonderbeauftragter für Haiti, Südafrika, Zaire und Jemen, er war auch UN-Sondergesandter für Afghanistan. Der nach ihm benannte „Brahimi-Bericht" führte zu einer Reform der Peacekeeping-Einsätze der UN. Später war er UN-Sonderbotschafter im Irak. Nach seiner Pensionierung wurde er erneut eingesetzt und 2006 wegen der Darfur-Krise in den Sudan gesandt. Im Jahr 2012 trat er dann sein schwierigstes Amt an, das des Sondergesandten der UN und der Arabischen Liga für Syrien, welches er 2014 zurücklegte. 

Vor Brahimi war schon der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan als Vermittler in Syrien zurückgetreten. Kaum jemand hatte so viel Einfluss auf die derzeitige Weltlage wie Lakhdar Brahimi, kaum jemand so viel Erfahrung – was muss geschehen, dass ein so erfahrener Diplomat am Ende seiner Karriere das Handtuch wirft? Offenbar allerhand. Dass er sein Amt aber keineswegs aus Gleichgültigkeit niedergelegt hat, wurde bei seiner Rede in der China International Publishing Group deutlich. 

Die Aufgabe der Vereinten Nationen sei es, den Frieden zu erhalten sowie einmal gebrochenen Frieden wiederherzustellen. Dies sei der Grund, warum die UN überhaupt existierten. Brahimi, der im Jahr 2014 nach zwei Jahren als Sondergesandter der Vereinten Nationen zurücktrat und den Krieg als „Fehlleistung der Vereinten Nationen" bezeichnete, erklärte, dass Syrien derzeit die wichtigste Krise der Welt sei. 

Die Entwicklung einer Tragödie 

Syrien, ein Land halb so groß wie Deutschland, befindet sich seit Jahren im Kriegszustand, der ohne Zweifel von weltpolitischer Bedeutung ist. Ursprünglich hatte es sich im Jahr 2011 nur um eine recht unbedeutende Demonstration von Teenagern gehandelt, betonte Brahimi. Allerdings sei es durch die überzogene Reaktion von Seiten der Regierung, die damals 40 Jahre in den Händen einer Familie war und sich jeder Veränderung verweigerte, zu einer Eskalation bekommen. 

Brahimi sagte, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad dem russischen Außenminister Lawrow im Jahr 2011 erklärt hatte, dass er in drei Wochen alles gelöst haben werde. Auch die Opposition gab sich zur gleichen Zeit zuversichtlich, dass Assad innerhalb weniger Wochen aus dem Amt entfernt sein würde. Mittlerweile sind aus den „wenigen Wochen" Jahre geworden. Mehr als 200.000 Menschen haben im Konflikt ihr Leben verloren und rund die Hälfte der Bevölkerung von rund 21 Millionen gilt als vertrieben, das heißt sie leben entweder als Binnenflüchtlinge noch innerhalb der Grenzen Syriens oder aber sie mussten das Land ganz verlassen. Brahimi sagt, es seien rund 4-5 Millionen Menschen Flüchtlinge außerhalb des Staates und 7-8 Millionen seien Binnenflüchtlinge. 

Brahimi erklärte, dass in Syrien mittlerweile ein Stellvertreterkrieg der Nachbarstaaten herrsche. Gleichzeitig nannte er es auch einen „parallelen Krieg", in dem die von Russland unterstützten Regierungstruppen genauso wie die vom Westen unterstützen Oppositionsgruppen parallel zum Bürgerkrieg, in dem sie auch gegeneinander kämpften, parallel aber nicht gemeinsam, gegen einen gemeinsamen Feind, den IS kämpften. Die Verantwortung der unglaublichen Leiden des syrischen Volkes läge in erster Linie bei der Regierung, bei der Opposition, den Nachbarländern und mittlerweile auch bei der internationalen Gemeinschaft. 

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