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Michael Müller: „Wir wollen die Lücke zwischen China und Berlin schließen“

Von Peng Dawei und Geng Zhuo  ·   2019-06-10  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Berlin;China
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2019 jährt sich die Städtepartnerschaft zwischen Beijing und Berlin, der Hauptstadt Chinas und Deutschlands, zum 25. Mal. Der Berliner Bürgermeister Michael Müller sagte im Interview mit dem China News Service, dass Berlin nicht nur große chinesische Unternehmen wie State Grid und Hainan Airlines angezogen habe, sondern im vergangenen Jahr auch eine Wirtschaftsvertretung in Beijing eingerichtet habe, um den wirtschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Berlin und China zu intensivieren.

„Berlin öffnet Türen für chinesische Investoren“

Die Fusionen und Übernahmen deutscher Unternehmen sowie die Grünwieseninvestitionen durch chinesische Unternehmen fanden in den letzten Jahren in den deutschen bzw. europäischen Medien große Beachtung. Wie ist die Einstellung der Berliner Regierung zu chinesischen Investitionen in Berlin und welche Maßnahmen wurden ergriffen, um mehr Unternehmen zur Ansiedlung zu bewegen? Eines der Schlüsselwörter von Berlin ist nach Müllers Auffassung die „Internationalisierung“: Berlin habe zahlreiche internationale Veranstaltungen und Kooperationsformate. Unter anderem seien die „Asien-Pazifik-Woche“ oder die deutsch-asiatische Startup-Plattform „StartUp AsiaBerlin“ die bekanntesten Beispiele für einen erfolgreichen Berlin-Asien-Austausch, so Müller.

China ist einer der wichtigsten Standorte im asiatisch-pazifischen Raum für Berlin, um Investitionen anzuziehen. 2018 ist Berlin mit einer Wirtschaftsvertretung, der „Business Liaison Desk China“ in Beijing vertreten – die erste ausländische Wirtschaftsvertretung Berlins in Asien. Müller sagte, dass China bereits zum dritten Mal in Folge der stärkste Handelspartner Deutschlands sei und 2017 zum zweitgrößten Exportpartner Berlins herangewachsen sei, was auf hervorragende Wirtschaftsbeziehungen und Kooperationen zurückzuführen beruhe.

Müllers Vorgänger Klaus Wowereit hat Berlin einst als „arm, aber sexy“ bezeichnet. Müller ist aber überzeugt davon, dass Berlin aufgrund seiner einzigartigen Vorteile als attraktiver Investitionsstandort für chinesische Unternehmen dienen könne: „Berlin ist eine führende Innovationsdrehscheibe mit der höchsten Dichte an Wissenschafts- und FuE-Instituten, Universitäten und Talenten in ganz Europa und die Startup-Hauptstadt Europas. Hier gibt es mehr Gründungen, insbesondere im Digitalbereich, als in Hamburg, München und Frankfurt zusammen“, sagte Müller.

„Beide Hauptstädte verfügen über einen langjährigen Austausch auf mehreren Ebenen, einschließlich wirtschaftlicher Kooperationen. Zudem feiern Berlin und Beijing 2019 ihre 25-jährige Städtepartnerschaft“, so Müller. In Bezug auf die Gewinnung potenzieller chinesischer Investoren sagte er, dass die Business Liaison Desk in Beijing dazu beitragen solle, den wirtschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Berlin und China zu intensivieren. Konkret gesagt wolle die Berliner Wirtschaftsvertretung einerseits die Internationalisierung der Berliner Unternehmen unterstützen, andererseits in Zusammenarbeit mit der Berliner Investitionsförderungsagentur Berlin Partner „Türen für chinesische Investoren öffnen“, so Müller.

25-jährige Städtepartnerschaft: fruchtbare Ergebnisse, breite Perspektiven

Was die Kooperation mit Beijing in den letzten 25 Jahren angeht, sagte er, dass beide Städte auf eine langjährige Zusammenarbeit in den Bereichen Stadtentwicklung, Wirtschaft, Umwelt, öffentliche Sicherheit, Justiz, Wissenschaft, Kultur und Bildung zurückschauen könnten. Beispielsweise gebe es Partnerschaften zwischen 18 Schulen in Berlin und Beijing. „Dies sind wirkliche Highlights“, bekräftigte Müller. Seit 2014 habe das Thema der zeitgenössischen Kunst in der Städtepartnerschaft ebenfalls einen festen Platz inne. Und auch sportlich finde reger Austausch statt. Beispielsweise sei ALBA Basketball Berlin in China seit vielen Jahren aktiv tätig, sowohl im Jugend- als auch im Profibereich.

„Die Perspektive für die Zukunft liegt vor allem in der Konkretisierung der Zusammenarbeit im Bereich Urbanisierung, Umweltschutz und Modernisierung der Wirtschaft, zum Beispiel im Bereich (E-)Mobilität. Hier gibt es viel Potenzial, das wir noch gemeinsam entwickeln können“, sagte Müller.

Gleichermaßen ist Müller zuversichtlich was die touristische Zusammenarbeit zwischen den beiden Hauptstädten anbelangt. Er sagte, dass die Zahl der chinesischen Touristen, die Berlin besuchten, derzeit kontinuierlich ansteige. In Anbetracht der Tatsache, dass das Reisen nach Übersee für Chinesen im Vergleich zum Westen, wo sich der Tourismus über einen langen Zeitraum entwickelt habe, immer noch relativ neu sei und China bereits ein großes Reiseland mit jährlichen über 100 Millionen Auslandsreisenden ist, glaubt Müller, dass durch Marktaktivitäten auf Social-Media-Plattformen und eine Anbindung mit mehr Direktflügen zwischen Berlin und Beijing immer mehr chinesische Reisende ihren Weg nach Berlin fänden.

Von Weltgartenbau-Expo zu Bauhaus: ein breiter Raum für gegenseitiges Lernen

Auf der Weltgartenbau-Expo 2019, die von April bis Oktober in Beijing stattfindet, hat der deutsche Garten durch die Ausstellung zukunftsorientierter Umwelttechnologien und eines grünen Lebensstils eine große Anzahl von Besuchern begeistert.

Laut Müller gebe es nirgendwo in Deutschland mehr Stadtgrün als in Berlin. 2017 hat Berlin erfolgreich die Internationale Gartenausstellung (IGA) veranstaltet und den Menschen das Thema Gartenbau vor dem Hintergrund von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Entwicklung grüner Stadtquartiere näher gebracht. „Ich bin sicher, dass die vielen internationalen Gäste der IGA Berlins, auch aus China, Anregungen mit in Ihre Heimat genommen haben“, so Müller.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Jahres in Berlin ist das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses. Die berühmte 798-Kunstzone in Beijing, die einen charakteristischen Bauhaus-Baustil aufweist, ist ein Beispiel für den internationalen Einfluss des Bauhaus-Designs.

„Das Bauhaus ist nicht nur stilprägend für die Moderne des 20. Jahrhunderts gewesen, sondern auch ein Ort für die Diskussion der sozialen Frage ihrer Zeit“, sagte Müller und er fügte hinzu: „Ich freue mich auf Besucher aus China, die sich für das Bauhaus interessieren.“

„Wir wollen die Lücke zwischen China und Berlin schließen“, so fasste Müller die ursprüngliche Absicht zusammen, eine Wirtschaftsvertretung in Beijing zu errichten.

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Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24, 100037 Beijing, Volksrepublik China


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