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BRICS 2.0 : Neue Ausgangslage für neues Jahrzehnt

Von Jacques Fourrier  ·   2017-09-08  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: BRICS;IWF;Xiamen
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Für die 5 Mitgliedsstaaten der BRICS-Gruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) begann dieses Jahr mit dem neunten BRICS-Gipfel in Xiamen (3. bis 5. September) ein neues Kapitel. Der Gipfel erlaubte es den Mitgliedsstaaten, auf 10 Jahre BRICS zurückzuschauen und die weitere Kooperation zu planen und zu stärken. Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping läutete in diesem Zusammenhang das zweite Goldene Jahrzehnt der Kooperation“ der BRICS-Staaten ein.  

Seit dem ersten BRICS-Gipfel in Jekaterinburg (Russland) im Jahr 2009 leisteten sämtliche BRICS-Staaten einen kontinuierlichen Beitrag zum Wachstum der Weltwirtschaft. Der Einfluss der BRICS-Staaten hat sich aber auch auf die internationale Politik ausgewirkt und den Entwicklungsländern innerhalb der internationalen Organisationen mehr Gehör verschafft. Dieser Fakt führte dazu, dass die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) den Entwicklungsländern eine wichtigere Rolle zukommen lassen. Die BRICS-Staaten, so unterschiedlich sie auch sind wenn man ihre Unterschiede und Schwerpunkte analysiert nichtsdestotrotz eine treibende Kraft, die es nicht zu unterschätzen gilt. Immerhin stellen die BRICS-Staaten 43 Prozent der Weltbevölkerung und sorgten alleine im Jahr 2016 für eine Steigerung des Weltwirtschaftsproduktes um 23 Prozent. Nach dem Modell der Weltbank und dem Modell des Währungsfonds (IWF) für die Bereitstellung von Liquidität (in Notfällen), hat die BRICS-Gruppe mit der neuen BRICS-Entwicklungsbank und dem BRICS Contingent Reserve Arrangement“ zwei Finanzinstitutionen ins Leben gerufen, die als Pendant zur Weltbank und zum IMF zu sehen sind. Doch in erster Linie ist es die wirtschaftliche Dynamik der BRICS-Staaten, die es hervorzuheben gilt: 50 Prozent des globalen Wachstums des Weltwirtschaftsproduktes seien allein dem BRICS-Block zuzuschreiben, so eine Einschätzung der Vereinten Nationen. 

Die Kooperation zwischen den Schwellenländern stellte im Atemzuge der Finanzkrise 2007/2008 und der darauf folgenden Schuldenkrise in einigen europäischen Ländern eine entscheidende Aufgabe dar, um die Handels- und Finanzströme in Richtung der Entwicklungsländer zu lenken. Die Erschaffung von BRICS liefert eine Antwort darauf und bildet einen neuen Rahmen für eine verstärkte Kooperation.  

Ein Jahrzehnt später bestehen die Herausforderungen des Blocks einerseits in externen Faktoren wie dem zunehmenden globalen Protektionismus. Aber auch interne Faktoren, insbesondere die wirtschaftlichen Probleme einiger BRICS-Staaten (Verschuldung, verlangsamtes Wirtschaftswachstum) machen der Organisation zu schaffen. Diese und weitere Probleme gefährden die Kohäsion des Blocks und stellen neue Herausforderung dar, die es zu überwinden gilt. Das neunte Gipfeltreffen der BRICS-Staaten in der Hafenstadt Xiamen, welches am 3. September 2017 begonnen hat, soll nun Aufschluss über diese Probleme geben und Lösungsansätze für deren Bewältigung liefern.  

Als Ziel für die nächsten zehn Jahre werden folglich eine intensivere Annäherung der Mitgliedsstaaten und eine engere Kooperation angestrebt, was sich unter anderem in ausgeglicheneren Handelsbeziehungen unter den BRICS-Staaten und somit gleichzeitig in einer Stärkung der Süd-Süd-Kooperation widerspiegeln soll.  

Zunächst einmal steht aber ein Ausgleich des Handels im Vordergrund. Der chinesische Vize-Handelsminister Wang Shouwen kündigte bei der Pressekonferenz vom 3. September an, dass die BRICS-Staaten zwar 16 Prozent des internationalen Handelsverkehrs ausmachten, davon allerdings lediglich sechs Prozent China zuzuschreiben seien. Zudem verzeichne China einen kolossalen Handelsüberschuss im Vergleich mit den anderen BRICS-Ländern, so Wang.  

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat China mit seinem Engagement für mehr Importe bereits ein wichtiges Zeichen gesetzt. Allein im ersten Halbjahr 2017 hat China Importe aus den BRICS-Staaten in der Höhe von über 70 Milliarden US Dollar getätigt. Dies entspricht einer Steigerung von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den kommenden fünf Jahren rechnet China mit Importen in der Höhe von rund 8 Billionen US-Dollar. Für 2018 hat China zudem die Organisation einer internationalen Import-Export-Messe angekündigt, mit dem primären Ziel, den Süd-Süd-Handel weiter voranzutreiben. 

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