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Chinas Maßnahmen im Kampf gegen den religiösen Extremismus

Von Li Fangfang  ·   2019-08-30  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Xinjiang;Bildung
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Bildung, berufliche Fähigkeiten und soziale Integration helfen, religiösen Extremismus in Xinjiang zu bekämpfen und Terroranschläge zu verhindern. 

Ein Gastdiplomat spielt mit einem Auszubildenden in einem Berufsbildungszentrum im nordwestchinesischen Kashgar, Autonomes Gebiet  Xinjiang, Tischtennis. (Foto: Xinhua) 

Ein Anruf eines Fremden veränderte das Leben von Rezia Rahman und das von Dutzenden anderen in dem nordwestchinesischen Autonomen Gebiet Xinjiang. 

Wie Rahman Reportern in einem Dokumentarfilm über die Terrorismusbekämpfung erzählte, der vom staatlichen Fernsehsender China Central Television (CCTV) produziert und ausgestrahlt wurde, wurde sie von einem „Freund“ ihres Bruders, einer Person, die sie nie getroffen oder gesehen hatte, angewiesen, am 21. September 2014 an einem Terroranschlag in Luntai, einem Bezirk in Xinjiang, teilzunehmen, bei dem 10 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt wurden. 

Sie erkannte das Ausmaß ihrer Aktion, als sie ein Foto von einem der Opfer sah: Ein junges Mädchen, das immer gerne getanzt hatte, kämpfte in einem Krankenhaus um sein Leben, nachdem es bei dem Angriff ein Bein verloren hatte. 

„Es ist unmöglich, in den Himmel zu kommen, wenn man Menschen tötet“, sagte die weinende Rahman in der Dokumentation. 

Weißbuch über Xinjiang 

Zwischen 1990 und 2016 führten Separatisten, religiöse Extremisten und Terroristen in Xinjiang eine Reihe von Terroranschlägen durch. Bei den von ihnen angezettelten Bombenanschlägen, Attentaten und Unruhen starben Hunderte von Zivilisten und Polizisten, die in Ausübung ihrer Pflicht starben, heißt es in dem Weißbuch „Vocational Education and Training in Xinjiang“, das vom Informationsbüro des Staatsrats am 16. August veröffentlicht wurde. 

Im südlichen Teil Xinjiangs war der religiöse Extremismus besonders stark. Ein Grund dafür war die geographische Lage: die Region um die Taklamakan, die größte Wüste Chinas und die zweitgrößte Wanderdünenwüste der Welt, ist es ein extrem trockenes und abgelegenes Gebiet, das von Armut heimgesucht wird. Etwa 90 Prozent der dort lebenden Uiguren verfügten über begrenzte Kommunikations- und Beschäftigungsmöglichkeiten, da sie aufgrund des niedrigen Bildungsniveaus Hochchinesisch nicht lesen und schreiben konnten. Landwirtschaft und Viehzucht waren die wichtigsten Mittel, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Doch die Einkommen, die sie generierten, waren unzureichend. Die Bauern waren zumeist Analphabeten, die veraltete Geräte und Maschinen verwendeten. 

Die unausgewogene Entwicklung zwischen den verschiedenen Regionen ist eines der Hauptprobleme in China, und die Behörden konzentrieren sich inzwischen darauf, sie anzugehen. Von 2014 bis 2018 wurden in Xinjiang nach offiziellen Angaben mehr als 580.000 Haushalte aus der Armut geholt. 

Aufgrund der Umweltsituation in dem Gebiet war es in der Vergangenheit leicht, die Bewohner zu Gewalt aufzurufen. „[Religiöse Extremisten] leugnen die Konzepte und Errungenschaften der modernen säkularen Zivilisation und regen ihre Anhänger zu einem ‚heiligen Krieg‘ an, in dem sie für ihren Glauben sterben können, um in den Himmel zu gelangen“, heißt es im Weißbuch dazu. 

Weltweite Bemühungen 

Frühzeitige Intervention wird als wirksames Mittel angesehen, um die Ursachen für die Radikalisierung von Menschen anzugehen. Länder auf der ganzen Welt, die derartige Turbulenzen kennen, konzentrieren sich auf eine frühzeitige Intervention. 

In Australien ist der staatliche Ansatz, verschiedenste Aktivitäten – einschließlich eines Frühinterventionsprogramms – anzubieten, um den Menschen zu helfen, sich von gewalttätigen Ideologien zu lösen und wieder ein Teil der Gesellschaft werden zu können, heißt es auf der Webseite der australischen Regierung. 

In Dänemark wurde 2011 das Projekt „De-Radikalization – Back on Track“ gestartet, um Menschen nach einer Gefängnisstrafe bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu unterstützen. 

International werde die Entradikalisierung hauptsächlich auf drei Arten durchgeführt: durch Gesetze, Interventionsprogramme und gemeindebasierte Mechanismen, sagte Li Wei, Experte für Terrorismusbekämpfung des chinesischen Instituts für zeitgenössische internationale Beziehungen. 

Die Interventionsprogramme seien für Personen gedacht, die aufgrund ihres auffälligen, radikalen Verhaltens ausgewählt würden, das sich tendenziell zu Terrorismus entwickeln könne, fügte Li hinzu. 

„Die Entradikalisierung wird in verschiedenen Ländern entsprechend ihrer nationalen Demografie, Geschichte und Kultur sowie ihrer Werte unterschiedlich durchgeführt“, sagte Han Na, Dozent an der School of National Security and Counter-Terrorism der Chinesischen Renmin-Universität für Öffentliche Sicherheit, gegenüber der Beijing Rundschau. 

„Es gibt einige gemeinsame Anstrengungen, wie die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins und die positive Beeinflussung radikalisierter Menschen durch Bildung sowie die Unterstützung ihrer Wiedereingliederung in die Gesellschaft“, fügte Han hinzu. 

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