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Ein „Polizistenvater" mit 39 Kindern

Von Liu Kun und Zhou Lihua  ·   2016-02-24  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Polizei;zurückgelassene Kinder;
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Liao Yifeng mit den zurückgelassenen Kindern aus der Gantang-Grundschule in Huangpi, Wuhan, Provinz Hubei (Fotos: China Daily) 

Liao Yifeng, Polizeibeamter im abgelegenen Dörfchen Huangpi in Wuhan (Provinz Hubei), ist „Vater" für 39 „zurückgelassene" Kinder, deren Eltern weit weg von zu Hause arbeiten und nur selten Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen können. 

Auch wenn er jung wirkt, ist der 30-jährige Liao ein „alter Hase" in der Polizeiwache von Liuzhi. Er hat mit allen möglichen Problemen der Dorfbewohner zu tun, von der Haushaltsregistrierung und Suche nach Verbrechensspuren bis hin zur Lösung von Nachbarschaftsproblemen. 

Am meisten Anerkennung erhält er jedoch für seine zweite Identität als Vater zurückgelassener Kinder. 

Der achtjährige Wan Tianle war der erste, der Liao „Papa" nannte. 

Wans Eltern ließen sich scheiden, als er gerade einmal sechs Monate alt war. Er sah seine Mutter danach nie wieder, und nachdem sein Vater in Schulden geraten war, verschwand auch er. Sein bettlägeriger Großvater litt immer wieder an psychischen Erkrankungen, die Familie war auf die kargen Unterhaltszuschüsse seiner Großmutter angewiesen. Als Liao erfuhr, dass sich der Junge nicht einmal die monatlichen Schulgebühren von 100 Yuan (15 USD) leisten konnte, bestürzte ihn das sehr. Von da an besuchte er den Jungen jeden Monat und brachte das Schulgeld und eine Kanne Öl mit. 

Zum letzten Mittherbstfest kam Liao mit einem Kilo Fleisch und Schweinefüßen. Nach dem Essen schlang der kleine Junge dann seine Arme um Liaos Hals und fragte ihn zärtlich: „Onkel Liao, darf ich dich Papa nennen?" Liao war tief bewegt und den Tränen nahe. Er beschloss daraufhin, ein guter „Vater" für den Jungen zu sein. 

Selbst Vater eines zweijährigen Sohnes, weiß Liao, wie wichtig die Liebe eines Vaters für ein Kind ist. Die Nachfrage nach dem „Polizistenvater" stieg danach schnell. 

Allein in der Gantang-Grundschule sind 407 der 689 Schüler zurückgelassene Kinder. Mit Hilfe der Lehrer erstellt Liao detaillierte Aufzeichnungen über das Zuhause jedes Kindes und widmet den 39 Kindern mit den härtesten Lebensbedingungen besondere Aufmerksamkeit. 

In der Polizeiwache hat er einen Extraraum eingerichtet, den er „Familienraum" nennt. Dort gibt es Kinderbücher sowie Tische und Stühle, an denen die Kinder ihre Hausaufgaben machen können. 

Liao genießt es, den Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen und ihnen in seiner Freiheit etwas über Sicherheit beizubringen. Manchmal feiern sie auch einfach nur zusammen den Geburtstag eines Kindes. 

Außerdem spielt der Computer im „Familienzimmer" eine unverzichtbare Rolle, denn so kann Liao den Kindern, deren Eltern weit weg arbeiten, beim Online-Chat mit ihnen helfen. Gleichzeitig erhalten die Eltern einen Einblick in den Alltag und das Schulleben ihrer Kinder. 

Nachdem er im Juli im Fernsehen einen Bericht über GPS-Uhren für Kinder gesehen hatte, kam Liao sofort die Idee, damit für die Sicherheit „seiner" Kinder zu sorgen. 

2013 ertrank ein unbeaufsichtigter Junge in einem Teich. Liao erinnert sich: „Ich werde nie vergessen, wie die Mutter weinte und ohnmächtig zusammenbrach, nachdem sie tausende von Kilometern zurückgelegt hatte, um ihren Jungen zu sehen." 

Ich frage mich ständig, wo die Kinder gerade sind, wenn sie rausgehen. Diese Hightech-Uhren könnten dabei helfen, so mache vermeidbare Tragödie zu verhindern." 

Chen Zhikun, Leiter der Polizeiwache von Liuzhi, unterstützte die Idee, für 39 Kinder Smartwatches anzuschaffen. Sie kosteten allerdings mehr als 10.000 Yuan, keine unbedeutende Summe für eine abgelegene Polizeistation auf dem Land. Chen war Feuer und Flamme für den Plan und regte seine Mitarbeiter dazu an, ihre Überstundenprämien zu spenden. Er selbst beschloss, 8000 Yuan für den Kauf von 20 Smartwatches für einige der ärmsten Kinder zur Verfügung zu stellen.  

Die Smartwatch kann mit einer Handy-App verbunden werden, so lassen sich die Kinder jederzeit orten und sie können um Hilfe rufen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten. 

Mein einziger Wunsch ist, dass die Kinder sicher sind", sagt Liao. „Die Kinder, die eine Smartwatch bekommen, sind sehr stolz und rufen mich oft in ihrer Freizeit an." 

Der „Polizeipapa" weiß nun jederzeit, wo sich „seine" Kinder aufhalten. 

Zum internationalen Kindertag lud Liao viele der zurückgelassenen Kinder zum Spielen ins „Familienzimmer" ein und forderte sie auf, ihre Träume auf Haftzettel zu schreiben und an die Wand zu kleben. 

Ich will Soldat werden, an einer guten Universität studieren..." 

Mein Wunsch ist es, Musiker zu werden, andere mit meiner Musik zu verzaubern..." 

Ich kann nicht für das Glück aller Kinder garantieren. Aber ich werde diese „Wunschwand" behalten, damit sie sich an ihre Kindheitsträume erinnern, wenn sie größer werden und etwas Liebe und Wärme in ihren Herzen bewahren", erklärt Liao. 

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