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"Adopt don't shop": Ein neues Zuhause für gequälte Haustiere |
| Von Maike Schulte · 2016-07-21 · Quelle:Beijing Rundschau |
| Stichwörter: Tierschutzorganisation;Hunde;Beijing;WeChat |
Eine junge Deutsche engagiert sich in einer Beijinger Tierschutzorganisation dafür, dass Hunde und Katzen nicht auf dem Esstisch landen.
Seit anderthalb Jahren lebt Chinesischübersetzerin Julia Weibel in Beijing. Und auch wenn ihr Leben hier in vieler Hinsicht völlig anders ist als in ihrer alten Heimat bei Frankfurt, hat die 30-jährige eine Leidenschaft in ihr neues Zuhause mitgenommen, und das ist ihr Engagement für den Tierschutz.
Schon seit ihrer Jugend liegt der Deutschen das Wohlergehen von Tieren am Herzen, seit Jahren unterstützt sie mehrere Tierschutzvereine mit ihren Beiträgen. In ihrem Umfeld reagierten so manche mit Unverständnis, fragten, warum sie sich nicht lieber für Kinder einsetze. "Ich mache das, weil Tiere, anders als Menschen, eben keine Stimme haben", erklärt sie mit Entschiedenheit.
Auch in ihrem Übersetzerstudium spielte ihr Engagement für Tiere eine Rolle. In ihrer Abschlussprüfung beschäftigte sie sich mit einem kulturwissenschaftlichen Vergleich der Tierschutztraditionen in China und Deutschland. "Was viele nicht wissen, in China gibt es durch den Buddhismus durchaus eine positive Grundlage dafür", sagt sie.
Sie selbst lebt vegan und will dadurch ein Vorbild sein. Bei so viel Überzeugung und Leidenschaft lag es nahe, dass sie auch in China nicht auf ihr Engagement für Tiere verzichten würde. Im Internet entdeckte sie TACN (Together for Animals in China), eine Tierschutzorganisation in Beijing, die drei Chinesen vor zwei Jahren ins Leben riefen. Mittlerweile sind dort zusammen mit ihr rund 20 Mitarbeiter aus aller Herren Länder aktiv, allesamt ehrenamtlich, denn die Organisation finanziert sich allein aus Spenden.
Eins ihrer Hauptanliegen sind Aktionen gegen den illegalen Handel mit Hunde- und Katzenfleisch. Immer wieder sind auf Chinas Straßen Transporter mit gestohlenen Haustieren unterwegs in Richtung Schlachthof. "400 bis 500 Tiere werden eng zusammengepfercht transportiert, um am Ende auf einem Essteller zu landen. Viele davon tragen noch ihr Halsband und den Chip zur Identifizierung", berichtet Weibel.
WeChat hilft beim Aufspüren illegaler Tiertransporte
Wenn Fotos dieser Transporte bei WeChat oder Weibo auftauchen, informieren die Tierschützer die Polizei, die Laster werden verfolgt und angehalten. Sofort gerettet werden können die Tiere dann jedoch nicht. "Sie müssen meistens ein paar Tage in Quarantäne bleiben, auch wenn es ihnen oft sehr schlecht geht. Manche fallen schon tot aus dem Transporter", beschreibt sie ihre Erfahrungen.
Erst danach gelangen sie in eine Auffangstation in Tongzhou im Osten von Beijing, die mit TACN zusammenarbeitet. Dort gibt es Platz für 50 Hunde und 20 Katzen. Zurzeit werden in der 2009 gegründeten Station rund 40 Tiere, in der Mehrzahl Hunde, von einer Vollzeitmitarbeiterin und den Volontären von TACN betreut.
"TACN sorgt auch für die Kastration von Straßenhunden und -katzen und versieht sie mit einem Chip", erläutert Weibel. Mit einigen Tierärzten und -kliniken gibt es zudem Vereinbarungen, die Tiere nach ihrer Rettung kostenlos wieder aufzupäppeln.
Letztendlich sollen die Vierbeiner natürlich wieder zurück in ihre alte Familie, oder, wenn dies nicht gelingt, eine neue finden. "Wir vermitteln Tiere in China, aber auch ins Ausland", erzählt Weibel. Volontäre von TACN sind mit dabei, wenn die Tiere zu ihren neuen Besitzern ins Ausland geflogen werden.
"Wer sich dafür interessiert, eins dieser Tiere aufzunehmen, sollte unbedingt am 23. Juli ins Café Gangcuo in Shuangjing kommen", appelliert Weibel, die bei TACN für die Eventplanung zuständig ist. Unter dem Motto "Adopt don't shop" gibt es dort alle nur erdenklichen Informationen rund um die Haustieradoption in China und im Ausland, darüber hinaus Tipps von Tierärzten und Erfahrungsberichte von Leuten, die bereits ein gerettetes Tier bei sich aufgenommen haben.
Zudem präsentieren sich Hilfseinrichtungen wie das ICVS (International Center for Veterinary Services) in Wangjing, das als Partner von TACN bei Auslandstiervermittlungen fungiert, die Hundepension Cuddles aus Beijing und natürlich TACN selbst.
Auch einige der vermittelbaren Tier werden vorgestellt. "Eine Vorortadoption ist aber nicht möglich", betont Weibel. Denn ein Tier aufzunehmen, bedeutet Verantwortung und sollte gut überlegt sein. „Interessenten werden auf Herz und Nieren geprüft. Sie müssen sich ausweisen und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Danach wird ein rechtlich bindender Vertrag aufgesetzt", erläutert sie. Schließlich soll es den Vierbeinern ja danach ganz sicher besser gehen als vorher.
Info: "Adopt don't shop"
Wann: 23. Juli, ab 14 Uhr
Wo: Beijing, Shuangjing, Gangcuo Café, Baiziwanlu 32, Pingguo Yishuyuanjie 6, Building 28, 1st Floor
Internet:
TACN: www.tacn.org, Website in Englisch und Chinesisch
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Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24, 100037 Beijing, Volksrepublik China