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Chinesisch-deutsche Wirtschaftsbeziehungen: Status quo und Ausblick

Li Shasha*  ·   2025-12-11  ·  Quelle:cdd-online.com.cn
Stichwörter: China;Deutschland
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China und Deutschland sind als die zweit- und drittgrößten Volkswirtschaften der Welt zugleich auch die wichtigsten bilateralen Partner im Bereich des Handels füreinander. Bis 2023 war China acht Jahre in Folge Deutschlands wichtigster Handelspartner. Im Gegenzug war Deutschland 49 Jahre in Folge Chinas größter Handelspartner in Europa. 2024 lösten die USA China dann als größten Handelspartner der Bundesrepublik ab. Dennoch blieb China weiterhin Deutschlands größtes Importland und die Bundesrepublik Chinas größter europäischer Partner in Sachen Handel. 

Strukturell konzentrieren sich die deutschen China-Exporte nach wie vor auf traditionelle Schlüsselindustrien wie Automobil- und Maschinenbau sowie die Chemiebranche. Der Exportrückgang zwischen 2022 und 2024 zeigt sich dabei in allen wichtigen Ausfuhrfeldern, wobei der Automobilsektor besonders stark betroffen ist. Bei Chinas Ausfuhren nach Deutschland dominieren Elektronik, Maschinen und Konsumgüter, wobei Produkte mit mittlerer und hoher Forschungs- und Entwicklungsintensität bereits über zwei Drittel des Gesamtexportvolumens ausmachen. 

Hinsichtlich der Nettokapitalanlagen verbuchten die bilateralen Investitionen 2021 einen Spitzenwert (siehe Abbildung 1). Nach den revidierten Daten der Deutschen Bundesbank sanken die deutschen Nettokapitalanlagen in China von 9,47 Milliarden Euro (2021) auf 5,69 Milliarden Euro (2024), während die chinesischen Nettokapitalanlagen in der Bundesrepublik im gleichen Zeitraum sogar von 25,15 Milliarden auf 4,74 Milliarden Euro schrumpften. 

Die deutschen Direktinvestitionen in China weisen zwei Hauptmerkmale auf: Erstens stützen sich die Neuinvestitionen deutscher Unternehmen primär auf die Reinvestition von vor Ort erzielten Gewinnen. Zweitens sind traditionelle Branchenführer weiterhin die treibende Kraft hinter den deutschen China-Investitionen. 

Die chinesischen Direktinvestitionen in Deutschland zeigen derweil die folgenden Merkmale und strukturellen Veränderungen: 2024 zählten chinesische Unternehmen weiterhin zu den Hauptquellen der ausländischen Direktinvestitionsprojekte (FDI) in Deutschland und rangierten unter den Top 3. Dabei erleben die chinesischen Deutschland-Investitionen gerade einen Strukturwandel: Sie verschieben sich von traditionellen Mergers & Acquisitions (M&A) hin zu Greenfield-Investitionen (Neuanlagen). Hinzu kommt, dass sich die chinesische Investitionslandschaft in Europa insgesamt verändert: Während der Investitionsanteil in westeuropäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien deutlich gesunken ist, lässt sich beim Engagement in den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOE), allen voran Ungarn, ein signifikanter Anstieg beobachten. 

  

Abbildung 1: Bilaterale Nettokapitalanlagen zwischen China und Deutschland, 2019-2024 (Quelle: Deutsche Bundesbank) 

Seit 2022 weisen sowohl das bilaterale Handelsvolumen als auch die gegenseitigen Investitionen einen rückläufigen Trend auf, was auf eine Kombination aus zyklischen und strukturellen Faktoren zurückzuführen ist. Zu den zyklischen Einflussgrößen zählen die ungleichmäßige wirtschaftliche Erholung nach der Coronapandemie, erhöhte Energiekosten infolge der Ukraine-Krise sowie die schwache Marktnachfrage in Europa und China. Die strukturellen Faktoren umfassen die zunehmende lokale Substitution in China, den wachsenden Einfluss geopolitischer Spannungen sowie die „De-Risking“-Strategie Deutschlands und der EU. 

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen und der komplexen internationalen Lage stellt sich die Frage: Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich für deutsche und chinesische Unternehmen sowie die Gesellschaften beider Länder? Und: Wie lässt sich die bilaterale Wirtschaftskooperation optimal fördern? 

Um diese Fragen zu beantworten, habe ich in der vorliegenden Studie insgesamt 1575 Berichte zu den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und Deutschland analysiert. Die Beiträge stammen aus sechs führenden deutschen Medien (Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, Handelsblatt, Frankfurter Rundschau Online, Die Tageszeitung und Wirtschaftswoche) sowie sechs führenden chinesischen Medien (Xinhua, People's Daily, The Paper, Economic Daily, Caixin und Global Times) aus dem Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 30. April 2025. Mithilfe einer BerTopic-Analyse und einer anschließenden Clusteranalyse wurde die Entwicklung der prozentualen Verteilung der Hauptthemen in chinesischen und deutschen Medien zu den beiderseitigen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen ermittelt (siehe Abbildungen 2 und 3). 

Hauptthemen 

2022 

2023 

2024 

2025 

Wirtschafts- und Handelskooperation 

zwischen China und Deutschland 

79,9% 

76,5% 

72,5% 

49,0% 

Globale Wirtschafts- und Handelsrisiken 

16,4% 

15,3% 

8,2% 

44,2% 

Beziehungen der Automobilindustrie 

zwischen China und Deutschland 

3,6% 

8,1% 

19,4% 

7,0% 

 

 

Abbildung 2: Hauptthemen in der chinesischen Berichterstattung zu den chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen 

Hauptthemen 

2022 

2023 

2024 

2025 

Marktchancen und Branchenintegration 

65,5% 

51,5% 

44,2% 

40,4% 

Strategische Wettbewerbsfähigkeit und systemische Risiken 

23,3% 

35,6% 

28,4% 

24,3% 

Geopolitik und externe Umwelt 

11,2% 

13,2% 

27,4% 

35,3% 

Abbildung 3: Hauptthemen in der deutschen Berichterstattung zu den chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen 

Die Abbildungen zeigen, dass die Themen und Narrative der Wirtschafts- und Handelsberichterstattung sowohl in den chinesischen als auch in den deutschen Medien spürbare Veränderungen erfahren haben. In Verbindung mit den Ergebnissen der Analyse von Thinktank-Berichten, Regierungsdokumenten und Unternehmensinterviews lassen sich die Chancen und Herausforderungen der chinesisch-deutschen Wirtschaft gut zusammenfassen. 

Chancen und Perspektiven für deutsche Unternehmen in China 

Trotz aller Herausforderungen bleibt China für deutsche Firmen weiterhin einer der attraktivsten Auslandsmärkte weltweit. Der Markt überzeugt nicht nur durch seine schiere Größe und gut ausgebaute Infrastruktur, sondern auch durch seine steigenden Qualitätsansprüche. Aktuell sind etwa 5000 deutsche Firmen in China aktiv, insbesondere in den Sektoren Automobil, Chemie, Maschinenbau und Dienstleistungen. 

Um von der Dynamik des chinesischen Markts zu profitieren, setzen deutsche Unternehmen zunehmend auf strategische Transformation, Investitionen und Innovationskooperationen. Durch strategische Beteiligungen an chinesischen Technologieunternehmen erschließen sie schnell wachsende Zukunftsfelder. Prominente Beispiele hierfür sind die Kapitalerhöhung der Volkswagen Group an Xpeng (2023) und die Akquisition des Biotechnologieunternehmens Biotheus durch BioNTech (2024). Auch dem weltgrößten Autozulieferer Bosch ist die strategische Transformation gelungen: Er hat sich vom klassischen Automobilzulieferer zum Anbieter von Schlüsseltechnologien entwickelt und liefert heute beispielsweise Siliziumkarbid-Chips an chinesische Elektroautohersteller wie BYD und Great Wall Motors. Durch diese strategischen Beteiligungen und die gezielte Forschungs- und Entwicklungskooperation sichern sich deutsche Konzerne wertvolles lokales Wissen in Zukunftsbranchen wie künstliche Intelligenz, Batterie- oder Biotechnologie und vertiefen damit ihr China-Engagement. 

Gleichzeitig wird „De-Risking“ von vielen deutschen Unternehmen nicht als Rückzug, sondern als Beschleunigung der tiefgreifenden Lokalisierung interpretiert. Deutsche Zentralen übertragen ihren chinesischen Tochtergesellschaften größere Entscheidungsbefugnisse, um die Flexibilität gegenüber Marktveränderungen und im Wettbewerb insgesamt zu erhöhen. Die digitale Transformation spielt hier eine Schlüsselrolle bei der Markterschließung. Das Beispiel des deutschen Unternehmens Genuine zeigt, wie sich Plattformen wie Tmall oder Douyin nutzen lassen, um deutsche Marken gezielt an chinesische Verbraucher zu bringen. Dies beweist: Kultursensible und digital versierte deutsche Unternehmen können auch in einem intensiven Wettbewerbsumfeld überdurchschnittlich wachsen und ihre Zukunftszuversicht bewahren. 

Chancen und Perspektiven für chinesische Unternehmen in Deutschland 

Aufgrund seiner zentralen Lage in Europa bietet Deutschland als idealer Zugang zum EU-Markt chinesischen Firmen attraktive Standortvorteile. Als größte Volkswirtschaft der EU garantiert die Bundesrepublik nicht nur einen riesigen Verbrauchermarkt, sondern auch offene Märkte und rechtsstaatliche Prinzipien. Dies bietet chinesischen Investoren geringere Markteintrittsbarrieren bei gleichem Rechtsschutz. 

Darüber hinaus profitiert China von der Möglichkeit zu Innovationspartnerschaften in hochwertigen Industrien. Deutschland ist weltweit führend in der Automobil-, Maschinenbau-, Chemie- und Elektroindustrie und beherbergt globale Konzerne wie Mercedes-Benz und Siemens. Entscheidend sind jedoch die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die 99,6 Prozent der Wirtschaft stellen und unter denen sich zahlreiche „Hidden Champions“ finden. Durch gemeinsame Forschung und Entwicklung mit diesen Firmen erhalten chinesische Unternehmen mehr Chancen zur technologischen Innovation und industriellen Aufwertung, um bestehende Defizite in der Highend-Fertigung schneller wettzumachen. Die Produktion unter dem Label „Made in Germany“ steigert zudem den Markenwert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Produkte. 

Nicht zuletzt dient lokale Ansiedlung der Risikominimierung. Angesichts des wachsenden Protektionismus und verschärfter europäischer Sicherheitsprüfungen wählen chinesische Firmen bewusst Deutschland für die Lokalisierung ihrer Produktion und Forschung. Dieser Schritt ermöglicht nicht nur eine schnellere Reaktion auf lokale Kundenbedürfnisse, sondern bietet auch eine wichtige Absicherung gegen potenzielle Handelskonflikte und Sanktionen. 

Herausforderungen für deutsche Unternehmen 

Die größte Herausforderung für deutsche Betriebe ist der intensivere Wettbewerb mit chinesischen Firmen – sowohl in China als auch zunehmend in Europa und auf Drittmärkten. Die lange bestehende hohe wirtschaftliche Komplementarität zwischen China und Deutschland wird künftig verstärkt von wachsender industrieller Konkurrenz ersetzt, was enormen Druck auf deutsche Unternehmen in traditionellen Schlüsselbranchen ausübt. 

Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb zunehmend auch in Europa und auf Drittmärkten. Deutsche Medien heben hervor, dass Deutschland gerade in denjenigen Bereichen Marktanteile einbüße, in denen China zulege. 

Herausforderungen für chinesische Unternehmen 

Chinesische Unternehmen sehen sich im europäischen, insbesondere im deutschen Markt mit wachsenden Hürden konfrontiert, die primär aus zunehmenden geopolitischen Risiken resultieren. Die zunehmende industrielle Konkurrenz auf dem europäischen Markt könnte die EU, einschließlich Deutschland, dazu zwingen, umfassendere Instrumente wie Zölle, zusätzliche Auflagen für Direktinvestitionen und eine aktive Industriepolitik einzusetzen. Dementsprechend nehmen geopolitische Risiken und die Verallgemeinerung des Sicherheitskonzepts seit 2022 stark zu. 

Die deutsche Regierung hat die Prüfung chinesischer Übernahmen verschärft und mehrere Deals blockiert – darunter im Halbleiterbereich (Elmos und ERS Electronic, 2022) und bei kritischer Infrastruktur (MAN Energy Solutions Gasturbinensparte, 2024). Wachsende Sicherheitsbedenken in der Gesellschaft führen zu institutionellen Beschränkungen für chinesische Firmen, beispielsweise beim Ausschluss von Huawei und ZTE aus dem 5G-Netz (2023) oder der drohenden Nutzungsbeschränkung für KI-Unternehmen wie DeepSeek (2025). 

Ergänzend zu den politischen Hürden kämpfen viele chinesische Betriebe mit internen Herausforderungen durch ein mangelndes Verständnis für den deutschen Markt und die lokale Kultur. Trotz hoher technischer Wettbewerbsfähigkeit hinken einige Firmen beim Aufbau von Markenvertrauen und zielführenden Marketingstrategien hinterher. Zudem stehen die chinesischen Managementmodelle zwar für operative Effizienz, sehen sich aber im deutschen Umfeld mit Problemen bei der Mitarbeiterbindung und im Personalmanagement konfrontiert. 

Gemeinsame Herausforderungen für beide Seiten 

Gemeinsame Schwierigkeiten rühren von der Rezession des europäischen Marktes und der unzureichenden Binnennachfrage in China her. Der EU-Markt leidet unter hohen Energiekosten, überbordender Bürokratie und fragmentierten Kapitalmärkten, was zu schwachem Wirtschaftswachstum führt. Insbesondere die deutsche Wirtschaft steckt tief in der Krise, eine große Zahl von Unternehmen ist von Insolvenz bedroht. Nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit Negativwachstum hat das ifo Institut die Wachstumsprognose 2025 für die deutsche Wirtschaft nur vorsichtig auf 0,2 Prozent angehoben, womit Deutschland zu einer der am langsamsten wachsenden Industrienationen zählt. 

Gleichzeitig wird die chinesische Wirtschaft durch eine schwache Binnennachfrage, die Belastung durch den schwächelnden Immobilienmarkt und steigende lokale Staatsverschuldung gehemmt. Chinas anhaltende Exporte könnten zudem zu wachsenden Handelsungleichgewichten mit Deutschland und anderen europäischen Ländern führen und dort die Besorgnis über steigende Konkurrenz aus China weiter verschärfen. 

Empfehlungen zur Intensivierung der bilateralen Wirtschaftskooperation 

Angesichts des tiefgreifenden Wandels der globalen Wirtschaftsordnung dient die Förderung einer langfristigen, stabilen und qualitativ hochwertigen Entwicklung der chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen nicht nur den Interessen beider Seiten, sondern ist auch von großer Bedeutung für die Weltwirtschaft. 

-       Kommunikationsmechanismen stärken, bilaterale Risikowahrnehmung managen 

Die chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen sind von komplexen geopolitischen Faktoren geprägt, insbesondere vom Einfluss der USA und Russlands. Die EU ist sicherheitspolitisch stark von den USA abhängig, kann sich gleichzeitig aber wirtschaftlich kaum von China entkoppeln. Vor dem Hintergrund unsicherer chinesisch-amerikanischer Beziehungen strebt China danach, durch die Vertiefung der Zusammenarbeit mit der EU deren unabhängigere und ausgewogenere globale Rolle zu fördern. Gleichzeitig aber möchte China auch seine strategische Kooperation mit Russland nicht schwächen, nur um der europäischen Position entgegenzukommen. 

Diese Gratwanderung birgt neben Chancen auch das Risiko strategischen Fehleinschätzungen. Deshalb ist es entscheidend, die bestehenden Gipfeltreffen, Regierungskonsultationen und Politik-Dialoge auf verschiedenen Ebenen aufrechtzuerhalten und sie weiter zu verstärken. Durch hochrangige, häufige und institutionalisierte Gespräche sollten die strategischen Kommunikationskanäle offengehalten, die politische Transparenz erhöht und die Erwartungen an die bilaterale Zusammenarbeit stabilisiert werden. Dies ist ein Schlüssel, um zu verhindern, dass geopolitische Spannungen weiterhin auf den Wirtschaftsbereich übergreifen und zu einer emotional geführten Entkopplung (Decoupling) führen. 

-       Industrielle Kooperation vertiefen, bidirektionale Lokalisierung fördern 

Da China und Deutschland gleichsam exportorientierte Volkswirtschaften sind, gibt es in mehreren Schlüsselbranchen zunehmenden Wettbewerb zwischen beiden Ländern, was das Spannungsfeld von Kooperation und Konkurrenz verschärft. Um im Wettbewerb die Zusammenarbeit zu suchen und trotz Differenzen die Win-win-Potenziale zu erweitern, gilt es, eine strategischere und pragmatischere Form der industriellen Kooperation zu entwickeln. 

Deutsche Unternehmen sollten zur verstärkten Lokalisierung ihrer F&E- und Produktionsketten in China ermutigt und dabei unterstützt werden, während chinesische Firmen dabei zu fördern sind, ihr Marktverständnis und ihre Markenbildung in Deutschland zu verbessern. Es gilt zum Beispiel, bilaterale Unternehmensplattformen für gemeinsame Innovation in Zukunftsbereichen wie KI, grüne Transformation, Wasserstoff und Elektromobilität zu initiieren. Durch die Etablierung gemeinsamer Standards und Ergebnis-Sharing-Mechanismen kann die Nullsummen-Konkurrenz reduziert und ein neues Kooperationsmodell der „starken Allianz“ (Strong-Strong Union) verwirklicht werden. Dieser Wandel vom reinen Marktwettbewerb hin zur gemeinsamen Erschließung von Wachstumsfeldern kann helfen, eine nachhaltige industrielle Kooperationsstruktur im Angesicht globaler Unsicherheit und technologischer Transformation zu schaffen. 

-       Institutionelle Garantien schaffen, Verallgemeinerung des Sicherheitskonzepts vermeiden 

Im aktuellen Meinungsklima der zunehmenden Verallgemeinerung des Sicherheitskonzepts ist die Schaffung transparenter, fairer und berechenbarer institutioneller Garantien entscheidend für die Stabilität der chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen. In den Bereichen Regulierungsprozesse, Schutz des geistigen Eigentums, Datensicherheit und Talentmobilität ist ein höheres Maß an gegenseitigem Vertrauen aufzubauen, um ein stabiles institutionelles Umfeld für grenzüberschreitende Investitionen und Technologiekooperationen zu bieten. 

Chinas jüngste positive Signale zur Marktöffnung und Vereinfachung des grenzüberschreitenden Datentransfers werden in Deutschland als wichtige Gelegenheit zum Wiederaufbau von Vertrauen wahrgenommen. Dennoch bleiben Sicherheits- und Datenfragen sensible Themen, die leicht politisiert werden können. Um die Verallgemeinerung des Sicherheitskonzepts und ein negatives Meinungsklima zu verhindern, ist dringend die Etablierung eines detaillierten Regelwerks erforderlich. Dazu zählt: klare Verantwortungsabgrenzung, Einbeziehung unabhängiger Dritter sowie ein regelmäßiger Dialog zur Vermeidung von Missverständnissen. 

-       Personalaustausch fördern, Kooperationsbasis stärken 

Die Coronapandemie hat die Produktion und das Management vieler deutscher Unternehmen in China merklich beeinträchtigt. Die Ausreise von Führungskräften und technischem Schlüsselpersonal hatte kurzfristig Auswirkungen auf die Vertrauensbasis der bilateralen Wirtschaftskooperation. Chinas Einreiseerleichterungen der letzten Jahre, darunter Visumfreiheit für deutsche Staatsbürger und vereinfachte Visabestimmungen, haben den bilateralen Personalaustausch signifikant gefördert und das öffentliche Bild Chinas in Deutschland verbessert. 

In Zukunft sollte die Politik für ausländische Fachkräfte in China weiter optimiert werden, um auch mehr deutsche Führungskräfte und Experten für eine langfristige Entwicklung in China zu gewinnen. Außerdem sollten beide Seiten die Flug- und Verkehrsverbindungen weiter ausbauen und die grenzüberschreitende Vernetzung aufrechterhalten. Gleichzeitig gilt es, den Austausch und die Besuche junger Eliten zu verstärken, um den Talentpool für die zukünftige bilaterale Wirtschaftskooperation auszubauen. Durch institutionalisierte und dauerhafte Mechanismen für kulturellen und Talentaustausch kann ein robusteres, offeneres und zukunftsorientiertes Kooperationsökosystem geschaffen werden. 

 

*Dr. Li Shasha ist außerordentliche Professorin an der Tongji-Universität in Shanghai. Die Wissenschaftlerin hat zahlreiche vielbeachtete Forschungsarbeiten in Fachzeitschriften wie SSCI, CSSCI und A&HCI veröffentlicht.  

Die Meinung der Autorin spiegelt nicht unbedingt die Position unserer Website wider. 

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