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Sören Link: „Die Seidenstraßeninitiative ist ein faszinierendes Jahrhundertprojekt“

Von Wei Hongchen  ·   2019-04-30  ·  Quelle:Beijing Rundschau
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Das Bild zeigt das DIT in Duisburg, das größte der neun Frachtterminals und der wichtigste lokale Knotenpunkt für Eisenbahncontainer. (Xinhua)  

Vom 25. bis zum 27. April wurde das 2. Gipfelforum zur internationalen Zusammenarbeit im Rahmen der Seidenstraßeninitiative in Beijing abgehalten. Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat auf der Eröffnungszeremonie betont, dass die Seidenstraßeninitiative allen Ländern weltweit neue Möglichkeiten eröffnen würde. In der Tat profitiert die deutsche Stadt Duisburg, die am Rande des Ruhrgebiets liegt und sich aktiv an mehreren Projekten im Rahmen der Seidenstraßeninitiative beteiligt, schon seit einigen Jahren regelrecht von der Initiative. Zum Beispiel ist der Yuxinou-Güterzug, der zwischen Chongqing und Duisburg verkehrt, bereits zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Vor diesem Hintergrund hat die Beijing Rundschau ein Exklusivinterview mit dem Duisburger Oberbürgermeister Sören Link durchgeführt. 

Beijing Rundschau: Herr Oberbürgermeister Sören Link, was halten Sie persönlich von der Seidenstraßeninitiative? Wie beurteilen Sie das Projekt?   

Sören Link: Die Initiative ist wirklich ein unglaublich faszinierendes Jahrhundertprojekt. Ein Projekt, das nicht nur für China und für chinesische Investoren reizvoll ist, sondern es bietet eben auch eine Menge Perspektiven für deutsche und europäische Firmen.  

Was für eine Rolle kommt Duisburg im Rahmen der Seidenstraßeninitiative zu?   

Duisburg ist ein zentraler Logistik-Knotenpunkt in Deutschland, mitten in Europa. Hier laufen viele Verkehrsstränge zusammen. Der Düsseldorfer Flughafen ist nur zehn Minuten von der Duisburger Innenstadt entfernt, Rhein und Ruhr ermöglichen die Anbindung  an die Binnenschifffahrt  und an die Seehäfen. Mit dem Straßen- und Schienennetz sind wir ein Logistikstandort im Zentrum Europas, der seinesgleichen sucht.  

In Duisburg endet die neue Seidenstraße. Seit dem Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping im Jahr 2014 kommen pro Woche bis zu 40 Züge aus China in Duisburgs Hafen an, rund einhundert chinesische Unternehmen gibt es mittlerweile in der Stadt. Es ist schön, dass die Anzahl der Züge aus China nach Duisburg immer größer wird. Auch die Zahl der von Duisburg aus nach China fahrenden beladenen Züge wird immer größer, so dass es in beide Richtungen Geschäfte gibt, also sowohl im In- als auch im Exportbereich. 

Welche Veränderungen hat die Initiative in Duisburg hervorgerufen und welche Geschäftschancen haben sich dadurch ergeben? Gibt es konkrete Beispiele dafür?  

In Duisburg hat sich in den letzten Jahren ein Netz an Firmen angesiedelt, die rund um die Seidenstraßeninitiative Geschäfte in Europa und mit China machen. Deswegen ist die Seidenstraßeninitiative in ihrer wirtschaftlichen Kraft noch lange nicht am Ende, sondern es gibt noch jede Menge Wertschöpfungsmöglichkeiten, auch für deutsche Unternehmen. 

Wir planen die Entwicklung eines China Trade Center in Duisburg. Dort soll chinesischen Firmen, die nach Europa wollen und die hier Waren verkaufen oder handeln wollen, eine Plattform geboten werden. Daran arbeiten wir sehr konsequent. Wir haben mittlerweile eine Menge chinesischer Studierender, die hier in Duisburg studieren und wohnen, die wiederum auch Wirtschaftskraft generieren und Perspektiven für Arbeitsplätze schaffen, weil sie hier Firmen gründen.

Immer mehr chinesische Unternehmen errichten in Duisburg eine Vertretung. Wie stehen Sie dazu?   

Es gibt mittlerweile über 100 chinesische Unternehmen in unserer Stadt. Die Wirtschaftskontakte über den Duisburger Hafen, aber auch Kontakte über die Duisburger Wirtschaftsförderung und unseren China-Beauftragten gewinnen immer mehr an Bedeutung. Damit wollen wir weitere Investoren nach Duisburg zu holen. In China selbst sind es ganz unterschiedliche Gesprächspartner: Sowohl die Regierung, was die Rahmenbedingungen angeht, als auch Unternehmen, die in Duisburg investieren oder Investitionen aus Duisburg und Deutschland heraus suchen.

In welchen Bereichen gibt es noch Potenzial für die Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland (Duisburg) im Rahmen der Seidenstraßeninitiative?   

Die letzten Jahre haben gezeigt, welches Potenzial die wirtschaftlichen Beziehungen zu China zum gegenseitigen Nutzen haben können. Es ist spannend, das Projekt Seidenstraße weiterzudenken, beispielsweise im Bereich Digitalisierung und Smart City. Wichtig ist, dass es gleiche Handelsbedingungen und gleiche wirtschaftliche Zugangsmöglichkeiten in beiden Richtungen gibt. Dabei auf Augenhöhe miteinander zu reden, ist ein erfolgreicher Weg, um gute Geschäfte zu machen und damit auch für Wohlstand in beiden Ländern zu sorgen.  

Mehr dazu:
LINKS:

Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24, 100037 Beijing, Volksrepublik China


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