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Die Militärstrategie Chinas
  ·   2015-07-27  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Militärstrategie
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Presseamt des Staatsrates 

der Volksrepublik China

Mai 2015 

Erste Auflage 2015 

ISBN 978-7-119-09436-6 

© Verlag für fremdsprachige Literatur GmbH, 2015 

Herausgeber: Verlag für fremdsprachige Literatur GmbH 

Baiwanzhuang Dajie 24, 100037 Beijing, China 

Homepage: www.flp.com.cn 

Vertrieb: Chinesische Internationale Buchhandelsgesellschaft 

Chegongzhuang Xilu 35, 100044 Beijing, China 

Druck und Verlag in der Volksrepublik China 

INHALT 

                                                                                         I.Die Sicherheitslage Chinas 

                                                                                        II.Missionen und strategische Aufgaben der Armee 

                                                                                      III.Die strategische Richtlinie der aktiven Verteidigung     

                                                                                      IV.Aufbau und Entwicklung der Streitkräfte       

                                                                                       V.Vorbereitungen auf militärische Kämpfe       

                                                                                      VI.Militär- und Sicherheitszusammenarbeit 

Vorwort 

Heute steht die Welt einer nie da gewesenen großen Veränderung gegenüber und China befindet sich in einer Schlüsselperiode der Reform und Entwicklung. Das chinesische Volk kämpft für die Verwirklichung des Chinesischen Traums von der großen nationalen Renaissance und hofft zugleich, mit allen Ländern der Welt gemeinsam den Frieden zu wahren, nach Entwicklung zu streben und Prosperität zu genießen. 

Das Schicksal Chinas ist eng mit dem der Welt verbunden. Die Prosperität und Stabilität der Welt verschaffen China Entwicklungschancen und umgekehrt bietet Chinas friedliche Entwicklung der Welt günstige Gelegenheiten. China wird konsequent den Weg der friedlichen Entwicklung gehen, eine unabhängige und selbstständige Außenpolitik des Friedens und eine defensive Verteidigungspolitik verfolgen, gegen jegliche Form von Hegemonie und Machtpolitik kämpfen und niemals nach Hegemonie und Expansion streben. Die chinesische Armee ist nach wie vor eine zuverlässige Kraft zur Wahrung des Weltfriedens. 

Eine schlagkräftige Landesverteidigung und eine starke Armee aufzubauen, ist eine strategische Aufgabe im Prozess der Modernisierung sowie eine Sicherheitsgewährleistung für die friedliche Entwicklung Chinas. Dem nationalen strategischen Ziel untergeordnet und ihm dienend, ist Chinas Militärstrategie die übergeordnete Leitlinie für den Entwurf und die Leitung des Aufbaus und des Einsatzes der chinesischen Streitkräfte. An einem neuen historischen Ausgangspunkt hat sich die chinesische Armee den neuen Veränderungen der Sicherheitslage Chinas angepasst, verfolgt in Übereinstimmung mit dem Ziel der KP Chinas zum Aufbau einer starken Armee in der neuen Situation eine Strategie der aktiven Verteidigung, treibt die Modernisierung der Landesverteidigung und der Armee beschleunigt voran und währt entschlossen die staatliche Souveränität, Sicherheit und Entwicklungsinteressen, um das Erreichen der Ziele „Zweimal hundert Jahre" und die Verwirklichung des Chinesischen Traums von der großen nationalen Renaissance sicher zu gewährleisten. 

 

I. Die Sicherheitslage Chinas 

Heute vertiefen sich die Multipolarisierung der Welt, die Globalisierung der Wirtschaft und die Informatisierung der Gesellschaft. Alle Länder verbinden sich enger miteinander und entwickeln sich nach und nach zu einer Schicksalsgemeinschaft. Frieden, Entwicklung, Zusammenarbeit und gemeinsames Gewinnen sind zu einer unaufhaltsamen Strömung der Zeit geworden. 

Die internationale Situation durchläuft eine tief greifende Entwicklung: Die Kräfteverhältnisse, die Struktur des globalen Regierens, die geostrategische Lage im asiatisch-pazifischen Raum und der Wettbewerb in Wirtschaft, Militär, Wissenschaft und Technik erleben historische Veränderungen. Die Kräfte für den Frieden werden ebenso stärker wie die Faktoren gegen den Krieg. In absehbarer Zukunft ist ein Weltkrieg unwahrscheinlich und die internationale Situation wird voraussichtlich im Allgemeinen friedlich bleiben. Aber neue Entwicklungen in Bezug auf Hegemonie, Machtpolitik und Neo-Interventionismus dürfen nicht unterschätzt werden. Das Ringen verschiedener internationaler Kräfte um die Neuzuweisung von Macht und Interessen wird heftiger. Terroristen entwickeln eine zunehmende Aktivität. Die Gefahrenherde durch ethnische, religiöse, Grenz- und Gebietsstreitigkeiten sind komplex und unbeständig. In einigen Regionen flackern wiederholt kleinere Kriege, Konflikte und Krisen auf. Die Welt ist nach wie vor von unmittelbaren und potenziellen Regionalkriegen bedroht. 

China wird sich weiter in einer wichtigen, strategisch günstigen Periode für seine Entwicklung befinden. Das äußere Umfeld ist im Großen und Ganzen vorteilhaft. Chinas umfassende Landesstärke, seine Kernwettbewerbsfähigkeit und seine Fähigkeit zur Abwehr von Risiken haben sich erheblich erhöht und seine internationale Stellung und sein Welteinfluss haben deutlich zugenommen; der Lebensstandard des Volks hat sich bemerkenswert verbessert und die Gesellschaft bleibt stabil. Als ein großes Entwicklungsland ist China jedoch immer noch mit unterschiedlichen und komplizierten Sicherheitsbedrohungen konfrontiert. Die äußeren Hindernisse und Herausforderungen vermehren sich ständig. Die Sicherheitsprobleme für Existenz und Entwicklung, konventionelle und nicht-konventionelle Sicherheitsbedrohungen sind miteinander verflochten. China steht vor den schwierigen Aufgaben, seine Einheit und territoriale Integrität sowie seine Entwicklungsinteressen zu verteidigen. 

Mit der schnellen weltwirtschaftlichen und -strategischen Schwerpunktverschiebung in den asiatisch-pazifischen Raum treiben die USA dort weiterhin ihre Strategie „Rebalance" voran, und verstärken ihre militärische Präsenz und das System der Militärbündnisse in dieser Region. Japan strebt aktiv nach der Loslösung vom Nachkriegssystem und generalüberholt in großem Ausmaß seine Politik für militärische Sicherheit. Japans Entwicklungsrichtung hat unter manchen asiatischen Ländern große Besorgnis ausgelöst. Hinsichtlich der territorialen Souveränität und maritimen Rechte und Interessen Chinas ergreifen manche Nachbarländer provozierende Maßnahmen, erweitern ihre militärische Präsenz auf den von ihnen illegal „besetzten" chinesischen Inseln. Manche Länder außerhalb der Region mischen sich sehr in die Angelegenheiten im Südchinesischen Meer ein und betreiben häufig maritime Nahbereichsaufklärungen gegenüber China. Die Gewährleistung der maritimen Rechte und Interessen Chinas wird eine lang andauernde Aufgabe sein. Einige territoriale Streitigkeiten bleiben bestehen. Auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien gibt es zahlreiche unstabile und unsichere Faktoren. Auch der wütende regionale Terrorismus, Separatismus und Extremismus beeinträchtigen die Sicherheit und Stabilität in Chinas Nachbarschaft. 

In der Taiwan-Frage geht es um die Einheit und die langfristige Entwicklung des Landes. Ein vereinigtes China ist die historische Notwendigkeit für die Renaissance der chinesischen Nation. In den letzten Jahren hat die friedliche Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Seiten der Taiwan-Straße eine nachhaltige Dynamik gezeigt. Aber die grundlegendsten Faktoren, die die Stabilität zwischen den beiden Seiten beeinträchtigen, sind immer noch nicht beseitigt. Separatistische Kräfte für die „Unabhängigkeit Taiwans" und ihre spalterischen Umtriebe stellen nach wie vor die größte Bedrohung für die friedliche Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Seiten dar. Die Aufgaben zur Wahrung der politischen Sicherheit und der gesellschaftlichen Stabilität Chinas bleiben schwierig und komplex. Separatistische Kräfte für ein „Ostturkistan" und die „Unabhängigkeit Tibets" haben erhebliche Schäden verursacht, insbesondere die eskalierenden Terror-Aktivitäten der „Ostturkistan"-Kräfte. Die antichinesischen Kräfte versuchen, eine „Farbenrevolution" anzuzetteln. Folglich sind die staatliche Sicherheit und gesellschaftliche Stabilität Chinas mit mehr Risiken behaftet. Mit der Erweiterung der staatlichen Interessen könnten internationale bzw. regionale Unruhen, Terrorismus, Piraterie, schwere Naturkatastrophen und Epidemien die staatliche Sicherheit bedrohen. Die Sicherheitsbedrohungen für die überseeischen Interessen Chinas wie die Sicherheit der Energieressourcen, der strategischen Seewegeverbindungen (SLOCs) sowie der Einrichtungen, des Personals und des Vermögens im Ausland vermehren sich. 

Die Revolution der militärischen Angelegenheiten (RMA) entwickelt sich weltweit intensiv. Langstreckenpräzisions-, Tarnkappen-, intelligente und unbemannte Waffen und Ausrüstungen werden immer ausgefeilter. Heute wird auch im Weltraum und im Internet für eine strategische Überlegenheit gekämpft. Der Wandel der Kriegsführung vollzieht sich beschleunigt zur Informatisierung. Die wichtigen Länder regulieren aktiv ihre Sicherheitsstrategie und Verteidigungspolitik, treiben energisch ihre militärische Transformation und die Restrukturierung der Streitkräfte voran. Die revolutionären Veränderungen in der Militärtechnik und Kriegsführung üben großen Einfluss auf die internationale politische und militärische Struktur aus und bringen der militärischen Sicherheit Chinas neue und ernsthafte Herausforderungen. 

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