02-03-2010 Beijing Rundschau Golden Games von Li Xiao
Bewährte Eisschnelläuferin Zwei Tage nachdem das chinesische Olympiateam seine erste Goldmedaille errungen hatte, verteidigte Wang Meng ihre Goldmedaille im 500-Meter-Eisschnelllauf der Damen, die sie in Turin gewonnen hatte. Damit wurde sie zur ersten Chinesin, der es gelang, in zwei aufeinander folgenden Olympischen Spielen jeweils eine Goldmedaille in ihrer Lieblingsdisziplin zu gewinnen. Anerkannt als eine der leistungsfähigsten Eisschnellläuferinnen der Welt dominiert sie seit den Olympischen Winterspielen 2006 die 500-Meter-Bahn. In den letzten vier Jahren hat sie nahezu die gesamten Weltmeisterschaftsrennen gewonnen und den Weltrekord von 42,609 Sekunden gehalten. „Niemand kann mich besiegen, solange ich keine Fehler mache," sagte sie vor dem Wettbewerb in Vancouver. Der Sieg der 25-Jährigen schien unausweichlich. In den Vorläufen, im Viertel- und im Halbfinale brach Wang olympische Rekorde. Im Endlauf setzte sie sich sofort in Führung und ließ ihren Kontrahentinnen nicht den Hauch einer Chance, zu ihr aufzuschließen. Mühelos fegte sie in 43,048 Sekunden über die Ziellinie, mit einem deutlichen Vorsprung von sieben Zentelsekunden vor der Silbermedaillengewinnerin Marianne St-Gelais aus Kanada. Zweimal kniete sie nieder, um ihren Trainern und Teamkollegen ihre Dankbarkeit zu erweisen. Besonders tief verbeugte sie sich vor Li Yan, der Cheftrainerin des Eisschnelllaufteams, die vor vier Jahren in Turin den Amerikaner Apolo Anton Ohno zur Goldmedaille über 500-Meter geführt hatte.
Eislaufwunder Am 20. Februar fiel Chinas Überlegenheit im Eisschnelllauf der Damen kurzfristig zurück, als die Favoritin auch über die 1500-Meterstrecke Wang im Halbfinale mit der Amerikanerin Katherine Reutter kollidierte und disqualifiziert wurde. Ebenfalls in einem der Halbfinalläufe wurde die Chinesin Sun Linlin disqualifiziert. Als einzige chinesische Läuferin schaffte es nur die achtzehnjährige Zhou Yang in ein Finale voller starker Gegnerinnen. „Vor dem Wettkampf sagte uns die Trainerin, dass auf der Eisfläche grundsätzlich alles möglich sei. Ich hätte trotzdem nicht gedacht, dass ich als einzige Chinesin im Finale landen würde", meinte Zhou. Mit drei Athletinnen aus Südkorea im Finallauf und der Abwesenheit von Wang war wieder alles offen: jede konnte nach olympischem Gold greifen. Schließlich nutzte die Weltrekordhalterin Zhou Yang in ihrem ersten olympischen Wettkampf ihre Chance und erlief sich mit 2 Minuten 16,993 Sekunden eine Goldmedaille. Der Vorsprung vor der zweitplatzierten Lee Eun-byul betrug fast zwei Sekunden, Park Seung-hi, ebenfalls aus Südkorea, gewann Bronze. Nach der Goldmedaille und dem Aufstellen einer neuen olympischen Bestleistung sagte Zhou: "Diese Goldmedaille wird alles verändern. Sie wird mir mehr Selbstvertrauen verleihen."
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