02-03-2010 Beijing Rundschau
Golden Games
von Li Xiao

 

Die fünf Goldmedaillen, die Chinas Olympiaauswahl errungen hat, machen die Spiele von Vancouver für die Chinesen  zu den bislang erfolgreichsten Winterspielen.

 

 

Natürlich hat niemand erwartet, dass die Chinesen in Vancouver so viele Medaillen abräumen, wie bei den Olympischen Sommerspielen in Beijing 2008. Olympiageschichte haben sie dennoch geschrieben, denn nie zuvor ist der Goldregen bei einer Winterolympiade so reichlich für das chinesische Team ausgefallen wie in Vancouver. Zwar gab es auch diesmal wie schon in Turin 2006 insgesamt 11 Medaillen, aber davon sind diesmal fünf Medaillen vergoldet, während es in Turin nur zwei gewesen waren. Der überraschendste Erfolg aber war die völlig unerwartete Bronzemedaille für die chinesische Damen-Curling-Mannschaft.

 

Legendäres Eislaufpaar

Die Veteranen dreier Olympischer Spiele, der 36 Jahre alte Zhao Hongbo and seine 31-jährige Ehefrau Shen Xue, lieferten mit ihrer nahezu makellosen Kür am 15. Februar eine goldreife Leistung.

Seit 1992 hat das Paar seinen Traum auf der Eisfläche zu verwirklichen versucht, ungeachtet aller Rückschläge und langanhaltender Verletzungspausen. Die dreimaligen Weltmeister (2002, 2003 und 2007) sind auch die ersten chinesischen Eisläufer, die es auf ein olympisches Siegerpodest geschafft haben: 2002 gewannen sie in Salt Lake City die Bronzemedaille, desgleichen 2006 in Turin. Nach ihrem Triumph im Jahr 2007 bei der Four Continents Championship, der Eislaufmeisterschaft aller Erdteile außer Europa, hatten sie sich aus dem aktiven Geschehen zurückgezogen, bis sie vor einem Jahr wieder auf die Eisfläche zurückkehrten, um schließlich in Vancouver ihre ungewöhnliche Karriere mit olympischem Gold zu krönen.

Vor der Abreise nach Kanada sagte Shen gegenüber Medienvertretern: "Es mag vielleicht nicht der günstigste Moment sein, um nach der Goldmedaille zu greifen, aber dies ist definitiv unsere letzte Chance!"

Im Pacific Coliseum, dem Stadion für Eiswettbewerbe, holte das Eislaufpaar die Medaille mit einer elektrisierenden Interpretation des Adagio in g-Moll , das dem venezianischen Barockkomponisten Tomaso Albinoni zugeschrieben wird. Für die Kür 139,91 Punkte, in der Summe mit der Pflicht ergaben sich 216,57 Punkte. Damit sind sie die ersten nichteuropäischen Sieger im Paarlauf, einer Disziplin, die 46 Jahre lang von russischen bzw. sowjetischen Sportlern dominiert worden war.  "Unser Traum ist wahr geworden," sagt Zhao. "Wir haben ihn seit vielen Jahren geträumt. Jedes Mal, wenn wir die Nationalfahne gesehen haben und die Hymne erklang, stellten wir uns vor, wir wären bei den Olympischen Spielen."

Ein weiteres chinesisches Paar, Pang Qing and Tong Jian, errangen mit der persönlichen Bestleistung von 213,31 Punkten die Silbermedaille.

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