28-12-2009 Beijing Rundschau 2009: Zehn wichtige Wirtschaftsnachrichten aus China
CITIC Pacific Vorstand tritt nach Razzia in Hongkong zurück Stichwort: Wirtschaftskriminalität Larry Yung, einer der bekanntesten Geschäftsmänner Hongkongs, ist am 8. April als Vorsitzender von CITIC Pacific zurückgetreten. Fünf Tage zuvor hatte im Hauptsitz der Firma eine Razzia stattgefunden, bei der nach Beweisen für den Vorwurf von Betrug und Falschaussage in der Führungsetage des staatlichen Mischkonzerns gesucht wurde. CITIC ist ein staatliches Finanz- und Investmentunternehmen, das Yungs verstorbener Vater, Rong Yiren, 1979 mit Unterstützung Deng Xiaopings gegründet hatte. Der unerwartete Fall von Yung erfolgte fünf Monate nachdem die CITIC Pacific den Verlust von mehreren Milliarden US-Dollar durch Spekulationsgeschäfte mit ausländischen Währungen bekannt geben hatte. Am 25. März hatte die Firma zum ersten Mal seit ihrem Bestehen einen Verlust bilanzieren müssen, da Spekulationen gegen den australischen Dollar und den Euro CITIC Pacific rund 1,9 Milliarden US-Dollar gekostet hatten. Als Folge des Skandals hat CITIC ein Rettungspaket für ihre Tochter CITIC Pacific geschnürt und die Verantwortung für den Handel mit Fremdwährungen übernommen. Der 67-jährige Yung hatte CITIC Pacific 1990 gegründet und die Firma zu einem der wichtigsten chinesischen Mischkonzerne mit Sitz in Hongkong gemacht. Die Geschäftsfelder des Unternehmens umfassen Stahl, Luftfahrt und Immobilien. Das Bekanntwerden des Skandals sorgte für Kritik aus Kreisen der Aktionäre und von Beobachtern der Unternehmensführung, die eine Erklärung dafür verlangten, warum CITIC Pacific, die über die potentiellen Verluste bereits am 7. September im Bilde war, den Markt erst sechs Wochen später informiert hat. Hongkongs Banken- und Börsenaufsicht hat eine Untersuchung des Falls angekündigt.
Wirtschaftswachstum von acht Prozent in Sicht Stichwort: Wirtschaftswachstum Ein Jahr nachdem die chinesische Regierung das Konjunkturpaket in Höhe von vier Billiarden Yuan aufgelegt hat, ist ein Wirtschaftswachstum von acht Prozent in Sicht. China wird zu einer treibenden Kraft für die Erholung der Weltwirtschaft.
Geely will Volvo übernehmen Stichwort: Auslandsinvestitionen chinesischer Unternehmen Der chinesische Autobauer Geely will mit 1,9 Milliarden Dollar alleiniger Eigner von Volvo werden, das sich bislang noch im Besitz von Ford befindet. Der Preis ist nur ein Drittel des Kaufpreises in Höhe von 6,4 Milliarden Dollar, zu dem Ford vor zehn Jahren Volvo erworben hatte. Die Verhandlungen über geistige Eigentumsrechte, die Höhe des Kaufpreises, die Ausgestaltung der Übergangsphase, die Fristen für die Kapitalübernahme und die Zukunftsstrategien von Volvo sind noch im Gange. Noch lässt sich schwer einschätzen, ob diese Übernahme ein Zeichen dafür ist, dass Chinas Autoindustrie auf dem Weltmarkt Fuß fassen kann. Ebenso unklar ist, ob die Übernahme der amerikanischen Marke "Hummer" durch Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery einen Gewinn an Know-how oder eher Probleme mit sich bringt. Ohne Zweifel gibt es für Chinas Automobilindustrie noch große Herausforderungen.
"World of Warcraft" von NetEase in Bedrängnis Stichwort: Unterhaltungsindustrie Der chinesische Onlinegame-Anbieter NetEase bietet das weltweit beliebte Spiel "World of Warcraft" an, das 2004 vom amerikanischen Computerspielentwickler Blizzard Entertainment auf den Markt gebracht wurde. Jedoch werden ausländische Investoren aus dem nationalen Markt für Computerspiele verbannt, heißt es in einem Schreiben, das Mitte Oktober vom Hauptamt für Presse und Verlagswesen (GAPP) veröffentlicht wurde. Demnach ist es sowohl Unternehmen, die vollständig in ausländischem Besitz sind, als auch Joint Ventures und Kooperationen untersagt, im lokalen Markt zu investieren. Auch die "indirekte Einflussnahme" soll unterbunden werden, beispielsweise technische Hilfestellungen oder die Unterzeichnung von Verträgen zwischen lokalen und internationalen Firmen. Anfang November hat GAPP mitgeteilt, die Überprüfung des Launchs der neuen Version des Spiels "World of Warcraft" zu beenden. Das Kulturministerium gab unmittelbar darauf bekannt, dass seit 30. Juli keine Einwände gegen Funktionen und Anwendungen des Spiels "World of Warcraft" bestehen. Laut Kulturministerium habe GAPP mit der Überprüfung seine Kompetenzen überschritten. Von NetEase gibt keinen Kommentar zu den Vorgängen. Bereits im Juli wurden Spiele mit Gangster- oder Mafia-Hintergrund vom Kulturministerium verboten. Ziel ist die Entfernung ungesunder und illegaler Inhalte aus dem Web. Anfang September hatte die Staatliche Kommission für die Reform des öffentlichen Sektors die Zuständigkeitsbereiche für die Regulierung von Online-Spielen abgesteckt. Das Kulturministerium ist demnach für die Kontrolle des Marktes der Onlinespiele-Industrie zuständig, die GAPP verwaltet den Genehmigungsprozess vor der Publikation und Distribution von Online-Games.
China stellt Reduzierung von CO2-Ausstoß in Aussicht Stichwort: CO2-Ausstoß China will gemäß einer Entscheidung des Staatsrats bis 2020 die Menge an Treibhausgasen, die für jeden Yuan Wirtschaftsleistung ausgestoßen werden, um 40 bis 45 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 reduzieren.
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