25-11-2009 Beijing Rundschau Kerninteressen respektieren und globale Herausforderungen gemeinsam bewältigen von Wu Yanfei
Über Klima hat der stellvertretende Generalsekretär der China Energy Research Society Zhou Dadi mehr aus technischer Perspektive die Notwendigkeit der Regulierung der chinesischen Energiestruktur analysiert. In der chinesischen Energiestruktur spielt die Kohle noch die Hauptrolle, das Gewicht von Grüner Energie ist noch gering, deshalb wird China in Zukunft mehr Wert auf die Entwicklung von Atomenergie, Wasserkraft und Bioenergie auf dem Land legen. In diesen Bereichen hat Europa reichere Erfahrungen und reifere Technik. Er drückte seine Hoffnung aus, dass Europa die Technik und China den Markt anbieten werde, so dass die beiden Seiten im Bereich erneuerbarer Energie und im Umweltschutz mehr zusammenarbeiten könnten. Chinas Entwicklungsmodus war ebenfalls ein Diskussionsthema auf dem Forum. Ist es ein nachhaltiges Wachstumsmodell? Stanley Crossick, Chinaexperte am Forschungsinstitut für gegenwärtiges China an der Freien Universität Brüssel meint, der Sozialismus chinesischer Prägung sei eine Art von Pragmatismus, ein Prozess wiederholter Praxis und sich allmählich entwickelnder Reformen. In der chinesischen Wirtschaft mischten sich derzeit sozialistische und kapitalistische Züge. In China steuert der Staat die strategische Struktur der Wirtschaft. Die Regierung lernt aus dem Ausland die fortschrittlichen Gedanken, aber zugleich erlaubt sie keinesfalls, dass sich äußere Kräfte in die Entscheidung der chinesischen Regierung einmischen. Es gibt bei diesem Modus zwar noch viele Mängel, aber in Vergleich mit dem Modus der USA, der von Demokratisierung und Idealismus geprägt ist, schenkt Chinas Modus den lokalen Verhältnissen mehr Aufmerksamkeit, deshalb ist er in China wirksamer. Zugleich warnte er davor, dass noch nicht erwiesen sei, ob Chinas Entwicklungsmodell nachhaltig ist oder nicht. Dies hänge wesentlich davon ab, wie man das Ungleichgewicht regionaler Wirtschaftsentwicklung ausgleicht und die Exportabhängigkeit der chinesischen Wirtschaft verringert, aber auch den Wechselkurs des Yuan reguliert. Über einige unvermeidlich heikle Fragen in den chinesisch-europäischen Beziehungen wie die Tibetfrage, die Lage der Menschenrechte in China und Waffenverkäufe an Taiwan hat sich Kjeld Erik Brodsgaard, der Direktor des Asia Research Center, Copenhagen Business School geäußert. Er fragte, ob es möglich wäre, einen Mechanismus aufzubauen, der die politischen Fragen und Wirtschafts- und Handelsfragen getrennt voneinander behandelte, so dass die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und Europa nicht von politischen Fragen beeinflusst würden. Xu Kuangdi, Präsident der Akademie für Ingenieurwesen griff die Worte von Li Keqing aus seiner Eröffnungsrede auf und schlug vor, auf der Grundlage des Respekts vor den jeweiligen Kerninteressen und wichtigen Besorgnissen die chinesisch-europäische allseitige strategische Partnerschaft auf ein neues Niveau zu erheben, um eine allseits ausgewogene und nachhaltige Entwicklung der Weltwirtschaft zu fördern. Die nachhaltige und gesunde Entwicklung der chinesisch-europäischen Beziehungen können nicht nur das Angebot auf dem Weihnachtsmarkt in Europa und die Bestellungen für die chinesischen Exportunternehmen garantieren. Es sei geboten, dass die Spitzenpolitiker beider Seiten mehr politische Weisheit und Aufrichtigkeit zeigten. Nach Prescott mögen der Sozialismus chinesischer Prägung und der Kapitalismus europäischer Prägung sich zu einem gleichen Ergebnis entwickeln, nämlich eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen und Prosperität und gesellschaftliche Gerechtigkeit zu fördern. Daher haben China und Europa in Bezug auf globale Lösungsansätze eine gemeinsame Verantwortung und sollten in Zukunft eine größere Rolle in der Welt spielen.
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