25-11-2009 Beijing Rundschau Kerninteressen respektieren und globale Herausforderungen gemeinsam bewältigen von Wu Yanfei
![]() Es gibt einen Witz in den Medien, wenn die Chinesen verärgert sind, können die Europäer gar keine Weihnachtsbäume mehr kaufen. Umgekehrt, wenn die Europäer die Tannenbaumbestellungen absagen, verlieren Tausende chinesische Arbeiter ihre Stelle. Ohne Zweifel wünscht niemand, dass beide Seiten nur Verluste machen, besonders in der jetzigen Lage, da die Perspektive der Weltwirtschaft noch keineswegs klar ist. Die Krise macht nur noch deutlicher, dass China und Europa im selben Boot sitzen. Beim Forum über die chinesisch-europäische strategische Partnerschaft am 19. November in Beijing haben Think-Tanks beider Seiten ihren Willen zur Zusammenarbeit gezeigt. Der Vorsitzende des Forums, zugleich Vorsitzender des Instituts des Chinesischen Volkes für Auswärtige Angelegenheiten, Yang Wenchang, erklärte, als zwei große Quellen der menschlichen Kultur sollten China und Europa den jeweiligen Besorgnissen zuhören und voneinander lernen, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen. Der ehemalige Vize-Ministerpräsident von Ungarn, Péter Medgyessy, sagte in seiner Rede, dass die aus der Hypothekenkrise entsprungene Wirtschaftskrise auch eine Krise der Weltanschauungen sei. In einer Welt gegenseitiger Abhängigkeiten müsse man auch den Entwicklungsweg der anderen respektieren und nicht ein Überlegenheitsgefühl demonstrieren. Beim zweitägigen Forum ging es hauptsächlich um die strategische Bedeutung der chinesisch-europäischen Beziehungen, „wie Europa das Entwicklungsmodus von China ansieht" und „die Zusammenarbeit zwischen China und Europa in Klimafragen und im Energie- und Umweltbereich". Das Forum sammelte Eindrücke und Vorschläge beider Seiten im Vorfeld des 12. China-Europa-Gipfels, der am 29. November in Nanjing stattfindet. Es ist das zweite Gipfeltreffen von chinesischen und europäischen Spitzenpolitiker innerhalb eines halben Jahres nach dem 11. China-Europa-Gipfel im Mai. Experten werten das kommende Treffen als Zeichen dafür, dass China und Europa aktiv miteinander Kontakt aufnehmen. China und die EU sind für einander die wichtigsten Handelspartner, das Handelsvolumen betrug im letzten Jahr 425, 58 Milliarden Euro. China ist das wichtigste Entwicklungsland, aber die EU sind eine Union verschiedener souveräner Staaten mit höchstem Integrationsgrad und der größten Wirtschaftskraft der Welt. Die Bevölkerung beider Seiten machen ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Welt aus. Die EU verfügt über zwei Sitze im ständigen Ausschuss der Vereinigten Nationen, China ist auch Mitglied des ständigen Ausschusses der Vereinigten Nationen. In diesem Sinn ist die Bedeutung der chinesisch-europäischen Beziehungen mehr als eine bilaterale Beziehung. In seiner Eröffnungsrede sagte der stellvertretende Ministerpräsident Li Keqiang, dass die Zusammenarbeit zwischen China und der EU für den Weltfrieden und die nachhaltige Entwicklung bedeutsam sei. Er rufe China und Europa zu weiterer Zusammenarbeit auf. Man müsse Probleme von globaler Bedeutung wie Klimawandel und Getreidesicherheit gemeinsam angehen. Wie man die globalen Herausforderungen bewältigen kann, war ein wichtiges Thema auf diesem Forum. John Prescott, der ehemalige Vize-Premierminister von Großbritannien, sagte, die zwei dringendsten globalen Herausforderungen seien Armutskämpfung und Klimawandel, bei der Lösung dieser Probleme sei der Beitrag Chinas unentbehrlich. In der Armutskämpfung hat China in den letzten dreißig Jahren viele große Leistungen erzielt. Laut Statistiken ist die Bevölkerung im Stande der absoluten Armut von 250 Millionen 1978 auf 15 Millionen 2007 gesunken. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung wird China hinter den USA jetzt der zweitgrößte Produzent von Kohlendioxid-Emissionen in der Welt. Als ein Schwellenland betont China sein Entwicklungsrecht und die gemeinsame, aber unterschiedlich zu gewichtende Verantwortung für den Klimaschutz. Dies befürwortet John Prescott. Er sagt, Klimawandel habe die Interessen jedes Staates verletzt, aber die Hauptursache für den Klimawandel liege darin, dass einige entwickelten Staaten in der Vergangenheit hohe Emissionen verursacht hätten. Er ist dafür, die Verantwortung für die Emissionsreduzierung eines Staates je nach der Emissionszahl pro Kopf der Bevölkerung festzulegen. Nach diesem Standard berechnet, mache die Kohlendioxidemission jedes Chinesen nur ein Viertel der eines US-Bürgers aus. Prescott hofft, dass China und Europa in der bald stattfindenden Kopenhagen-Konferenz zusammenarbeiten, um eine Vereinbarung in Sachen Klimaziel zu erreichen. |
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