12-05-2009 Beijing Rundschau Wenchuan-Erdbeben: Keine Untersuchung der Schuldfrage beim Einsturz von Schulgebäuden Im Inspektionsbericht heißt es, der Einsturz der Häuser und damit der Verlust an Menschenleben sei eine Folge der Naturkatastrophe, nicht aber illegaler Machenschaften. Die durch das Erdbeben freigesetzte Energie entspräche der 5000-fachen Zerstörungskraft der über Hiroshima abgeworfenen Atombombe. Der Einsturz einer hohen Zahl von Gebäuden auf einer großen Fläche sei die unweigerliche Folge gewesen. Dies habe mit der außergewöhnlichen Stärke der Erdstöße zu tun. Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung könne man die genaue Wirkungsweise des Erdbebens noch nicht restlos erklären. Li Zhijun, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisgerichts von Beichuan, sagt: „Es gibt ein genaues Regelwerk über den vorgeschriebenen Ablauf bei Planung, Ausführung und Qualitätsprüfung von Gebäuden. Wenn man bei der Abnahme eines neuen Gebäudes keine Qualitätsprobleme entdeckt und während der Nutzung eines Gebäudes keine Mängel in Erscheinung treten, gibt es keine gesetzliche Grundlage für eine Untersuchung der Schuldfrage am Einsturz eines Gebäudes bei einem schlimmen Erdbeben." Nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 hatten sich auch viele Menschen gefragt, ob Probleme mit der Bauqualität des Gebäudes vorlagen. Schließlich aber gab es keine juristische Würdigung der Bautechnik. Die Gebäudeversicherung hat den Schaden reguliert. 95 Prozent der beim Erdbeben von Wenchuan eingestürzten Gebäude sind vor dem Jahr 1995 errichtet worden, 50 Prozent sogar noch in den achtziger Jahren. Tatsächlich hat China erst im Jahr 1988 Normen für die Erdbebensicherheit von Neubauten festgelegt. Öffentliche Gebäude sollen demnach Erdbeben bis zur Stärke 7 standhalten können. Die Schulgebäude, die vor dem Jahr 1988 errichtet worden sind, unterlagen hinsichtlich Erdbeben keiner Sicherheitsnorm. Nach dem Erdbeben vom 12. Mai hat die Provinz Sichuan für die Qualität der wieder aufgebauten Gebäude eine Haltung von „Null-Toleranz" eingenommen. Besonders strenge Auflagen gelten für den Bau von Schulgebäuden. Die Baukosten betragen nun das Zehn- bis Hundertfache. Die Investitionen für eine einzelne Schule belaufen sich bereits auf einige zehn Millionen Yuan. Der Neubau der Beichuan-Mittelschule, der im Mittelpunkt des Interesses der Öffentlichkeit steht, verschlingt sogar 200 Millionen Yuan. Am 26. November hat die Regierung der Stadt Mianyang beschlossen, dass Wang Hejin, der Direktor der Schulbehörde der Stadt Miayang, das Amt des Direktors der Beichuan-Mittelschule übernehmen soll. Der Kreis Beichuan untersteht der Stadt Mianyang. In der Provinz Sichuan gibt es insgesamt 9145 Schulen, die wieder aufgebaut werden sollen. Bis Ende 2009 soll der Wiederaufbau von 90 Prozent der Schulen in 39 vom Erdbeben schwer betroffenen Kreisen vollendet sein. Dann sollen die Schüler in Gebäude höchster Bauqualität einziehen.
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