14-04-2009 Beijing Rundschau
Chinas Wirtschaft: Talsohle schon durchschritten?

Auch der Purchase Management Index(PMI) für die Herstellungsindustrie hat sich vier Monate lang in Folge erhöht. Im März war der PMI zum ersten Mal in diesem Jahr wieder über die 50 Punkte Marke gerückt. Dies bedeutet, dass die Wirtschaft beginnt zu expandieren. Der Schrumpfungsprozess in der herstellenden Industrie ist gestoppt, denn 50 Punkte markieren die Grenze zwischen Expandieren und Schrumpfen der Wirtschaft.

Der Leiter des Amtes für Statistik, Ma Jiantang, macht deutlich, dass die Erhöhung des PMI in den letzten drei Monaten und seine eigenen Untersuchungen in verschiedenen Provinzen den Erholungsprozess der Wirtschaft bestätigen. Das Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Innlandsnachfrage, die Förderung des Wachstums, die Regulierung der Struktur und der Ausbau der Reformen hätten schon deutliche Auswirkungen gezeitigt. Möglicherweise befindet sich die Wirtschaft bereits auf einem stabilen Wachstumskurs.

Vor einigen Tagen erklärte Ministerpräsident Wen Jiabao vor der Presse in Thailand, dass das Wachstum der Industrie im März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 8,3 Prozent betrage, während die Wachstumsziffern im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahr nur 3,8 Prozent betragen hätten.

Einige positive Anzeichen sind zwar durchaus in der chinesischen Wirtschaft zu vermelden, aber ob es sich um einen stabilen Trend handelt, muss sich erst noch erweisen. Blinder Optimismus sei jedenfalls fehl am Platze.

„Man geht gegenwärtig besser noch nicht davon aus, dass Chinas Wirtschaft sich bereits erholt hat. Die Lage ist nach wie vor ernst", sagt Cai Zhizhou. Zwar wächst die Zuversicht, aber die negativen Folgen der globalen Wirtschaftskrise für die Exportindustrie könnten sogar noch wachsen. Weiterhin besteht das Problem eines langsamen industriellen Wachstums, eines Überschusses an Produktionskapazitäten und eines Ungleichgewichts der wirtschaftlichen Gesamtstruktur.

Shen Wuchun sagt, dass sich das Auftragsvolumen bei Exporten noch nicht vergrößert habe. Die Auslandsaufträge seien in seinem Unternehmen im ersten Quartal um 20 Prozent gesunken. Nach Statistiken sank das chinesische Exportvolumen im März im Jahresvergleich um 17,1 Prozent, im Februar hatte der Unterschied zur Vorjahresziffer sogar 25,7 Prozent betragen. Der Handelsüberschuss im März beträgt 18,56 Milliarden US-Dollar, und fällt damit zwar deutlich höher aus als im Februar, hat aber noch nicht die Hälfte des Wertes vom Dezember 2008 erreicht. Die Abkühlung der Wirtschaft in den USA und anderen Exportnationen übt weiterhin einen dämpfenden Einfluss auf Chinas Wirtschaft aus.

Aufgrund der Veränderungen des internationalen Wirtschaftsgefüges gerät die exportorientierte Wirtschaft Chinas unter Druck. Ein Teil der Produktion soll durch die Binnennachfrage absorbiert werden. Aber dieser Prozess braucht Zeit. Die Erhöhung des Lebensstandards und die Regulierung der Einkommensverteilung erfordert ebenfalls Zeit.

„Wir sollten uns jetzt auf die Umsetzung des Konjunkturpakets und einer Reihe von Reformmaßnahmen konzentrieren. Nur wenn die Politik in Realität verwandelt wird, kann das große Entwicklungspotential des Binnenmarktes zur Geltung gebracht werden, damit sich die Wirtschaft langfristig stabil und nachhaltig entwickelt," meint Cai Zhizhou.

      

 

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Mehr dazu:
Geteilte Meinung über Lage der chinesischen Wirtschaft
 
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