08-04-2009 Beijing Rundschau
Steiniger Weg zur Reform des Gesundheitsystems

Zhang Mao ist seit zwei Monaten stellvertretender Gesundheitsminister

und steht zugleich dem Büro der Leitungsgruppe für die Reform des Gesundheitssystems vor. In einem Interview hat er deutlich gemacht, die Gesundheitsreform sei ein sehr schwieriger und komplizierter Prozeß, der sich nicht aber von heute auf morgen schaffen lasse. Er hoffe, dass die Bürger nach dreijähriger Bemühung der Regierung wesentlich von der Reform profitieren werden. Der 55-jährige Funktionär ist zwar selbst kein Mediziner, aber in den letzten Jahren stets in der Arbeit um das Reformwerk involviert gewesen. Vor allem seitdem er im Jahr 2006 zum stellvertretenden Direktor der Kommission für Reform und Entwicklung ernannt wurde, war seine Hauptaufgabe der Entwurf des neuen Plans für die Reform des Gesundheitssystems. Zhang Mao erklärt, dass die Bevölkerung die Schwierigkeit und die Langwierigkeit der Reformaufgabe begreifen muss. 

Nach Zhang Mao kann die Reform "nicht in einem Jahr oder in zwei Jahren vollendet werden. Nach den Erfahrungen anderer Länder stößt eine derartige Reform in ihrem Verlauf immer auf eine Vielzahl von Problemen. Man soll nicht den Eindruck erwecken, dass man heute nur die Willensbekundungen veröffentlichen muss und morgen schon alle Probleme gelöst sein werden. Das wäre äußerst unrealistisch."

Die Reform sei ein hartes Stück Arbeit, denn viele Bereiche sind von ihr betroffen, nur ein schrittweises Vorgehen habe Aussicht auf Erfolg. Am Ende müsse ein taugliches System gesundheitlicher Grundversorgung entstehen, dass den chinesischen Verhältnissen gerecht werde.

Einerseits wird das Leistungsspektrum der Krankenversicherung erhöht, das heißt, dass die Kostenerstattung erweitert wird. In Zukunft werden die Behandlungskosten bei stationärer und ambulanter Behandlung zum deutlich erhöhten Teil ersetzt. Im Rahmen der Konsultation eines Arztes werden die Patienten zu subventionierten Preisen Arzneimittel erwerben können. Die medizinische Versorgung auf Kreisebene soll verbessert werden. Vorbeugende Maßnahmen und Impfaktionen sollen erweitert und der Aufbau eines Systems der Erfassung von Patientendaten beschleunigt werden.

Über seine Karriere vom stellvertretenden Direktor der Kommission für Reform und Öffnung zum stellvertretenden Gesundheitsminister scherzten die Medien, dass Zhang Mao in seiner neuen Position das alte Problem lösen muss. Aber Zhang Mao sagt selbstbewußt: "Der neue Reformansatz stellt das Gemeinwohl in den Mittelpunkt der Reform. Die Grundversorgung mit medizinischen Dienstleistungen soll als ein öffentliches Gut allen Bürgern zur Verfügung stehen. Die Reform sichert nicht nur das allgemeine Wohl, sondern ist auch unter realistischem Aufwand umsetzbar."

Der Plan berücksichtigt aber nicht nur die allgemeine Richtung der Reform und ihr langfristiges Ziel, sondern enthält auch die fünf Schlüsselaufgaben für die nächsten drei Jahre, nämlich den Aufbau eines Krankenversicherungssystems, eines Systems zur Distribution von Medikamenten, die Verbesserung der städtischen und ländlichen Grundversorgung mit medizinischen Dienstleistungen, die Sicherstellung eines gleichberechtigten Zugangs zu den Leistungen der Krankenversicherungen und die Reform der Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft. Wer heute schwer krank ist, hat oft Probleme, seine Krankheit unter durchschaubarem finanziellen Aufwand behandeln zu lassen. Das soll nun anders werden.

 

 
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