04-05-2008 Beijing Rundschau
Administrative Gliederung
 

Das Autonome Gebiet Tibet ist eines der fünf autonomen Gebiete Chinas. Ihm unterstehen eine Stadt auf Bezirksebene (Lhasa) mit einem Distrikt unter der Verwaltung der Stadtregierung (Chengguan-Distrikt von Lhasa), sechs Bezirke (Nagqu, Qamdo, Nyingchi, Shannan, Xigaze und Ngari), eine Stadt auf Kreisebene (Xigaze) und 71 Kreise.

Lhasa ist die Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet und Xigaze die zweitgrößte Stadt Tibets. Die wichtigsten Landstädte sind Zetang, Bayi, Nagqu, Chengguan, Shiquanhe, Gyangze und Zham.

 

Stadt Lhasa

Die Stadt Lhasa liegt im Süden Tibets und befindet sich am Nordufer des Lhasa-Flusses, eines Nebenflusses des Yarlung Zangbo. Der Bezirk Lhasa hat eine Fläche von 31 622 Quadratkilometern und wird von Tibetern, Hui und Angehörigen von mehr als 30 anderen Nationalitäten bewohnt. Die Tibeter machen über 87% der Gesamtzahl der Bevölkerung der Stadt aus. Die durchschnittliche Temperatur im ganzen Jahr liegt bei 7,5ºC, im Januar bei 2,3ºC und im Juli bei 15,4ºC. Es herrscht ein Hochebenen-Monsunklima. Die wichtigsten Getreidesorten sind Qingke-Gerste, Weizen und Mais und die wichtigsten Nutzpflanzen Kartoffeln, Rüben und Kohl. Zu den wilden Heilkräutern gehören Cordyceps sinensis, Fritillaria thunbergii, Saussurea involucrata und Fructus Ginseng. Moschus und die Hornsubstanz von Hirschgeweihen finden als Heilmittel Verwendung. Unter den wilden Tieren gibt es Yaks, Wildesel, Mongolische Gazellen und Tibetische Antilopen. Das traditionelle Kunsthandwerk stellt Tibetische Taillenmesser, Kardian (Polster aus Wollstoff), Teppiche, Bangden (farbige Schürzen für tibetische Frauen), hölzerne Schüsseln und Gold- und Silberwaren her.

In der Stadt Lhasa sind über 200 Sehenswürdigkeiten, von denen mehr als zwanzig zu hochrangigen Kulturstätten zählen, dem Publikum zugänglich gemacht worden. Zu den wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten gehören der Potala-Palast, das Jokhang-Kloster, das Ramoche-Kloster, der Norbu Lingka, das Zhaibong-Kloster, das Sera-Kloster, der Dzongjab Lukhang, das Gendain-Kloster, das Curpu-Kloster und das Razheng-Kloster. Die wichtigsten Natursehenswürdigkeiten umfassen den Nam-See, das Yangbajain-Erdwärmefeld, den Nyainqentanglha-Schneegipfel, die heißen Quellen ,,Dezhong“ und ,,Duilong“, den Lhünzhub und das Naturschutzgebiet Maizhokunggar.

 

Bezirk Nagqu

Der Bezirk Nagqu liegt im Norden Tibets und grenzt an Xinjiang und Qinghai. Mit einer Fläche von etwa 286 500 Quadratkilometern ist er das Hauptviehzuchtgebiet Tibets. Über 98 Prozent seiner Bewohner sind Tibeter.

Der mittlere und der westliche Teil des Bezirks Nagqu gehören zu Changthang und liegen zum größten Teil über 4500 Meter über dem Meeresspiegel. Diese faszinierende Landschaft scheint im Urzustand bewahrt zu sein. In dem Gebiet gibt es über tausend Seen verschiedener Größe, darunter die Seen Nam Co, Serlin Co und Tangra Yum Co. Es finden sich dort auch zahlreiche heiße Quellen und Erdwärmefelder. Der Bezirk Nagqu ist reich an Bodenschätzen und Erdöl- und Erdgasvorräten, wilden Tieren und Hochgebirgspflanzen. Unter den Wildtieren gibt es über 20 Arten, die unter staatlichem Schutz ersten bzw. zweiten Ranges stehen. Die wichtigsten einheimischen Spezialitäten umfassen Rinds- und Hammelflaum, Kaschmirwolle, Cordyceps sinensis, Saussurea involucrata, Fritillaria thunbergii und Moschus. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind Shabten Gonpa, ein berühmtes Kloster des Tibetischen Buddhismus im Kreis Nagqu, das Landschaftsgebiet des Ardza Co-Sees im Kreis Ihari, das Landschaftsgebiet in der Gemeinde Chongyul, die herrliche Landschaft an den beiden Ufern des Nujiang-Flusses im Kreis Biru, das Urwaldrevier Pomphan, das Landschaftsgebiet Paingar-Yangxoi sowie Batsang, Lumkar und Lupug, die berühmten Klöster der Bön-Religion.

 

Bezirk Qamdo

Der Bezirk Qamdo liegt im Osten Tibets und grenzt im Osten an die Provinzen Yunnan und Sichuan und im Norden an die Provinz Qinghai. Er ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, an dem sich die Landstraße Sichuan-Tibet, die Landstraße Yunnan-Tibet und die Landstraße Qinghai-Qamdo kreuzen und in verschiedene Kreise abzweigen. Er hat eine Fläche von 130 000 Quadratkilometern und wird hauptsächlich von Tibetern, Han, Mongolen, Naxi, Lisu und Hui bewohnt.

Der Bezirk Qamdo besitzt über 80 Berge, die höher als 5000 Meter sind. Am Fuße der Berge gibt es Täler, Wälder, Felder und natürliche Weiden, in den Bergen leben über 600 Tierarten, darunter u. a. Schneeleoparden, Katzenbären, Stumpfnasenaffen und Weißlippenhirsche. Hier werden über 1200 Arten Heilkräuter, darunter Cordyceps sinensis, Fritillaria thunbergii, Moschus und die Hornsubstanz von Hirschgeweihen, gesammelt und Arzneimittel hergestellt.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Qamdo umfassen das Qangbalin-Kloster im Kreis Qamdo, die Kharub-Ruinen der Kultur der Jungsteinzeit, das Landschaftsgebiet des Meri-Schneeberges im Kreis Zogang, die Gravuren im Felsgestein im Kreis Chagyab und die Steinskulpturen von Lhünlong.

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