09-05-2012
Kulturerben erzählen...
Suxiu, Stickerei aus Suzhou

Mit winzigen Nadeln und feinstem Seidengarn werden in der Stickerei aus Suzhou gerne Motive berühmter Gemälde der europäischen und chinesischer Malerei nachempfunden. Dies macht den besonderen Charme dieses Kunsthandwerks aus, dem eine Geschichte von 2000 Jahren nachgesagt wird.

 

Huang Chuya, 58 Jahre alt, ist eine hochrangige Meisterin der Suxiu. Lange hat sie sich mit der Stickereitechnik befasst und dabei mit der Umsetzung von Motiven aus der westlichen Malerei experimentiert. Ihr Ziel war dabei die Anpassung der traditionellen Stickerei an die Moderne. Dabei hat sich ihr eigener Stil herausgebildet.

Huang erzählt, dass sie auf einer Ausstellung in den USA im Jahr 1999 das Bild „Weizenfeld mit Krähen" von Vincent van Gogh sah, was sie sehr berührt hat. Nach ihrer Rückkehr entschloss sie sich dazu, das Motiv in Seidenstickerei nachzuempfinden. Dies war die Initialzündung dafür, sich nicht länger in der traditionellen Technik und Motivwahl einzukapseln, sondern das Repertoire ihrer Fertigkeiten erheblich zu erweitern.

Huang ist eigentlich bereits im Rentenalter, aber es gibt am Forschungsinstitut für Stickerei in Suzhou zu wenige Dozenten, deshalb arbeitet sie weiter. Für die Stickerei von Suzhou muss man eine ruhige Hand haben und viel Geduld aufbringen. Die Suche nach Nachwuchs gestaltet sich also schwierig, denn die Jugend neigt eher anderen Interessen zu. Die Fortsetzung dieser Tradition der Stickerei steht also vor großen Herausforderungen.

„Die großen Meister sind heute fast alle alt. Wir müssen uns gut überlegen, wie wir am besten unseren Schülern die alten Techniken vermitteln können. Wir haben eine spezielle Gruppe für den Entwurf eines Lehrprogramms gebildet. Ziel ist es, dass die Schülern innerhalb kurzer Zeit bedeutende Fortschritte erzielen können", sagt Huang. Nach zwei Jahren einschlägiger Bemühungen zeichnet sich bereits eine gute Perspektive für Überlieferung und Innovation der Stickerei aus Suzhou ab. Dies sei vor allem staatlicher Unterstützung zu verdanken.

„Suxiu kann die Vorzüge anderer Kunstrichtungen sehr gut aufnehmen und zugleich ihren eigenen Stil beibehalten. In der Kunst zählen Vermittlung und Austausch, dann kann sie sich gut entwickeln", so Huang. Die Meisterin ist davon überzeugt, dass die Zukunft der Stickerei aus Suzhou gerade erst begonnen hat.