07-01-2010
Grüne Ökonomie in China
C02-armes Heizen durch Energiesparen und erneuerbare Energien
von Zeng Wenhui

eine von Bosch Thermotechnology (Beijing) Co., Ltd  ausgemaltes gemütliches und dennoch CO2-armes Alltagsszenario

An einem kalten Wintertag von der Arbeit nach Hause kommen. Man zieht den

Mantel im Wohnzimmer bei einer Temperatur von 20 aus, geht dann in die auf 18 geheizte Küche. Nach dem Essen liest man im Studierzimmer bei 22 Bücher und geht nach einer gemütlichen Dusche mit 40-warmem Wasser beruhigt zu Bett. Das ist eine von Bosch Thermotechnology (Beijing) Co., Ltd  ausgemaltes gemütliches und dennoch CO2-armes Alltagsszenario. Wenn man die Raumtemperatur um 1 senkt, werden die Kosten für den Betrieb der Heizung um sechs Prozent reduziert. Eine angemessene Temperatur kann nicht nur zu geringerem Energieverbrauch führen, sondern auch die Emission von Treibhausgasen vermindern.

Reduzierung von CO2-Emissionen durch Energiesparen und erneuerbare Energie

Laut Statistiken machen die CO2-Emissionen aus dem Energieverbrauch von Gebäuden etwa 34 Prozent des gesamten Ausstoßes von Treibhausgasen aus, das Heizen der Wohnungen beansprucht den Löwenanteil am gesamten Energieaufwand von Gebäuden. Die Erhöhung der Effizienz der Wohnungsheizungen spielt daher eine bedeutende Rolle bei der Reduzierung der CO2-Emissionen in China.

Meng Qingfeng, Produktmanager bei Bosch, erklärt der Beijing Rundschau, dass zwei Wege zu einer CO2-armen Wirtschaft führen: 1.) Energiesparen, denn je weniger Energie verbraucht werde, desto weniger Treibhausgase werden freigesetzt. 2.) Die Entwicklung sauberer, also nichtfossiler Energieträger, wie z. B. Wind-, Solar-und Wasserkraft.

Den ersten Weg schlägt Bosch mit der Entwicklung des Comfort Condense" ein, ein Heizsystem, das im Vergleich zu herkömmlichen Gasheizkesseln 30 Prozent weniger Energie verbraucht. Durch fortschrittliche Kondensationstechnik nutzt der Comfort Condense" die Abwärme, die durch die Abgase sonst ungenutzt ins Freie geleitet werden. Diese Art der Wärmerückgewinnung trägt erheblich zur Reduzierung von Treibhausgasen bei.  

Aber Bosch will auch entschlossen erneuerbare Energiequellen nutzen. Die thermische Solaranlage von Bosch, die in Beijing, Shanghai und Lhasa bereits weit verbreitet ist, kombiniert den Heizkessel mit einem Wasserspeicher, bietet durch Solarenergie dem Haus Wärme und heißes Wasser zugleich. Im Vergleich zu normalen Heizanlagen kann sie im Jahr pro Quadratmeter die CO2-Emissionen um 400 bis 450 kg senken.

Allerdings werden die Heizanlagen von Bosch ausschließlich aus Deutschland importiert, die Kunden seien daher hauptsächlich in der Mittel- und Oberschicht zu finden. Das ist natürlich eine Minderheit. Wir müssen verstärkt auf den Durchschnittskonsumenten zielen. Je mehr Verbraucher unsere Produkte zu einem erschwinglichen Preis kaufen können, desto wirksamer ist die Emissionsreduzierung, " sagt Meng. Noch in diesem Jahr soll die Produktpalette entsprechend erweitert werden.

Marketingmanager Xia Hong erklärt, dass selbst in der Wirtschaftskrise der Umsatz von Bosch Thermotechnology im zweistelligen Prozentbereich gestiegen sei. Die Entwicklung erneuerbarer Energien werde von aller Welt anerkannt. Xia sagt: "Alle Abteilungen von Bosch Thermotechnology in China legen ihr Schwergewicht auf die Verbreitung von Produkten aus dem Bereich erneuerbarer Energie." Meng Qingfeng ist der Meinung, das bei einer Verknappung der Energieressourcen die Entwicklung von energiesparenden und umweltfreundlichen Produkten nicht nur allseits gewürdigt werde, sondern auch eine vernünftige Richtung für die nachhaltige Entwicklung von Unternehmen sei.   

Energiesparen: Regierung gibt den Anstoß, Bürger setzen um

Für die Emissionsreduzierung aus Gebäuden spielt die Architektur der Gebäude eine äußerst wichtige Rolle. In China wird vielfach beklagt, dass die Planung von Gebäuden nicht in ausreichendem Maße wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtige. So sei etwa die Wärmedämmung mangelhaft, was erheblich zur Verminderung der Energieeffizienz beitrage. Meng Qingfeng hält das für ein Missverständnis. Er meint, das Aufbauministerium habe schon seit 2005 verpflichtende Standards fürs Energiesparen bei Heizungen in Neubauten eingeführt, der Energieverbrauch soll demnach auf der Basis der Verbrauchszahlen von 1980 um 65 Prozent sinken. Derzeit folgen die Gebäude in Beijing und Shanghai fast den gleichen Standards wie normal wärmegedämmte Gebäude in Deutschland. Man müsse nun vor allem die Umsetzung der Standards in die Baupraxis überwachen.

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