02-07-2009
Grüne Ökonomie in China
Ein umweltbewusstes China eröffnet Siemens neue Geschäftsfelder
von Liu Yunyun

In China ist die Nachfrage nach Umwelttechnologie nach wie vor sehr groß", sagt Richard Hausmann, der Präsident von Siemens China. „Die Region wird für uns weiterhin ein bedeutender Wachstumsmarkt sein."

Der Weltkonzern Siemens ist gut aufgestellt in China. Im Rahmen des von der Regierung geschnürten Konjunkturpakets wird die Anwendung umweltfreundlicher Technologien stark gefördert. In Kürze wird der Entwurf für ein neues Energiekonzept vorgestellt.

Siemens erwartet, dass seine Sparte Umwelttechnik in den nächsten drei Jahren 40 Prozent seines weltweiten Umsatzes generieren wird, was einer Summe von rund 60 Milliarden Yuan ( 6,2 Milliarden EUR) entspräche. Umweltfreundliche Produkte und Verfahren gelten bei Siemens als entscheidender Faktor für ansehnliche Gewinne selbst inmitten der Abwärtsbewegung der Weltwirtschaft.

Konzernchef Peter Löscher hat es im Mai auf den Punkt gebracht: „Zwar hat die Krise auch Siemens erreicht, aber Siemens steckt nicht in der Krise!"

Marktchancen in China nutzen

Einer der Gründe, warum Siemens nicht der Krise unterworfen ist, liegt in der Tatsache, dass die Chinageschäfte des Konzerns kräftig zum Gesamtumsatz beigetragen hätten, sagt Richard Hausmann.

Chinas Konjunkturpaket zeitigt erste Erfolge, was sich an einer steigenden Zahl an Aufträgen für Siemens ablesen lässt. Als Antwort auf die Fördermaßnahmen in Höhe von vier Billionen Yuan (416 Milliarden EUR) hat Siemens sein China-Engagement erneut ausgebaut und so bei seinen Marktanteilen kräftig zugelegt.

Zwei Monate nach der Vorstellung weiterer Reformen des Gesundheitssystems durch die Regierung ist Siemens eine Kooperationsvereinbarung mit der Weikang Medical Group in Shenyang eingegangen. Siemens liefert an das Weikang Krankenhaus radiologische und biologisch-technische Analyse- und Diagnosegeräte im Wert von 70 Millionen Yuan (8,5 Millionen EUR).

Siemens profitiert auch vom landesweiten Projekt zur Förderung alternativer Energiequellen. Im Mai hat das Unternehmen seine erste Produktionsstätte für Windkraftturbinen in Shanghai eröffnet – ausgestattet mit einer Erstinvestition in Höhe von rund 581 Millionen Yuan (60 Millionen EUR). Windenergie steht auf der Liste der von der Regierung als umweltgerecht geförderten Energiequellen. Bis zum Jahr 2020 möchte China den Anteil der Windenergie am gesamten Energieaufkommen von einem Prozent auf vier bis fünf Prozent erhöhen, was der Branche einen riesigen Markt eröffnet.

Nach einer Meldung von Bloomberg News hat die Windenergie unter allen Sparten des Siemens-Energiegeschäfts die meisten Auftragseingänge verbuchen können. Mittlerweile weist der Geschäftsbereich erneuerbare Energien sogar die größten Gewinnmargen und das schnellste Wachstum aller Abteilungen des Konzerns auf.

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