11-05-2011
Unterwegs in China
Von Wolong bis Ya'an: China bemüht sich um Schutz der Pandas
von Lü Ling

Eingang beim Bifengxia-Zentrum für Pandaschutz in der Stadt Ya´an

Schutz und Erforschung der Riesenpandas in freier Wildbahn

„Derzeit liegt die Zahl der in Gefangenschaft lebenden Pandas lediglich bei etwas über 300, während sich der Wildbestand auf 1500 Exemplare beläuft. Der Panda ist also ein sehr seltenes Tier. China legt den Schwerpunkt des Schutzes von Pandas auf den Erhalt des Wildbestandes. Der Schutz der Wildpopulation und ihres Habitats sowie die Forschung am Wildbestand gehören quasi zu den Kernaufgaben des Artenschutzes. An jedem Ort, wo auch nur ein frei lebender Riesenpanda aufgetaucht ist, wird die Regierung versuchen, ein Naturschutzgebiet zu errichten. Die Zucht der Tiere in Gefangenschaft sehen wir eher als eine Ergänzung unserer Bemühungen um den Schutz der Tiere in freier Wildbahn", so Assistent des Direktors Tang in Bifengxia.

Zum Thema negativer Einfluss des Erdbebens auf den Wildbestand gibt Tang weitgehend Entwarnung. Nach dem Ergebnis der Voruntersuchung seien die Auswirkungen relativ gering. Die Vegetation im Naturreservat sei vor allem durch Erdrutsche und Bergstürze in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach eingehender Untersuchung vor Ort hätten die Experten jedoch festgestellt, dass  nur der Bewuchs in Gegenden unterhalb 2000 Meter über dem Meeresspiegel erheblich geschädigt worden sei. Die Pandas lebten jedoch in freier Wildbahn normalerweise auf Hochebenen, die mindestens 2500 Meter über dem Meere liegen. Weil dies ein zwar hochgelegenes, aber dennoch ebenes Gebiet sei, hätten sich dort keine schlimmen Erdrutsche ereignet, weshalb auch die Bestände an Bambus, der Nahrungsgrundlage für wild lebende Pandas, keinen Schaden gelitten hätte.    

Eine Zählung der Riesenpandas in freier Wildbahn wird in der Regel alle zehn Jahre durchgeführt. Nach Angaben von Xu Haibin, Amtsleiter für Ressourcen im Naturschutzgebiet Wolong, haben in der Volksrepublik bislang drei umfangreiche Pandazählungen stattgefunden. Zum Ersten Mal wurden Pandas von 1975 bis 1978 gezählt; das damalige Ministerium für Forstwirtschaft führte die Erhebung durch. Die zweite Zählung war von 1985 bis 1988 fällig, während die dritte von 2000 bis 2002 erfolgte. Bei der letzten Zählung habe der Organisator, das Staatliche Amt für Forstwirtschaft, finanzielle Unterstützung vom World Wide Fund For Nature (WWF) erhalten, so Xu.

„Bemerkenswert ist, dass sich vor den drei Zählungen, und zwar 1974, 1983 und 1993, in den Hauptverbreitungsgebieten der Pandas in den Provinzen Sichuan, Gansu und Shaanxi jeweils das Phänomen ereignete, dass der Bambus blühte. Nach einem Aufblühen geht der Bambus regelmäßig ein, steht also nicht mehr der Ernährung der Pandapopulation zur Verfügung. Der kurz darauf folgende Zensus ermöglichte es den Behörden, den Einfluss der Nahrungsverknappung auf die Pandas zu erfassen, und sich darum zu bemühen, entsprechende Rettungsmaßnahmen zu ergreifen", fährt Xu fort.

„Ende letzten Jahres wurde die Vorbereitungskonferenz für die vierte Zählung des Pandabestandes in freier Wildbahn veranstaltet. Bald beginnt die Zählung. Momentan geht es noch um die Organisation und die Bereitstellung der Geldmittel", so Professor Tang von der Zuchtstation Bifengxia.

„Das Ziel der Aufzucht von Pandas in Gefangenschaft ist es, dass die Tiere letztlich wieder in die Natur zurückkehren und den Genbestand der wilden Population anreichern können, so dass die ganze Population der Riesenpandas gestärkt wird", erklärt Tang. Allerdings werden die in Zuchtstationen gehaltenen Tiere erst durch mühsame Eingewöhnung fähig sein, in freier Wildbahn zu überleben. Momentan beschäftigen sich die Zuchtstationen in Wolong und Foping mit entsprechenden Versuchen der Auswilderung.

 

Pandaschutz der Zukunft

Gemäß des Gesamtplans für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Sichuan sollen die Naturschutzgebiete für Pandas in Wolong und Baishuijiang wieder hergestellt werden. Die Zuchtstation bei Wolong sei an einer anderen Stelle zu errichten. Der Wildbestand der seltenen Bären und ihre Verbreitungsgebiete sollen besser geschützt werden. Außerdem will  man ein Frühwarnsystem in Sachen Bambusblüte einrichten.

„Der vorläufige Plan des Chinesischen Schutz- und Forschungszentrums für Pandabären sieht die Schaffung von drei Zweigstellen vor. Die Wolonger Station soll vor allem zur Vorbereitung der Pandas auf die Auswilderung dienen. Die Hauptaufgabe der Station in Bifengxia liegt dann in der Aufzucht von Jungtieren. Die Station in Dujiangyan soll für die Erforschung und Vorbeugung von pandaspezifischen Krankheiten und die Betreuung der ‚Pandasenioren' zum Einsatz kommen," erklärt Tang gegenüber der Beijing Rundschau.

Zurzeit werden die Programme des Schutz- und Forschungszentrums für Pandas geordnet durchgeführt. Aus heutiger Sicht ist damit zu rechnen, dass die Arbeiten zum Wiederaufbau des Naturreservates Wolong bis zum Ende 2012 fertiggestellt sind. Die nach Bifengxia verlegten Pandabären werden dann größtenteils wieder nach Wolong zurückkehren. Die Zahl der in Bifengxia gehaltenen Pandas wird sich dann wieder bei zwanzig bis dreißig einpendeln.

 

 

 

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