29-07-2009
Unterwegs in China
Die ,,Geisterstadt" Urho

Im Trockengebiet Zentralasiens gibt es ein lehmgelbes Gebiet, das man als ,,Geisterstadt", Urho (auf Uigurisch: Urho, auf Chinesisch: Wu'erhe) bezeichnet. Die einzigartige Gestalt ihrer Landschaft hat sie zu einer berühmten Touristenattraktion gemacht. In dieser so genannten „Stadt" sind viele ockergelbe ,,Gebäude" zu sehen. Manche von ihnen sind massiv und mächtig, andere niedrig und klein. Die „Straßen" der Stadt sind breit und eben, aber wie ausgestorben. In Wirklichkeit ist dies eine menschenleere ,,Stadt" und Menschen haben tatsächlich nie in ihr gewohnt. Wenn es einen starken Sturm gibt, kommt allenfalls Sand in die Stadt. Dann verdunkelt sich der Himmel, das Land wird unter einer Sandschicht begraben. Man kann das bedrohliche Pfeifen des Windes hören. Es klingt wie Löwengebrüll oder auch wie jämmerliche Schreie. Wenn man hier übernachtet, erschreckt einen das Pfeifen des Windes fast zu Tode. Deshalb wird diese Gegend ,,Geisterstadt" genannt.

Die ,,Geisterstadt" Urho liegt im gleichnamigen Landstädtchen Urho in der Randzone des Junggar-Beckens in Nordxinjiang. Sie sieht wie Ruinen einer alten Stadt aus. Aber wenn man darin geht, entdeckt man, dass alle ,,Gebäude" Erdhügel, Erddämme und Anhöhen sind. Die Stadt ist also nicht von Menschenhand geschaffen, sondern ein Kunstwerk der Natur von atemberaubender Schönheit.

Genauso wenig wie es Menschen in dieser Stadt gibt, findet man dort Geister. Das Naturphänomen wird ,,Yadan-Landform" genannt. Das Wort Yadan (Uigurisch: Yadan oder Yardan) kann mit ,,steilem Hügel" oder ,,steilem Wall" übersetzt werden. In einigen anderen Gebieten von Xinjiang und Gansu sind diese einzigartigen Landschaftsformationen ebenfalls anzutreffen. Aber die Experten sind sich darüber einig, dass sich die schönste Yadan-Formation in der ,,Geisterstadt" unweit von Karamay befindet.

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