20-05-2011
Made in China
Weinreben als Hoffnungsträger
von Hou Beibei

Barrique macht´s möglich: Der Ausbau im Eichenfass wertet den Wein auf und maximiert den Gewinn.

 

Wenn man den Weinkeller der Ningxia Xixia King Winery (Group) GmbH betritt, weht einem der vanilleartige Duft von Wein aus Eichenfässern entgegen. Schaut man genauer hin, bemerkt man an den Fässern kleine Schilder mit den Namen von mehr oder weniger berühmten Zeitgenossen. Zum Beispiel den des glücklosen Kanzlerkandidaten der SPD und ehemaligen Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping.„Diese Fässer haben sich unsere ausländischen Kunden reserviert, nachdem sie ein oder zwei Gläschen davon probiert haben", sagt Wang Ping aus der Abteilung für Produktionsmanagment.

Das Unternehmen, Ningxia Xixia King Winery (Group) GmbH, wurde im Jahr 1984 gegründet und ist der erste Betrieb im Autonomen Gebiet Ningxia der Hui-Nationalität, der sich mit Weinanbau und Vinifizierung beschäftigt. Die Weinberge befinden sich an den Osthängen des Helan-Gebirges und liegen in der für den Weinbau günstigen Zone zwischen dem 37. und 39. Grad nördlicher Breite. Dank seines Mikroklimas ist Ningxia nach Changli in Hebei und Yantai in Shandong das drittwichtigste Weinbaugebiet Chinas.

 

Günstiges Klima und Förderung durch die Politik

Zur Zeit umfasst die Anbaufläche für den Wein der Ningxia Xixia King Winery (Group) 100 000 Mu (umgerechnet 7 000 Hektar). Verschiedene Rebsorten liefern hier gute Erträge. Da im Helan-Gebirge ein relativ trockenes Klima herrscht, es reichlich Sonnenschein und große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht gibt, und zudem das Terroir stimmt, entwickeln sich die Reben ganz ausgezeichnet.  Der Zuckergehalt der Trauben ist hoch, so lässt sich daraus ein alkoholreicher, gehaltvoller Wein keltern.

„Alle unserer Weine werden aus 100 Prozent Traubensaft vergoren und sind frei von Zusatzstoffen", sagt Wang.

Nicht nur beim heimischen Produzenten Ningxia Xixia King Winery ist das Anbaugebiet beliebt, auch auswärtige Unternehmen sind bereits vor Ort. Guo Bingchen, Vizedirektor des Komitees für Entwicklung und Reform der Regierung des Autonomen Gebiets Ningxia, sagt, dass die drei größten Weinproduzenten Chinas, Changyu, Great Wall und Dynasty, bereits mit dem Anbau in der Region begonnen haben. Auch die französische Pernod Ricard Group hat die Szene betreten. Durch Aufkauf einer einheimischen Weinfirma verfügt der französische Getränkekonzern hier über mehr als 20 000 Mu Anbaufläche.

Im Jahre 2008 hat der Staatsrat ein Dokument zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung Ningxias veröffentlicht. In diesem Dokument wird der Weinbau in dem Autonomen Gebiet als förderwürdige Branche festgelegt.

Die Provinzregierung hat seitdem jährlich eine Subvention in Höhe von fünf Millionen Yuan (umgerechnet 539 000 Euro) und zinsbegünstigte Darlehen mit einer Gesamthöhe von rund 100 Millionen Yuan (10,74 Millionen Euro) zur Unterstützung der heimischen Weinbauern zugewiesen bekommen. Seit 2009 erhält jeder Weinbauer zudem pro Mu (1 Mu = 0.067 Hektar) Anbaufläche eine Subvention in Höhe von 120 Yuan (12,90 Euro).

 

Branche setzt auf Zuwachs

Trotz wachsender Konkurrenz strebt die Ningxia Xixia King Winery an, ihr Geschäftsmodell zu verbessern, indem sie sich auf den High-End-Markt konzentriert.

„Unser Standardwein kostet nur rund 100 Yuan (10,78 Euro) pro Flasche, während der Rotwein, der im aus Frankreich importierten Eichenfass ausgebaut wird, 600 Yuan (64,72 Euro) pro Flasche kostet. Das ist natürlich ein erheblicher Unterschied!", meint Wang Ping.

An den Osthängen des Helan-Gebirges will man künftig nicht allein vom Wein leben. Ningxia bemüht sich darum, auch vom Drumherum zu profitieren. Im Jahr 2009 hat die Ningxia Agricultural Reclamation Group, die Muttergesellschaft der Ningxia Xixia King Winery (Group), damit begonnen, den alten Weinkeller zu einem Zentrum für Weinkultur auszubauen, der dazu dienen soll, Besucher in den Weingenuss einzuführen. Dieses Projekt, das sich im Weinberg der Ningxia Xixia King Winery (Group) in Yuquanying befindet, umfasst ein Museum für Weinkultur, Hotels und einen Lehrweinberg. Ab 2015 soll dieses Zentrum jährlich 1,6 Milliarden Yuan (172,4 Millionen Euro) erwirtschaften und in jeder Saison 300 000 Besucher anziehen.