28-06-2010
Made in China
Vuvuzela made in China

Aber die Beliebtheit der Tröte kann ihre „niedere Herkunft" nicht verdecken. Der Preis ab Fabrik für eine Vuvuzela ist sehr niedrig, er bewegt sich zwischen 0,07 und 0,30 EUR pro Stück. Yiwen, ein chinesischer Händler, sagt: „Vuvuzelas sind keine Markenartikel, die Preise können nicht erhöht werden. Die Gewinnspanne für die Produzenten liegt zwischen drei und zehn Prozent. Offenbar geht der Löwenanteil an die Händler." Selbst aus einem so großen Markt wie der Fußball-WM kann „Made in China" nur einen winzigen Profit schöpfen.

Tatsächlich stammen nicht nur die Vuvuzelas aus China, fast alles, was vor und in den Stadien Südafrikas angeboten wird, ist „Made in China": Verzierungen für Handys, Fußbälle, Nationalflaggen, Mützen etc. Aber auf die meisten Produkte können die Hersteller nicht stolz sein.

Erlös bei Export geringer als bei Absatz in China

Es ist unter Fußballfans sehr umstritten, ob man die Vuvuzelas nicht lieber verbieten soll wegen des infernalischen Lärms, den sie verursachen. Dessen ungeachtet verkaufen sie sich im Internet ganz ausgezeichnet. Auch in China hat man die Marktchance gefunden. Die Händler stammen vor allem aus der Provinz Zhejiang und der Stadt Shantou in der Provinz Guangdong, also von dort, wo die Tröten vorwiegend hergestellt werden.

Yiwen, der gute Beziehungen zu den Produzenten unterhält, sagt, dass die Fabriken die Tröten auf Bestellung herstellen, aber man kann mit ihnen nicht so viel verdienen, wenn man sie über den Großhandel absetzt. Verkauft man hingegen über eine Internetplattform, bleibt mehr hängen. „Wir verkaufen Vuvuzela ab Fabrik zum Preis von 2,60 EUR an unsere Online-Kunden. Aber man kann täglich nicht mehr als 100 Vuvuzelas absetzen. Dieser Vertrieb über das Internet ist eigentlich nur ein Versuchsballon. Wir hätten nicht gedacht, dass es relativ gut läuft. In Zukunft lassen sich auch noch andere Artikel aus dem Sortiment der Hersteller online vertreiben."

Zwar ist der Umsatz nicht so hoch wie bei den Bestellungen aus Afrika, aber die Gewinnspanne ist deutlich größer. Zieht man die Herstellungskosten und die Kosten für Verpackung und Transport ab, bleibt auch für den Hersteller noch ein ansehnlicher Profit.

„Es ist sehr komisch", sagt eine Sprecherin des südafrikanischen Tourismusministeriums, „ich habe eigentlich gedacht, dass die meisten Fußballfans auf der Welt diese Tröte hassen. Aber gleichzeitig will jeder eine besitzen."

 

 

 

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