|
"Es ist fast so, als hätten wir uns für die Fußballweltmeisterschaft qualifiziert! Wenn ich das durchdringende Geräusch der Vuvuzela im Fernsehen beim Fußballschauen höre, fühle ich einen gewissen Stolz," sagt Meister Wu, Direktor einer Plastikfabrik in Zhejiang, in der Vuvuzela hergestellt werden. Seit letztem Jahr hat das Unternehmen eine Million Vuvuzela produziert, keine Einzige ist liegengeblieben.
Die in China hergestellten Vuvuzela sind weltweit sehr gefragt. Die Anbieter in asiatischen Ländern wie Japan und Singapur haben schon Tausende der Tröten verkauft. In Australien nahmen kürzlich die Bestellungen überraschend um 1000 Prozent zu. Am Tag des Spiels zwischen Neuseeland und Italien kamen dann 200 Bestellungen aus Neuseeland. Gleichzeitig trafen Bestellungen aus England und Italien ein, Länder, die sich ebenfalls mit den in Südafrika so beliebten Krachmachern ausrüsten wollen.
Ein chinesischer Spielzeughersteller sagt, seit November letzten Jahres wurden bei ihm mindestens 150 000 Tröten geordert. Während der Weltmeisterschaft geht alle zwei Sekunden eine der Tröten über den Ladentisch. Ihre Beliebtheit sei „unglaublich".
Diese Teufelströten mit einer Lautstärke von bis zu 138 Dezibel kommen meistens aus China, vor allem aus den Provinzen Zhejiang und Guangdong, für den europäischen Markt werden sie in großen Mengen allerdings auch in Deutschland hergestellt. Keineswegs ungefährlich ist der bei vielen gar nicht beliebte Krachmacher: Experten gehen davon aus, dass es bei einer dauerhaften Lärmeinwirkung bereits ab einer Belastung von 85 Dezibel zu einer Gehörschädigung kommen kann - die Schmerzgrenze für das menschliche Gehör liegt bei circa 120 Dezibel. Geräusche in dieser Lautstärke können neben akutem Hörversagen auch irreparable Schäden wie Tinnitus-Geräusche verursachen.
Ein Spielwarenhersteller aus Ninghai in der Provinz Zhejiang macht deutlich, „dass 90 Prozent der Vuvuzela bei der Weltmeisterschaft in Südafrika aus China kommen, sogar die Tröte bei der Eröffnungszeremonie wurde von uns produziert", sagt Wu Yijun, Direktor der Jiying Plastikfabrik im Kreis Ninghai in der Provinz Zhejiang. Von Anfang 2010 bis April hat allein sein Unternehmen schon mehr als eine Million Vuvuzela hergestellt.
Die Vuvuzela für die Fußball-WM gehören normalerweise zu den Bestellungen vom Jahresbeginn und wurden gemeinsam mit Plastikhüten, Wimpeln, Flaggen und anderen Produkten rund um die Weltmeisterschaft produziert. „Trotzdem die WM längst eröffnet ist, hören die Bestellungen für Vuvuzela immer noch nicht auf", sagt Yi Wen, Inhaber eines Online-Shops aus der Provinz Guangdong, der im Internet Vuvuzelas verkauft, „die Fabrik muss bereits Sonderschichten fahren. Vermutlich kann man sie das ganze Jahr hindurch absetzen. Vuvuzela sind sehr beliebt, wir haben ausreichend Bestellungen."
Niedrige Gewinnspannen für Produkte „Made in China"
Die Vuvuzela, die in Südafrika verkauft werden, haben ihren Preis. Die Längste von ihnen misst 67 Zentimeter, die kürzeste 7,3 Zentimeter, die meisten sind in den blendend leuchtenden Landesfarben Rot, Gelb, Blau, Grün und Orange gehalten. In der Nähe der Fußballstadien kosten Vuvuzelas zwischen 20 und 60 Rand (ca. 2 bis 6,40 EUR). In den großen Kaufhäusern werden sie bis zu 200 Rand gehandelt (rund 21,40 EUR).
In den Supermärkten von Sainsbury, der größten Einzelhandelskette Englands, werden alle zwei Sekunden eine Vuvuzela verkauft, der Preis beträgt zwei Britische Pfund, ca. 2,40 EUR. Seit Juli wurden schon 40 000 Vuvuzelas in den Läden der Kette verkauft. Voraussichtlich sind bis Ende dieser Woche alle 75 000 georderten Vuvuzelas ausverkauft. Der Leiter Rechnungswesen einer Spielzeugfabrik schätzt: „Allein das bisherige Marktvolumen für die Tröte dürfte schon an die 16 Millionen Euro betragen."
|