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Im Frühjahr 2011 wird das National Museum of China, das sich auf der östlichen Seite des Tiananmen Platzes in Beijing befindet, nach umfangreichen Um- und Ausbaumaßnahmen, die bereits seit März 2007 laufen, neu eröffnet.
In Zusammenarbeit mit dem National Museum of China präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München vom 1. April 2011 bis zum 31. März 2012 die erste internationale Gastausstellung zur europäischen Kunst der Aufklärung des dann mit einer Gesamtfläche von knapp 200 000 Quadratmetern größten Museums der Welt. Im Wettbewerb für die Zusammenlegung, den Um- und Erweiterungsbau des „Museums der chinesischen Geschichte" und des „Museums der chinesischen Revolution" hatte sich das deutsche Architekturbüro Gerkan, Merg und Partner unter anderem gegen Norman Foster durchgesetzt, den Erbauer des Terminal 3 des Beijinger Großflughafens.
Die drei namhaften deutschen Museen werden auf 2 700 Quadratmetern 579 Objekte aus ihren Beständen präsentieren, darunter Meisterwerke der Malerei von Caspar David Friedrich, Thomas Gainsborough, Francisco de Goya, und Angelika Kauffmann, aber auch Skulptur und Grafik, Kunsthandwerk und Mode, sowie Porzellan und wissenschaftliche Instrumente. Nach Auffassung der Generaldirektoren der drei Museumsstandorte Berlin, Dresden und München eröffne die Ausstellung „die Bilderwelt einer Epoche an der Schwelle zur Moderne, deren Ideen für die Kunst bis heute von programmatischer Bedeutung sind und deren Wirkungsgeschichte für das chinesische Publikum in ihrer Vielfalt lebendig werden soll."
Es sei eine ganz besondere Ehre für die deutschen Museen als erste ausländische Ausstellung das chinesische Staatsmuseum in Beijing einweihen zu dürfen, so Michael Eissenhauer, der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, bei der Pressekonferenz am 26. November in Berlin. Auch der Stellvertretende Generaldirektor des National Museums of China, Huang Zhenchun, sprach von einem „Meilenstein" der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit und des interkulturellen Austauschs.
Die Ausstellung stellt die zentralen Themen und Ideen der Kunst der Aufklärung des 18. Jahrhunderts in neun Sektionen vor: „Höfisches Leben im Zeitalter der Aufklärung", „Perspektiven des Wissens", „Die Geburt der Geschichte", „Ferne und Nähe", „Liebe und Empfindsamkeit", „Zurück zur Natur", „Nachtseiten", „Emanzipation und Öffentlichkeit" sowie „ Die Revolution der Kunst".
Finanziert und unterstützt wird die Ausstellung maßgeblich durch das Auswärtige Amt sowie die BMW Group. Werner Wnendt, Leiter der Abteilung für Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amts, sprach auf der Pressekonferenz am Freitag über die Funktion der Kunst für das gegenseitige, interkulturelle Verständnis und betonte die Notwendigkeit, an die Erfolge der deutsch-chinesischen Beziehungen, die sich z.B. in dem dreijährigen Programm „China und Deutschland – gemeinsam in Bewegung" gezeigt hatten, anzuknüpfen und die Zusammenarbeit auch in Zukunft zu fördern und auszubauen.
In einem umfangreichen, in Englisch und Chinesisch erscheinenden Katalog, der auch in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut konzipiert wird, soll das Basiswissen zur europäischen Kunst der Aufklärung erstmals einem breiten chinesischen Publikum verfügbar gemacht werden. Als offizielles Begleitprogramm initiiert die Stiftung Mercator gemeinsam mit dem National Museum of China die Veranstaltungsreihe „Aufklärung im Dialog", deren Ziel es ist, im interkulturellen Dialog zwischen Deutschen und Chinesen das gegenseitige Verständnis zu fördern und zu vertiefen. Während der gesamten Ausstellungsdauer werden im Abstand von rund zwei Monaten chinesische und europäische Wissenschaftler im National Museum of China über die Grundlagen und verschiedenen Facetten der Aufklärung sowie ihren zeitgenössischen Wert für China wie auch für Europa diskutieren.
Die Stiftung Mercator – eine Gründung der Duisburger Kaufmannsfamilie Schmidt, eine der Hauptanteilseigner der Metro Group – plant in Zusammenarbeit mit verschiedenen chinesischen Partnern an unterschiedlichen Orten in Beijing Salonveranstaltungen, die den klassischen Salons der Aufklärung nachempfunden sein sollen und bei denen sich deutsche und chinesische Intellektuelle über Kunst, Kultur und Philosophie austauschen können.
Die Ausstellung zum Kunst- und Ideenerbe der Aufklärung, das bis heute für die westliche Zivilisation identitätsstiftend ist, setzt ein Zeichen für die Weltoffenheit und den Bildungsauftrag der Museen als Orte der Aufklärung. |