01-04-2010
RMB
Zhou Shijian: Aufwertung des Renminbi um jährlich drei Prozent
von Zeng Wenhui

Zhou ist für eine Ausweitung der US-Exporte nach China. Besonders die Beschränkungen beim Export von Hi-tech-Produkten sollten aufgehoben werden, nur so ließe sich an eine ausgeglichene Handelsbilanz zwischen den USA und China denken. Gleichzeitig sollten China und die USA ihre Konsultationen verstärken und einen Dialog auf verschiedenen Ebenen führen, um die bestehenden Probleme zu lösen.

 Wechselkurs wichtig für das Volkswohl

 „Das Beschäftigungsproblem spielt eine große Rolle für die gesellschaftliche Stabilität, eine Erhöhung der Arbeitslosenzahlen ist die größte Bedrohung, die von einer Aufwertung des Renminbi ausgeht", sagt Zhou Shijian.

Vom 19. Oktober 2007 bis 16. Juli 2008 ist der Renminbi von 7,5 Yuan auf 6,8 Yuan, also um 11 Prozent aufgewertet worden, wodurch exportorientierte Unternehmen schwer getroffen worden sind. Im Juni 2008 gingen über 67 000 Unternehmen der Exportindustrie Bankrott, als Folge davon verloren 25 Millionen Wanderarbeiter ihre Arbeitsplätze.

Es wird die Meinung vertreten, dass eine Aufwertung des Renminbi den Strukturwandel der chinesischen Industrie begünstigt, so dass die von billiger Arbeitskraft abhängige Exportindustrie, die mit geringen Gewinnmargen arbeitet, ihre Modernisierung beschleunigen könnte. Zhou ist der Auffassung, dass die Industriestruktur Chinas unbedingt optimiert werden sollte, aber dies sei ein langer Prozess. Chinesische Unternehmen brauchten Zeit, um sich an neue Strukturen und Produktionsweisen anzupassen. Wenn der Renminbi mit einem Schlag um 40 Prozent aufgewertet würde, wäre dies ein vernichtender Schlag gegen die chinesische Exportindustrie, der einen Strukturwandel verunmöglichen würde. Die Aufwertung des Renminbi solle von der chinesischen Wirtschaftslage bestimmt werden. Wenn die Industriestruktur angemessen optimiert werde, die Gewinnmargen für Produkte erhöht würden, könne der Renminbi natürlich aufgewertet werden. „Der Renminbi sollte langsam aufgewertet werden, jedes Jahr um nicht mehr als drei Prozent, so dass die Unternehmen sich langsam zu Unternehmen wandeln können, denen es gelingt, Gewinn zu erwirtschaften. Eine schnelle Aufwertung wäre für die Exportindustrie so desaströs wie ein heftiges Erdbeben."

Zhou Shijian sagt voraus, dass in dem Bericht der US-Regierung, der im April vorgelegt werden soll, China nicht ausdrücklich als Land mit manipuliertem Wechselkurs genannt werden wird. Schlimmestenfalls werde es darin heißen, der „Kurs des Renminbi sei weit unterbewertet, die chinesische Regierung ist dazu aufgefordert, schnellstmöglich geeignete Maßnahmen zu ergreifen", so dass der Druck auf die chinesische Regierung aufrechterhalten bleibt. Dies sei ein Druckmittel für weitere Verhandlungen, deren Ziel es ist, den Finanz- und Warenmarkt Chinas umfassend zu öffnen. US-Präsident Barack Obama hat hervorgehoben, innerhalb der nächsten fünf Jahre die Exporte der USA zu verdoppeln und damit zwei Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zur Erreichung dieses ehrgeizigen Ziels ist ein ungehinderter Zugang auf den chinesischen Markt notwendig. Die USA betrachten den chinesischen Markt auch nach dem Beitritt des Landes zur WTO als nicht ausreichend geöffnet. Es existierten nach wie vor Importbeschränkungen, z.B. bei Getreide und anderen Agrarprodukten. Indem sie Druck auf den Wechselkurs des Renminbi ausübten, strebten die USA eine umfassende Marktöffnung Chinas an, so meint Zhou.

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