02-06-2009
Auto
Elektroautos Made in China
von Matthias Mersch

 

Auf der letzten Shanghaier Autoschau haben chinesische Autobauer eine ganze Reihe batteriegetriebener oder auf andere Weise energieeffizienter Fahrzeuge vorgestellt. Die neuartigen Modelle können die internationale Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Autoindustrie verbessern und dazu beitragen, die dicke Luft in Chinas Städten nachhaltig zu verbessern.

Autos mit neuen Antriebssystemen waren der Hit auf der Autoschau, sie stammen aus der Produktion heimischer Marken wie Geely, Brilliance und Chery. Einige dieser neuen Typen wie der batteriegetriebene Panda-Combi von Geely könnten bereits im Oktober auf den Markt kommen. Manches dieser kompakten Elektroautos kann zu einem so günstigen Preis angeboten werden, dass Bauern und andere Bewohner des ländlichen Chinas trotz begrenzter Mittel durchaus eine Anschaffung ins Auge fassen können.

Die aggressive Marktstrategie weist darauf hin, dass China in wachsendem Maße auf Elektrofahrzeuge setzt und Autohersteller und Zulieferer, die sich auf diesem Gebiet engagieren wollen, großzügig mit Zuschüssen zu Forschung und Entwicklung unter die Arme greifen. Die Regierung sieht Vorteile nicht nur hinsichtlich der Ökobilanz, sondern auch die Chance für heimische Autobauer, sich gegenüber ausländischer Konkurrenz zu positionieren, da Elektroautos leichter zu bauen sind als Benziner.

„Elektroautos sind preisgünstig und umweltfreundlich und wir glauben, dass ihr Marktpotential in China sehr groß ist", sagt Li Shufu, der Vorstand von Geely.

Und preiswert müssen sie vor allem auch deshalb sein, damit sich ihre Umweltfreundlichkeit überhaupt erst entfalten kann: sehr rasch steigt die Zahl der Autobesitzer. Wenn die alljährlich nach Hunderttausenden zählenden Neuzulassungen vor allem aus dem Angebot an benzingetriebenen PKWs gedeckt würden, so wäre dies eine weitere Belastung für die schon jetzt höchst ungesunde Luft in Chinas Ballungszentren.

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