12-08-2015
Im Focus
Perle der Seidenstraße
von Zan Jifang

Omar Alis Familie lebt hier seit Generationen. Er hat von seinen Vorfahren nicht nur das Haus, sondern auch das traditionelle Handwerk, die Töpferkunst, erlernt. Er übt das Handwerk der Familie in der 6. Generation aus und der 48-jährige ist nun der Hauptträger des immateriellen Kulturerbes dieser traditionellen uigurischen Kunst in Kaxgar.

Omar Ali, ein Töpfer, bei seiner Arbeit in der Werkstatt. (Foto: Zan Jifang)

Omar begann dieses Handwerk bereits im Alter von sieben Jahren zu lernen und seine Werkstatt befindet sich in seinem Hof. Er arbeitet nun fünf bis zehn Stunden am Tag und produziert rund 100 Werkstücke am Tag. Seine Produkte sind sowohl glasiert als auch unglasiert. Basierend auf den traditionellen Techniken, fügte er seine eigenen kreativen Ideen hinzu und variierte in der Form, Farbe oder des Designs seiner Stücke. Sein handwerkliches Können gilt als das größte unter den Kollegen und seine Produkte erfreuen sich bei den Touristen großer Beliebtheit.

Omars Bruder teilt sich den Hof, den die Geschwister vom Vater geerbt haben, mit ihm und auch er ist ein begabter Töpfer. Aber zur großen Enttäuschung Omars wollen seine Kinder dieses Handwerk nicht lernen und es wird immer schwieriger Lehrlinge zu finden. Er ist besorgt, dass das Familienhandwerk so im Laufe der Zeit verloren gehen wird.

„Die jungen Leute finden, dass diese Tätigkeit harte Arbeit ist und sie wollen lieber anderen Berufen nachgehen. Ich kann sie nicht zum Lernen zwingen, auch nicht meine eigenen Kinder", sagt Omar. 

Im Gegensatz zu Omar, ist Rahman Abdulla, ein 62-jähriger uigurischer Instrumentenbauer im Kreis Shufu, sehr damit zufrieden, wie sich das Familienhandwerk weitergeben lässt. Das Handwerk ist seit mehr als einem Jahrhundert in seiner Familie und alle seine vier Söhne haben es von ihm gelernt. Gegenwärtig hat er mehr als 30 Schüler.

Rahman Abdulla zeigt die in seiner Werkstatt hergestellten Instrumente. (Foto: Zou Yi)

Rahman gilt als der Vertreter des nationalen immateriellen Kulturerbes. Er erhält 10.000 Yuan (1.600 USD) Unterstützung von der Regierung für seinen Beitrag und dafür, dass er das Handwerk weitergibt.

Rahmans ältester Sohn hat in Ürümqi, der Hauptstadt Xinjiangs, ein Instrumentengeschäft eröffnet, in dem er die Produkte der Familie verkauft. Seine anderen Söhne sind zuhause, um die Instrumente, wie die Rawap, die Dutar und die Sitar, die wichtigsten Instrumente der traditionellen uigurischen Musik, herzustellen. 

Vor mehr als 50 Jahren begann Rahman traditionelle Instrumente herzustellen. Über die vergangenen Jahrzehnte verbesserten sich seine Produkte und die künstlerischen Fähigkeiten konstant und das Aussehen veränderte sich im Laufe der Zeit mit den Veränderungen im Geschmack der Menschen.

„Jede uigurische Familie hat mindestens ein Musikinstrument und daher ist der Bedarf an traditionellen Instrumenten sehr hoch", sagt Rahman.

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